Mastodon

Eingabehilfen öffnen

Wunder geschehen immer wieder:
Kiez-Moment: Endlich taubenfrei

11. Mai 2026
27

Unsere Autor:innen sind nicht nur im Wedding unterwegs – sie sind mittendrin im Alltag. Im Supermarkt, auf dem Spielplatz oder beim Schlendern durchs Viertel: Überall warten Geschichten, Geräusche, Begegnungen. So entstehen sie – diese kleinen, echten Kiezmomente. Alles echt, alles Wedding. Heute beschäftigt sich unsere Autorin mit Stadttauben.

Taube auf einer Mauer in der Sonne

Kaum zu glauben, dass uns dies Wunder noch zuteil wurde. Wir hatten mit den Tauben auf unserem Baum im Hinterhof eine etwa zehn Jahre währende Dauerbelästigung der besonderen Art. Es begann vor langer Zeit und steigerte sich derart, dass man Zweifel an Umwelt und Natur, Naturschutz, urbaner Toleranz und Hygiene bekommen konnte.

Es begann langsam und steigerte sich zu einer erbarmungswürdigen alltäglichen Belastung. Unser Innenhof hat einen sehr alten, mehrfach am Laubwerk beschnittenen Baum, der nunmehr eher ein quadratisches Blätterdach aufweist als einen kugeligen Wipfel. Darunter befindet sich der Plattenweg, den wir alle nehmen müssen, da nicht nur die Bewohner*innen des Gartenhauses (vulgo Hinterhaus und Seitenflügel) von dort zum Ausgang gehen, sondern Radfahrer ihre Räder parken, Alte die Rollatoren und Eltern ihre Fahrzeuge wie Räder, Kinderwagen und Lastenrad. Zudem müssen wir alle unter dem Baum durch, weil dort der Weg zu den Mülltonnen verläuft, direkt unter den starken Ästen, die oft tags und nachts von den Tauben als Sitzplatz verwendet werden.

Woran man die Taube auf dem Ast erkennt? Wenn man nicht direkt nach oben schaut, sieht man es an den „Bescherungen“, den Klecksen auf den Plattenwegen. Immerhin hat man damit eine Orientierung, wo genau daneben man das Rad doch kurz abstellen kann, wenn man den Zipper schließen oder das Band vom Helm zuknipsen möchte.

Waren noch etliche kleine Vögel bei uns mit morgendlichem Gezwitscher aktiv, Meisen oder Spatzen, so trauten sich nach und nach nur noch mit lautem Geschrei keckernde Elstern ab und an in den Baum.

Einmal, als ich zum Büro auf der Fahrt mit U9 an der Haltestange stand, bemerkte ich einen kühlen sich bewegenden Fleck im Blusenkragen und rätselte, was das wohl sei. Mir war klar, dass es nicht Zahnpasta sein könne, denn so wild war ich an dem Morgen nicht drauf, als ich mich nach dem Frühstück auf den Weg vorbereitete. Ich knickte den Kragen nach außen und stellte dann im Büro fest, dass mir einer dieser schlimmen Kleckse in die Kleidung gefallen war. Das war, vor etlichen Jahren, einer der ersten Momente, als ich darüber nachdachte, ob man diese Plage und Gefahr hinnehmen muss.

Von staatlicher Seite erfuhr ich, dass man gegen Tauben „nichts tue“, weil diese unter gesetzlichem Schutz stehen: einmal durch die Staatszielbestimmungen des Grundgesetzes (Art. 20a) sowie weiterhin durch die Berliner Verfassung (Art. 31 Abs. 2). Die Stadttauben haben es also damit sogar in Verfassungsrang geschafft.

