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Gläserne Bio-Bäckerei :
Hansis Brot kriegt’s gut gebacken

Eine Bio-Bäckerei hat dem Sprengelkiez gerade noch gefehlt. Man kann dem Bäcker bei der Arbeit zusehen, und auch sonst gibt es einiges über Brot zu erfahren.
28. Juli 2021
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„Bitte kein Yuppie-Laden“ stand monatelang auf den blinden Scheiben eines ehemaligen Dönerimbisses an der Ecke Tegeler und Kiautschoustraße. Nun ist dort ein Handwerksbäcker eingezogen. Und bringt dem Sprengelkiez genau das, was er so gut wie gar nicht hat: von Hand gemachtes Brot.

Wie so viele, die eine Weile im Ausland gelebt haben, hat Johannes in Amsterdam ein vernünftiges Brot vermisst. Schon während seines Musikstudiums in den Niederlanden fing er daher an, sein eigenes Brot zu backen. Seine Freunde und Kommilitonen ermutigten ihn, damit weiterzumachen.

Zurück in seiner Geburtsstadt Berlin machte Johannes eine Bäckerausbildung bei der Biobäckerei Beumer und Lutum. Nach der Gesellenprüfung war die Kreuzberger Bäckerei Albatros die nächste Station, wo er es bis zur Backstubenleitung brachte. „Dann bekam ich Lust auf meine eigene Bäckerei“, erzählt der rothaarige Bäckermeister. Der Wedding ist in Berlin (mit einer Ausnahme) ein weißer Fleck auf der Landkarte, zumindest was Handwerksbäckereien angeht. Und so stieß Johannes auf den Eckladen im Sprengelkiez, den er nach eigenen Vorstellungen selbst gestaltet hat– und zwar als gläserne Bio-Bäckerei. Noch wohnt er in Schöneberg, aber er möchte gern im Wedding leben, das ihn an das Berlin seiner Jugend erinnert.

„Ich brenne für gutes Brot“, sagt der 30-Jährige. Lange hat er an Sauerteigbroten herumgetüftelt und das „Hansi“-Brot entwickelt – Johannes‘ alter Spitzname, der auch Namensgeber der Bäckerei wurde. Der gläserne Tresen enthält Feingebäck und Brötchen. Doch alle Blicke richten sich auf das gut gefüllte Brotregal an der Wand, wo es neben dem Weizensauerteigbrot „Hansi“ (30 % Vollkorn) auch „Angeschobenes“ (70 % Roggen, ohne Seitenkruste) und – mit nassen Händen geformtes – „Genetztes“ Dinkelbrot gibt. Sonst lenkt nichts davon ab, dass Brot in diesem sehr schlicht eingerichteten Laden die unangefochtene Hauptrolle spielt. Die Mehle sind übrigens aus einer Mühle im Spreewald und allesamt in Bio-Qualität.

Im Verkaufsraum befindet sich auch die Backwerkstatt, wo der zuvor 48 Stunden ruhende Teig abgeschnitten, gewogen und geformt wird. Die Kund:innen können nicht nur beim Handwerken zuschauen, sondern auch Fragen stellen. Johannes weiß fast alles über Sauerteig und wie sich Ruhezeit und Backdauer auf den Geschmack auswirken.

Es gibt natürlich auch Schrippen, Schusterjungs, Dinkelseelen und anderes Kleingebäck. Süßmäuler freuen sich über Gefüllte Kringel, Rosinenbrötchen und Schweineohren. Doch wenn ihr nur eine Sache probiert, dann nehmt das Brot. Zwar hat es als Handwerksprodukt seinen Preis. Dafür kommt wieder die Brotkultur zurück in den Sprengelkiez – und auch ein einzigartiger Brotgeschmack!

Mi-Fr 9-19 Uhr, Sa 9-14 Uhr

Tegeler Straße / Kiautschoustr. 1

Website

Fotos: Andaras Hahn

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

6 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin auch sehr glücklich, dass es Hansis Brot gibt! Wir kaufen am liebsten nur dort ein! Vor allem Baguette, pain au chocolat und Brezel!

  2. Bin oft als Tourist in der Stadt und habe schon viele gut bewertete Bäckereien in Kreuzberg und Mitte ausprobiert. Das Brot schmeckte lecker aber nachdem ich Hansis Brot probiert habe möchte ich kein anderes mehr essen. Es schmeckt unübertroffen, so wie man ein Brot von früher kennt. Leckere Kruste, bekömmlich und sättigend ohne Firlefanz. Einfach total genial. Werde mir das nächste Mal mehrere Brote mitnehmen und zuhause im Ruhrgebiet einfrieren.

  3. sonst bin ich immer in der ganzen stadt unterwegs um gutes brot oder brezeln zu bekommen, das hat jetzt erst mal ein ende , ein großer gewinn für den wedding
    danke dafür

  4. Wir freuen uns wie die Kinder, dass es Hansi jetztt giubt. Endlich! Ich hatte echt schon mit dem Gedanken gespielt einen Brotladen zu machen – aber früh aufstehen ist einfach nicht meine Stärke… Aber zum Glück hat Johannes das jetzt übernommen!

    Wir kommen zwar öfter mal zu spät raus und dann ist chon zu – aber egal; es ist schön dass es einen Bäcker im Kiez hat. Juhuuu!

    Danke Johannes und herzlich willkommen!

  5. Die Öffnungszeiten sind nicht ganz richtig. Offen bis ausverkauft. Bis 19 Uhr daher eigentlich fast nie offen. Da steht man oft schon 18 Uhr vor verschlossen Türen. 19 Uhr scheint sowas wie die maximale Öffnungszeit zu sein.

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