Am Samstag, den 4. Juli, war es wieder soweit. In der Buttmannstraße wurde das gleichnamige Straßenfest gefeiert. Ein Fest von Nachbar*innen für Nachbar*innen. Unter dem Motto Kriegswaffen an der Panke? Der Wedding sagt Nein Danke gab es ein vielfältiges Programm und Angebot. Von Hüpfburgen und leckerer Kulinarik bis hin zu politischen Info- und Aktionsständen, sowie einem vielseitigen Bühnenprogramm. Auch der Weddingweiser war mit einem Stand vertreten.

Bei uns hatten Passant*innen, Besuchende und Interessierte die Möglichkeit, anonym Zettel auszufüllen, auf denen sie Fragen beantworten wie, was ihnen an ihrer Gegend gefällt, was besser sein könnte, was es für Zukunftswünsche gibt und wie Frieden lokal gefördert werden kann.
Neben einer großen Anzahl an Zetteln, die sich keine Waffenfabriken und stattdessen Frieden wünschen, zeichnen die anderen Zettel auch ein klares Bild davon, was die Menschen im Wedding bewegt und welche (altbekannten) Seiten am Wedding geliebt werden.
Dazu gehören die Panke und die Wege an ihr vorbei, die kulturelle Vielfalt, der “internationale Vibe”, die damit einhergehende Kulinarik und der Wunsch, diese Diversität zu erhalten. Mit bezahlbaren Wohnungen und einer Infrastruktur, die sich an den Bedürfnissen der Anwohnerschaft orientiert. Auch niedrigschwellige Begegnungsorte werden positiv gesehen – von (Öffentlichen) Bibliotheken über Grünflächen bis hin zu Straßenfesten wie diesem. Viele wünschen sich noch mehr davon: Mehr Kiezleben. Mehr Feste. Und auch mehr Begrünung, Entsiegelung und eine klimaresiliente und naturgerechte Nachbarschaft. Dazu zählen auch die Wünsche nach einer Einschränkung des privaten Autoverkehrs, z. B. durch Verkehrsberuhigung, und nach einem sauberen, müllbefreiten Kiez.

Doch nicht jede Stimme teilt Wünsche nach Veränderung, sondern will vielmehr den Wedding so erhalten, wie er ist. Trotzdem ist sich ein großer Teil einig, dass mehr Solidarität und ein starkes Miteinander uns allen zugutekommt. Auch das Leben von Kindern und Jugendlichen wird angesprochen. So werden die zunehmend maroden Schulen erwähnt und der Wunsch nach Renovierungen. Außerdem soll es mehr Spielplätze und allgemein kinderfreundliche Aufenthaltsorte geben, ausgerichtet an den Wünschen der Kinder. Abschließend darf bei all dem natürlich auch nicht der altbewährte Wunsch nach einem Döner für 1,50 Euro fehlen. 🙂
Bei der großen Vielfalt an Antworten und der regen Teilnahme zeigt sich vor allem der Wunsch einer Nachbarschaft, sich in die Entwicklung ihres Stadtteils einbringen zu können. Und es zeigt auch die Möglichkeiten auf, die Straßenfeste wie das Buttmannstraßenfest bieten. Als Orte, an denen unterschiedliche Menschen, mit unterschiedlichen Bedürfnissen und unterschiedlichen Lebensrealitäten aufeinandertreffen und die Möglichkeit erhalten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das fördert Diskurs und Austausch und damit auch gegenseitiges Verständnis und Offenheit.
Der Wedding hat in seiner langen Geschichte schon viele Veränderungen erfahren; auch ein weiteres Verändern lässt sich nicht einfach so verhindern. Veränderung gehört genauso zum Wedding wie zum Leben. Wir sollten uns aber immer wieder dazu austauschen, wie diese Veränderungen gestaltet werden.