Poster von Elster, Ringeltaube und Nebelkrähe – KI generiert

So ging es Jahre lang weiter. Das Gekleckse wurde schlimmer und großflächiger, breitete sich im Hof auf den Wegen aus und weitere „Klostellen“ kamen hinzu. Die Deckel und Deckelgriffe aller fast zehn Mülltonnen, die unter dem Baum direkt platziert worden waren, konnte man überhaupt nicht mehr anfassen. Aber wohin mit den Mülltüten? Morgens auf dem Weg zum Termin oder zur Arbeit? Die vielen Räder der Nachbar*innen waren gerettet, denn diese standen außerhalb des Baumumfeldes.

So ging es also immer noch weiter. Seit etwa drei oder vier Jahren haben wir – erstmals nach langer Zeit – Schwangere und nun auch Kleinkinder im Haus. Der Kleine musste das Laufen lernen, und wie schnell fällt ein Kind lang hin! Wie wenig erkennt man unter einer wie die Kleckse ebenso hellen Schnee- oder Eisdecke die Ausscheidungen der Vogeltiere, die auch im Winter kein Problem mit der vertikalen Entsorgung haben, denn sie haben einen Greifreflex am Ast, der sie auch im Schlaf vor dem Fallen schützt. Null Chance, Sonderbehandlung oder Vergrämung de luxe zu erhalten. Auch dazu hatte ich nochmals in der Behörde gefragt, weil ich – offenbar recht naiv dachte – der Mensch und der kleine wachsende Mensch habe Vorrang, da es eine Ansteckungsgefahr, vor allem bei Ausrutschern auf dem Glitschigen gäbe.

Mittlerweile gab es Wochen mit Brechreiz, und ich verließ kaum die Wohnung, vielleicht besser nur schnellschnell mit Regenhütchen, Schirm oder Kapuze – und bei der Rückkehr an der Hoftür nicht vergessen sie wieder aufzusetzen! Auch taubenfreie Bäume sind gefährlich, denn der Dreck sitzt auf’m Ast und wird vom Niederschlag heruntergespült.

Vor etlichen Wochen lag eine tote Taube unter den geparkten Rädern. Das Taubenpaar, das offenbar auch jedes Jahr aufs Neue das Nest in der Astgabel zum Brüten nutzte, waren nun nicht mehr zu zweit?

Dann, vor etwa zwei Wochen, lag eine weitere tote Taube bei den Fahrrädern. Ich komme also heim und schaue bestürzt und fast mit Schadenfreude auf diese Vogelleiche: Ausgeweidet, aber exakt ausgeweidet am Oberkörper.

Ich gehe ein paar Schritte weiter auf dem Plattenweg und bemerke ein Rascheln unter den Büschen. Sehr plötzlich erkenne ich zwei stolzierende Vögel, eine Taube einer Krähe folgend, im Gänsemarsch, meinen Weg schreitend, begleiten. Ich bleibe stehen, staune und kann dennoch nicht fragen, ob beide die Missetäter sind. Oder nur die Krähe? Diese Rabenvögel sollen Respektvogel sein, zumal mehrfach in der Kastanie als schwarzes Plastikgebilde an langen Strippen aufgehängt, die die Tauben schon vor zehn Jahren aus dem Baum hätten verscheuchen sollen, denn die Plastikattrappen waren das einzige, was man uns als Abhilfe zur Vergrämung zugestanden hat.

Also, Friede und Freude, seit einer Woche ist der Plattenweg im Hof einheitlich flächendeckend moosgrün und klecksfrei. Toi toi toi, aber ohne -lette, bitte!

War das ein Wunder?

Renate Straetling

Renate Straetling

Jg 1955, aufgewachsen in Hessen; ab 1973 Studium an der FU Berlin, Sozialforschung, Projekte und Publikationen.
Selfpublisherin seit 2011 bei epubli.com, u.a. Kinder_SciFi
www.renatestraetling.wordpress.com
Im Wedding seit 2007.
Mein Wedding-Motto:
Unser Wedding: ein großes lebendiges Wimmelbild ernsthafter Menschen!

