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Unverständnis für Vandalismus:
Was soll das? Wandbild sinnlos übersprayt

Das Auftragswerk eines Graffiti-Künstlers an der Wriezener Straße ist über Nacht hinter einer dicken Farbschicht verschwunden.
11. Oktober 2021
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„Sehr scheiße gesprayt worden, echt erbärmlich. Sollen zum Üben sich alte Mülltonnen suchen.“ – „In meiner Kindheit sagte man, Narrenhände beschmieren Tisch und Wände“ „Der hat echt keine Ehre!“ So harsch fielen Reaktionen in der Facebookgruppe Weddingweiser Pinnwand aus, als Kita-Erzieher Andreas Ebert Bilder von der Fassade seiner Kita in der Wriezener Straße Ecke Osloer Straße postete. Besonders ärgerlich: Die Kita Meilenstein hatte die Wand ihrer im Erdgeschoss eines Eckhauses befindlichen Räumlichkeiten vor längerer Zeit selbst verzieren lassen. Vergangene Woche wurde das Zille-Bild übersprayt.

„Das ist vor fünf Jahren vom Graffiti-Künstler und Auftragsmaler Hannes Höhlig mit Altberliner Zille-Motiven gestaltet worden“, schreibt uns Andreas Ebert. Für Kinder, Eltern und Erzieher:innen der Elterninitiativkita, aber auch für die Bewohner:innen des Soldiner Kiezes gehörte die bunte Fassade einfach dazu. So wie überhaupt viele Murals, Fassadenkunst oder Wandbilder ganz normaler Bestandteil des Berliner Stadtbildes sind.

Auch unsere Leserin Bettina hat die lieblos beschmierte Wand an einem Morgen in der vergangenen Woche entdeckt und uns daraufhin angeschrieben. Sie fragt den oder die Sprayer: „Sorry, aber was soll dieses neue ,Bild´ den Kindern sagen? Einfach gar nichts!“ Sie findet es schade, dass es Leute im Wedding gibt, die sich „schlimmstenfalls auch noch als große Graffiti-Künstler oder Rebellen“ sähen und einen solchen Mist produzierten. Denn das neue Graffiti ist eine stumpfe Aneinanderreihung von großflächigen Tags, die das alte Bild fast vollständig verdecken.

Über die reine Sachbeschädigung hinaus ärgern sich viele Weddingerinnen und Weddinger genau wie Bettina vor allem über die Respektlosigkeit dem ursprünglichen Street Art-Werk eines Sprayers gegenüber. So fragt sie den oder die Verursacher: „Respekt ist nicht euer Ding? Da habt ihr grundsätzlich etwas nicht kapiert. Mehr habt ihr nicht drauf?“

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

2 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo

    lieber Jupp Schmitz hat es jemals von Links etwas wirklich erhellendes zu hören bekommen :)))… warum sehen die Fassaden im Wedding so aus …. warum ist der Wedding so vermüllt … usw

    Gruß

  2. „Nur“ weil ein künstlerisches Graffity von Schmierfinken besprayt worden ist, regt sich jetzt die Gemeinschaft darüber auf.

    Nahezu jedes Haus/jeder Hauseingang sieht im Wedding aus „wie Sau“!

    Von irgendwelchen Linksalternativen muss man sich dann aber anhören, dass beschmierte Hauswände „das Wohnen billig“ machen würden, da Investoren abgeschreckt würden! Selten so einen Unfug gehört! Und hier haben die Sprayer vor dem Eigentum anderer ebensowenig „Respekt“, wie vor den Graffities ihrer „Kollegen“.

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