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Eichenprozessionsspinner im Wedding:
Sportanlagen gesperrt wegen Raupen-Gefahr

10. Juni 2026

Nicht nur im Volkspark Rehberge sind derzeit Bäume mit Flatterband zu sehen, auch der Biergarten des Eschenbräu wurde bereits gesperrt. Der Grund ist ein massiver Befall mit dem Eichenprozessionsspinner. Nun hat das Sportamt Mitte vorsorglich mehrere Sportanlagen bis auf Weiteres geschlossen.

Betroffen sind im Wedding und Gesundbrunnen das Stadion Rehberge an der Afrikanischen Straße sowie die Gustav-Böß-Sportanlage an der Koloniestraße. Ebenfalls gesperrt ist das Stade Napoléon an der Allée du Stade. Das Sportamt steht nach Angaben des Bezirksamts mit den betroffenen Vereinen in Kontakt. Die Anlagen sollen erst wieder genutzt werden, wenn der zuständige Fachbereich Entwarnung gibt.

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen vor allem Stiel- und Traubeneichen befallen. Sichtbar werden sie häufig zwischen April und Juli, wenn sie in langen Reihen, den namensgebenden „Prozessionen“, unterwegs sind. Problematisch sind vor allem ihre feinen Brennhaare. Sie enthalten ein giftiges Eiweiß, das bei Menschen Hautreizungen, Juckreiz, Atemwegsprobleme und allergische Reaktionen auslösen kann. Auch grippeähnliche Beschwerden sind möglich.

Das Bezirksamt Mitte beobachtet seit Jahren eine Zunahme des Befalls auch in innerstädtischen Bereichen. Auf bezirkseigenen Flächen werden rund 7300 Eichen kontrolliert. In sensiblen Bereichen wie Spielplätzen, Schulen und Sportstätten lässt der Bezirk Raupen und Nester entfernen, etwa durch Absaugen, Verkleben und Absammeln oder mit Heißwasser beziehungsweise Heißschaum. Allein 2025 lagen die Kosten dafür in Mitte bei rund 50.000 Euro.

Raupen des Eichenprozessionsspinners (KI-generiert)

Bezirksstadtrat Benjamin Fritz erklärt: „Beim Befall mit Eichenprozessionsspinnern steht für den Bezirk die Gesundheit aller Sportlerinnen und Sportler im Vordergrund. Deswegen ist eine Schließung der benannten Sportanlagen zwingend erforderlich, bis der Fachbereich Ordnung, Umwelt, Straßen- und Grünflächen Entwarnung gibt und eine gefahrlose Nutzung wieder möglich ist.“

Das Problem betrifft inzwischen ganz Berlin. Wie der Tagesspiegel berichtet, schlagen alle zwölf Bezirke Alarm und fordern vom Senat eine zentrale Koordinierung sowie eine verlässliche Finanzierung. Der Eichenprozessionsspinner solle nicht länger nur als Pflanzenschutzthema, sondern auch als medizinisches Problem behandelt werden. Die Bezirke stoßen demnach bei Absperrungen, Nestentfernung und Bürgeranfragen zunehmend an ihre Grenzen.

Für Spaziergänge und Aufenthalte in Parks gilt: Absperrungen sollten beachtet, Nester nicht berührt und befallene Bereiche gemieden werden. Auch alte Nester können noch Brennhaare enthalten.

weddingweiserredaktion

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