27 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Ein etwas irritierender Artikel.
    Bezieht er sich auf Stadttauben oder auf Ringeltauben?
    Wir hatten seit März Ringeltauben zu Gast auf unserem Balkon. Direkt auf einem Blumenkasten, noch nicht aktiviert, fingen sie mit dem Nestbau an.
    Von der Eiablage über die wochenlange Fürsorge für das eine Küken ein Stück Natur zu Gast bei uns.
    Am Tag der Flugpremiere hatten die Krähen dem Nestling aufgelauert, … abends lag der Körper ohne Kopf auf der Straße. Es hat wohl einen Kampf zwischen Nestling, Elternvogel und Krähen gegeben.
    Wir waren traurig um das Schicksal.
    Aber bei uns waren es Ringeltauben, die wir gerne begleitet haben.
    Das Poster im Artikel bezieht sich auf Ringeltauben, der Artikel auf Stadttauben oder sind Tauben in der Stadt gemeint?

  2. Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
    Wie die vielen Kommentare und Erläuterungen gezeigt haben, dominiert der Wunsch einer natürlichen
    Lösung des Themas “Stadttauben kacken alles zu, was ist zu tun?”.
    Anbei ein Link, der vorbildliche Lösungsansätze leistet…und vor allem klar zeigt, daß eine vom Menschen
    oktrierte Humanisierung der Tierwelt, komplett am Thema vorbei führt.

    https://www.youtube.com/watch?v=oP-0WI9N0RY

    Die Natur braucht uns Menschen nicht, weder beim “Gutgemeinten:Ich Rette Alle Kackenden Tauben” gegen den
    “Tyrannen Mensch”, noch in anderer Weise.
    Ich plädiere dafür, daß wir Kolkraben, Nebelkrähen und sehr gerne auch unser Wappentier Der Bundesrepublik Deutschland,
    als verbeamte Jäger im Stadtgebiet einstellen.
    Selbstredend gegen Bezahlung…und betreut durch sozial geschulte Ornitholgen und Falkner.

    Allen Menschen:Innen einen schönen Vatertag und gesegnete Himmelfahrt!

  3. Warum verbietet Berlin das Füttern von Tauben nicht, wie viele andere Städte? Alle meine Nachbarn haben Taubenabwehrmaßnahmen auf ihren Balkonen ergriffen, bis auf eine Dame – die die die Tauben regelmäßig füttert. Alle sind die Kotbedeckung leid. Die Maßnahmen gehen von Raubvögelattrappen über Netze bis hin zu im Wind knatternden häßlichen Plasiktüten.
    Und wenn flüssiger Kot ein Merkmal kranker Tauben ist, dann sind in meiner Straße alle Tauben krank.

    • Es gibt in Berlin kein Taubenfütterungsverbot, weil die Um-, Durchsetzung angesichts der hohen Zahl an Fütterern nahezu aussichtslos ist!
      Auch in Limburg – ja, die Stadt, die die Tauben jagen, fangen und töten lassen wollte – gibt es ein solches Verbot! Und auch da hält sich wohl keiner dran – und leider wurde die vorgesehen Aktion ja von militanten Tierschützern derart torpediert, dass sie leider abgeblasen wurde!
      Ergo muss man weiter mit diesen Kreaturen leben, denen die Füße von Ratten abgefressen werden, die sich auf Drahtverbauungen selber aufspießen und die alles um sich herum mit Kot verseuchen.

      • Danke für diese relativierenden Informationen. –
        Ich als Autorin hatte die Hoffnung, dass jemand etwas konktreter
        auf Abhilfe im gesetzichen Rahmen zu diesem sehr konkret
        geschilderten Thema eingeht: Was kann, darf, muss oder sollte man tun,
        wenn diese krankhafte Verschmutzung so lange Jahre anhält?

  4. Oha, da hat die Autorin ja offenbar in ein Wespennest, respektive Taubennest, gestochen.

    Als alteingesessene Stadtbewohnerin kenne ich das Taubendesaster ebenfalls reichlich aus eigener Anschauung. Diese Empörung und die persönlichen Angriffe gegenüber Menschen, die verwahrloste Tauben als Plage und als Ekelfaktor betrachten, sind neueren Datums und scheinen wohl ein Generationenproblem zu sein.

