Wer heute durch den Grünzug an der Ruheplatzstraße läuft, hört zuerst das Rascheln der Bäume. Breite Sichtachsen öffnen den Blick zwischen alten Baumriesen hindurch, neue Wege führen durch frisch angelegte Wiesenflächen, Kinder spielen an Tischtennisplatten und Sitzmauern, während nur wenige Meter weiter die stille Atmosphäre des Urnenfriedhofs beginnt. Es ist ein Ort geworden, an dem man plötzlich stehen bleibt – obwohl hier viele früher eher schneller gegangen sind.


Denn lange Zeit war die Grünanlage zwischen Ruheplatzstraße, Gerichtstraße und Plantagenstraße vor allem eines: ein namenloses Stück Stadtgrün am Rand des Urnenfriedhofs, verwildert, schwer einsehbar und für viele eher Angstraum als Aufenthaltsort. Jetzt hat sich das Bild deutlich verändert.
Am Mittwoch, dem 20. Mai, wird der neugestaltete Grünzug offiziell eröffnet. Beginn ist um 14 Uhr an der Ecke Ruheplatzstraße/Plantagenstraße. Gleichzeitig wird der Platz zwischen Ruheplatzstraße und Plantagenstraße feierlich nach der Europa-Aktivistin Ursula Hirschmann benannt.
Mit der Umgestaltung verfolgt der Bezirk mehrere Ziele zugleich: Die Aufenthaltsqualität sollte verbessert, die Wegebeziehungen gestärkt und das Sicherheitsempfinden erhöht werden. Dafür wurden die Wege neu geordnet und barrierearm gestaltet, Blickachsen geschaffen und neue Aufenthalts-, Spiel- und Bewegungsangebote integriert. Auch ein Lehrpfad ist vorgesehen, der nach der Eröffnung schrittweise ergänzt werden soll.


Auffällig ist dabei, wie stark der Charakter der alten Anlage erhalten blieb. Der große Baumbestand prägt den Ort weiterhin – nur wirkt er nun nicht mehr abschottend, sondern öffnend. Zwischen hohen Kastanien, alten Nadelbäumen und frisch bepflanzten Flächen entsteht fast der Eindruck eines kleinen Landschaftsparks mitten im Wedding. Neue Sitzgelegenheiten, Tischtennisplatten und Wege laden dazu ein, nicht nur hindurchzugehen.
Auch ökologische Aspekte spielten bei der Planung eine Rolle. Der Baumbestand wurde weitgehend erhalten und ergänzt, neue Pflanzungen sollen die Biodiversität stärken und das Mikroklima verbessern. Grundlage der Planung waren mehrere Beteiligungsverfahren mit Anwohnenden sowie Kindern und Jugendlichen aus dem Kiez.
Die feierliche Eröffnung beginnt mit der Benennung des Ursula-Hirschmann-Platzes. Begleitet wird die Veranstaltung von einem Konzert von Kindern der Wedding-Schule. Anschließend stellen die Landschaftsarchitekt*innen von SCHÖNHERR Landschaftsarchitekten den Grünzug bei einem gemeinsamen Rundgang vor.Außerdem gibt es Informationen zum Förder- und Sanierungsgebiet Müllerstraße sowie Getränke und Snacks.


Die Benennung des Platzes erinnert an Ursula Hirschmann – eine Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, Frauenrechtlerin und eine der wichtigen Stimmen der europäischen Einigungsbewegung. Dass der neue Platz direkt neben der Wedding-Schule und der Volkshochschule liegt, passt dabei durchaus zum Gedanken eines offenen und vielfältigen Stadtraums.
Die Umgestaltung des Grünzugs wurde in den Jahren 2025 und 2026 umgesetzt. Finanziert wurde das Projekt mit rund 1,05 Millionen Euro aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“ sowie aus bezirklichen Ausgleichsbeträgen.
Wann? Mittwoch, 20. Mai, ab 14 Uhr
Wo? Ecke Ruheplatzstraße / Plantagenstraße




Der kleine neue Platz ist tatsächlich ganz hübsch, und entspannter als der neue trubelige Maxplatz. Obwohl ich es ja grundsätzlich gut fände, wenn man nicht immer alles optimieren müsste und das Stadtgrün einfach mal belassen und sich nur besser drum kümmern würde.
Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
An Richard und Reinhard gerichtet: in der Tat seltsame Zeiten und diese “Pietätlosigkeit” wird noch absurder, wenn
man die Kommentare im Weddingweiser Artikel zum Thema “Kackenende Tauben” liest.
Der Link anbei: https://weddingweiser.de/kiez-moment-endlich-taubenfrei/
Wir Weddinger waren immer Leuchtürme der Empathie, des Mitteinanders und des Anstands.
Wann ist das “weg sozialisiert” worden und ersetzt worden durch dumpfes & dummes Agitieren?
Vor allem ist der extremst auffallende Fanatismus, die eigene Meinung als die “RICHTIGE” zu verteidigen das Neue Dogma.
Nicht nur sehr traurig, sondern dem Menschen ein Feind im Leben aber leider auch, offenbar, über den Tod hinaus?
HerrGOTT lass Hirn regnen und öffne die Herzen.
Amen.
Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
Ich muss gestehen, daß eine Entwidmung eines Friedhofes mich extrem traurig macht.
Gleiches gilt für die Umgestaltung des ehemaligen Krematoriums nebenan, in eine Kultureinrichtung samt Kinosaal.
Meine ehemalige Grundschule (Wedding Grundschule) lag/liegt vis à vis und erinnere mich sehr genau daran,
als beides noch in “Betrieb” waren.Das war in den Jahren 1976-1982.
Die Fahrzeuge der Bestatter sind in den Innenhof via Plantagenstraße eingefahren.
Die Metallgriffe der Särge wurden im Zwischenraum der Einfahrt auf einem Haufen gesammelt, und ich werde diesen
Anblick nie vergessen.
Vermutlich gibt es kaum bis gar nicht Menschen, die in diesem Zusammenhang an Angehörige denken, die dort
eventuell Ihre Lieben verabschiedet haben.Einfach extrem traurig und pietätlos.
Sorry Meine Meinung.
Sonnigen Sonntag an Alle.
Sophienfriedhof, Wollankstr., schon seit Jahren Hundeauslaufgebiet. Nicht als solches gewidmet, aber geduldet. Extra Abfallbehälter für Hundekot weisen darauf hin. Hunde sch…..ẞen auf das Grab meiner Mutter. Klientel, alles Deutsche, junges Präkariat.
Vielleicht mal ein Thema für den Weddingweiser.
Eher nicht.
Tach MoGo
da bin ich ganz nah bei dir… mich hat das auch extremst verwirrt, das dort wo Menschen eingeäschert wurden, nun gefeiert und gelacht getanzt wird.
Wir leben in seltsamen Zeiten
Gruß
Ist es nicht vielmehr ein positives Symbol: Wo früher Abschied genommen wurde, zieht wieder das Leben ein. Der Tod gehört zum Leben dazu – und solche Orte bringen beide Seiten zusammen. Es gibt weltweit ähnliche Beispiele, etwa eine Brauerei in einem alten Bestattungsunternehmen/Kapelle in Seattle. Historische Gebäude werden vor dem Verfall gerettet und wieder mit Empathie und Miteinander gefüllt.