    Zu jenen Zeiten, als die meisten Häuser in Berlin noch unsaniert waren, machten die sich ständig vermehrenden Tauben in Dachböden, Speisekammern und Toiletten mit Hochpodest breit. Nachdem in unserem Klo sogar ein Nest gebaut wurde, vernagelten wir die Fenster und Luken mit Kaninchendraht. Ich denke mit Grausen an diese Zeit zurück.

    Wieso heute Menschen glauben, es sei tierlieb oder artgerecht, mit Brottüten bewaffnet Stadtauben auf Plätzen und in Parks zu füttern, das erschließt sich mir wirklich nicht.

  5. Hallo an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen!
    Also Meine Meinung ist, daß wir vor allem an die Kinder denken sollten!
    Kacke hin oder her, denkt doch mal an die Kinder, Mensch!
    Schönen Feierabend.

  6. Da prallen wirklich Welten aufeinander!
    Was mich jedoch traurig macht, ist, dass in dieser berechtigten Wut über den Schmutz die Taube als Lebewesen oft völlig aus dem Blick gerät. Tauben sind hochintelligente, soziale und extrem loyale Tiere, die sich ihre Lebensumstände in der Stadt nicht ausgesucht haben. Der von Ihnen beschriebene Zustand ist oft das Resultat von falscher Ernährung und fehlenden Rückzugsorten – ein Problem, das wir Menschen verursacht haben.
    Es ist schmerzhaft zu sehen, wie wenig Empathie diesen Tieren entgegengebracht wird, nur weil sie in unserer Architektur stören. Ich setze mich seit zehn Jahren für sie ein, weil sie für mich genauso wertvolle Lebewesen sind wie Singvögel oder Haustiere.
    Meiner Meinung nach steigern solche Berichte nur den Hass auf die Tauben und sind völlig sinnlos! Besonders wenn man sich mit den Tauben und deren Bedürfnisse garnicht auseinandersetzen will!

  7. Der vorliegende Bericht ist ein Paradebeispiel für eine einseitige und leider sehr empathielose Wahrnehmung von Stadttauben. Während die Frustration über Verschmutzung im Wohnumfeld menschlich nachvollziehbar sein mag, basiert die Argumentation auf gravierenden Fehlinformationen und einer erschreckenden Abwertung von Lebewesen.
    1. Die Mär von der „Gefahr“ für Kinder
    Im Text wird suggeriert, Taubenkot stelle eine massive Ansteckungsgefahr für Kleinkinder dar. Wissenschaftlich hält dies keiner Prüfung stand. Das Risiko einer Krankheitsübertragung durch Tauben ist statistisch verschwindend gering und nicht höher als bei Haustieren oder Singvögeln. Hier wird eine unbegründete Hysterie geschürt, um die Ablehnung der Tiere moralisch aufzuwerten.
    2. Die Verleugnung von Tierleid
    Besonders befremdlich ist die Schilderung der „Schadenfreude“ angesichts einer qualvoll verendeten oder getöteten Taube. Tauben sind keine wilden Eindringlinge, sondern verwilderte Haustiere. Ihr ständiges Brüten und ihr Aufenthalt an ungeeigneten Orten sind das Resultat menschlicher Zucht (Brutzwang). Dass ein Tier „ausgeweidet“ unter Fahrrädern liegt, ist kein Grund zur Erleichterung, sondern das Ende eines leidvollen Kampfes um die Existenz in einem feindseligen urbanen Raum.
    3. Fehlinformation zum Kot: Ein menschengemachtes Problem
    Der beschriebene „glitschige“ Dreck ist kein natürlicher Zustand der Vögel. Gesunde Tauben, die artgerechtes Körnerfutter finden, produzieren festen, trockenen Kot. Der flüssige, ätzende „Hungerkot“, über den sich der Bericht beschwert, ist die direkte Folge von falscher Ernährung durch menschliche Abfälle und den Stress der ständigen Vergrämung.
    4. Die Grausamkeit der „Vergrämung“
    Der Text fordert „Vergrämung de luxe“ und ignoriert dabei, dass herkömmliche Methoden (wie Spikes oder Netze) oft zu grausamen Verstümmelungen führen. Die im Text erwähnten Krähen lösen das Problem nicht, sie verschieben nur das Leid. Eine Gesellschaft definiert sich über ihren Umgang mit den Schwächsten – dazu gehören auch Tiere, die wir erst domestiziert und dann als „Dreck“ entsorgt haben.
    Fazit: Eine Haltung, die den Tod eines empfindungsfähigen Wesens mit Erleichterung oder gar Spott quittiert, ist ethisch hochgradig fragwürdig. Statt nach Vernichtung und Vergrämung zu rufen, wäre eine Unterstützung von betreuten Taubenschlägen (Eiertausch gegen Gips) der einzige sachliche und humane Weg. Der Hass auf die „Kleckse“ verstellt hier den Blick auf ein systematisches Tierschutzproblem, das durch Ignoranz nur verschlimmert wird.

    • Freundlicherweise antworte ich nochmals: ich berichtete nicht von gelegentlichem Zusammenkommen mit Haustieren wie Meerschwenchen oder Wellensittichen, sondern von täglichen flächendeckenden und die Mülltonnen unbenutzbar machenenden Belastungen – und dies z e h n Jahre lang täglich. Ich weiß nicht, wie oft Sie täglich aus dem Haus gehen und wiederkehren: das sind wenigstens 2 bis 4 schreckliche Situationen pro Tag, auch für die Kleinkinder, die Laufen lernen müssen und nciht angeschnallt sein möchten.

      Dass der Kot nicht so ansteckend sein soll ist das eine, aber man braucht nur die Figuren am Kölner Dom zu beschauen, die durch die Tauben amorph geworden sind: so ätzend an Stein ist dies bisserl.

      Im übringe habe ich mich nicht über die Teire lustig gemacht, sondern zehn Jahre lang ertrage, was ich unmenschlich fand und zweimal in der Behörde nachgefragt (siehe die anderen Antworten).
      Ich habe die Vögel sehr gern und hier an dieser Stelle auch öfters über die Krähen am Zeppeinplatz in „KIezmomente“ geschrieben.
      Dass man wütend werden kann über so viel Unbillen und Gefahren, und Ohnmacht per Gesetz und Vorschrift, müsste allerdings auch als tierisch-menschlich nachvollziehbar sein.

      • wissenschaftlich erwiesen ist, dass tauben und der Kot für Menschen ungefährlich sind. Stichwort Artenschranke.

        Zum Thema Baustoffe, die TU Darmstadt hat in einer Versuchsreihe den Einfluss von taubenkot auf verschiedene übliche Baustoffe getestet. Beton, Bleche, Sandstein und noch andere leicht Erodierende. Ergebnis keine Schäden am Material.

        Also werden die Tiere artgerecht versorgt und haben normalen Kot, ist das Vorurteil mit den Baustoffen auch hinüber und es müssen neue Schuldige her.

        Man könnte man ergründen wer für sauren Regen verantwortlich ist…

        Übrigens ist auch erwiesen, dass tauben Schwermetale im Gefieder binden, was die Schadstoffbelastung in Städten reduziert.

  8. Es geht ja nicht darum, Tauben zu hassen oder ihnen pauschal einen „Wert“ abzusprechen, sondern darum, dass eine starke Vermehrung von Stadttauben in dicht besiedelten Städten durchaus Probleme mit sich bringen kann – für Menschen, aber oft auch für die Tiere selbst. Dass Menschen die Stadttauben ursprünglich in die Städte gebracht haben, stimmt natürlich. Genau deshalb liegt die Verantwortung aber auch beim Menschen, vernünftige und möglichst tierfreundliche Lösungen zu finden. Dazu gehören auch Dinge wie betreute Taubenschläge mit Eierkontrolle, Fütterungsverbote oder andere Maßnahmen zur kontrollierten Bestandsregulierung.
    Gerade in Berlin entsteht aber oft der Eindruck, dass wenig bis nichts passiert, obwohl das Thema seit Jahren bekannt ist. Selbst Ansätze wie „Verhütungsmittel“ (Ovistop) oder andere Modelle zur kontrollierten Regulierung wurden teilweise wieder gestoppt oder nicht konsequent weiterverfolgt. Gleichzeitig wird weiter gefüttert und die Population wächst weiter an.
    Diese Probleme im städtischen Raum sollten auch in überspitzter Form angesprochen werden dürfen, ohne dass das automatisch bedeutet, Tiere generell abzuwerten.

  9. Ringeltauben sind Wildtiere. Es funktioniert nicht, nicht mal in einer Stadt, alles zu bekämpfen was lebt. Das ist dann auch keine lebenswerte Stadt. Das befürchtete Infektionsrisiko für ihr Kind ist maßlos übertrieben in dem Artikel. Bitte dazu mal genauer informieren bei den offiziellen Instituten. Mir fehlt Neugier ihrerseits. Und Respekt gegenüber anderen Lebewesen. Sie hätten die heranwachsenden Taubenkinder mit ihrem Kind beobachten können. Was für ein Fest hätte das sein können?! Sie könnten den Tauben im Winter artgerechtes Futter anbieten, das verändert ihren Kot, macht ihn fester. Sie können Parteien wählen, die sich für ein notwendiges, stadtweites Taubenmanagement (betreute Taubenachläge) einsetzen.
    Ich möchte den Ruf der Ringeltauben in meinem Hinterhof nicht missen. Klingt für mich nach zu Hause!

    • Danke für Ihre Anteilnahme. Es handelt sich hier in diesem Haus um die Kleinkinder meiner Nachbarn; ich selber hätte dies meinen eigenen (heute erwachsenen) Kleinkindern nicht&niemals zugemutet. –

      Zweimal habe ich lange Telefonate mit der Behörde geführt und währenddessen auch Fotos gesendet, dann, als der dann fast flüssige Taubenkot eindeutig auf Krankheit der Tauben hinwies, was mir seinerseits der Umweltschützer des BA (BA Bezirksamt) sagte. – Da aus dem Foto (definitiv nicht benutzbare Mülleimer) hervorging, wie schwer wiegend das Problem ist, hatte ich erwartet, dass man meine Nachbarschaft und mich wenigstens zur Beratung einläd oder anschreibt.

      Schließlich hätte ich – mangels praktischem Wissen über Tiermedikamente, Tierernährung und Usus vor Ort – es niemals gewagt, irgendetws, auch nur irgendetwas für die Tauben zu *verändern*. –

      Das Taubenproblem war tatsächlich „nur“ im Innenhof (und bemerkenswerterweise nur auf den Gehwegen und nicht da, wo sich der runde Baum auch erstreckte, nämlich auf dem Beet (Baumscheibe), also Erdbodenbereich jenseits der Plattenwege), aber wirklkich großflächig heftig, wie ich glaubte, anschaulich beschrieben zu haben. Innerhalb eines Raumes wie einem Dachboden wäre das Problem handhabbar(er) gewesen.

  10. 5000 Jahre Zucht verschwinden nicht, weil man ein Tier aussetzt. Die Eigenschaften von Stadttauben haben wir Menschen seit dem antiken Babylon genutzt, kultiviert und an gezüchtet.

    • In dem Artikel habe ich implizit eine Frage angesprochen, nämlich die Vorrechte zwischen wohnenden Menschen und sesshaften standorttreuen Tieren, wenn etwas wie die „Kloecke“ der Tiere so sehr daneben liegt wie in diesem Fall, zudem 10 Jahre lang an für 25 Mietparteien alternativlosen Wegen.
      Bisher ist kein Kommentar darauf eingegangen.

      Es müssen Ringeltauben gewesen sein, denn den Fotos nach zu urteilen, die ich über hinweig jeweils Jahre Ende März durch das Küchenfenster in das Geäst „schießen“ konnte, zeigten heftig schnäbelnde Tauben(paar(e)). Ich hoffe, ich habe unwissenderweise keine Taubenpornografie geknipst.

      Gemini belehrt mich soeben, dass Stadttaube kein Fachbegriff ist, und so hatte ich das im Beitrag im Zusammenhang mit dem höchsten verfassungsrechtlichen Schutz der Tiere auch gemeint: Stadttaube (nur) als ein umgangssprachlicher Oberbegriff.

      • in meinem Kommentar auf ihren Artikel, habe ich ihr sehr spezizistische Haltung (wenn sich unbewusst) schon angesprochen.

        Aber kurz zum absprechen der Existenzberechtigung von Lebewesen im Umfeld von Menschen. Die Frage gehört in den Mülleimer der Geschichte. Genau wie Faschismus, Sexismus und sonstiger Blödsinn. Den genau aus solchen Haltungen entstehen Hass und Gewalt. schön wäre, wenn Menschen verstehen würden, dass das kämpfen gegeneinander immer negative Folgen hat. zukunftsfähig ist nur die Gesellschaft, die sich auf ein respektvollen Miteinander versteht und das schließt Tiere mit ein. Ein kleines Dach um den Baum herum hätte es nämlich auch getan.

        • Guten Abend an Alle, auch an die, die nicht gegrüßt werden wollen.
          Die Zukunft und die entsprechende Fähigkeit, diese zu gestalten beruht
          auf die Generation, die diese nicht nur erlebt sondern aktiv gestalten wird.
          Die Kinder, Menschen Kinder, sind es. Und an die sollten wir Alle! mal denken.
          Es könnte alles so einfach sein, ist es aber nicht, da der Mensch sich selbst im Weg steht.
          Denkt Doch Mal Alle An Die Kinder! Manno ist das so schwer?
          Gute Nacht.

  11. Sehr geehrte Renate,

    ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Bei der abgebildeten Haltung gegenüber Tieren? Oder doch eher Tieren? emotionalisiert und basierend auf Vorurteilen geschrieben?

    Der Artikel ist, mit wissen über die Tiere gelesen, bestenfalls einseitig.

    Ja Tauben kacken. genauso wie alle anderen Tiere und auch Menschen. Und genau wie bei allen anderen Lebewesen wird das in Summe zu einem Problem. Aber im Gegensatz zu Menschen haben die Tiere, auch Tauben, keine Alternativen, wie Windeln oder Klos.

    Ich schlage hiermit vor sich erstmal mit dem Thema Tauben aus einander zu setzen und sie und ihr Wesen kennen zu lernen, bevor sie auf Belästigungen reduziert werden.

    by the Way, Stadttauben nisten nicht auf Bäumen. Stadttauben sind über Jahrtausende in Taubentürmen, Taubenschlägen und ähnlichem gezüchtet. einheimische Wildtauben nisten auf Bäumen. Das was du beschrieben hast, hat also nichts mit Stadttauben zu tun. Wahrscheinlich waren es Ringeltauben, die dort im Baum ihre Kinder aufgezogen haben.

    Ich biete mich dazu auch gerne als Gesprächspartner an. Wir können gerne mal eine Runde am Alex oder im Wedding drehen und ich zeige dir die Superkräfte, die Tauben haben. Und das der hinterlassene Kot mehr stummer Hilferuf als Belästigung ist.

    Wenn du also was neues lernen möchtest, melde dich gerne mal.

    frei nach dem Motto erst informieren, dann schreiben.

    Grüße Jan

  12. Hallo Renate,
    deinem Artikel über die „Ratten der Lüfte“ kann ich nur zustimmen!
    Das schlimme an diesen Viechern ist ja ihre „Standorttreue“, die sie auch an die Brut weitergeben!
    Und da man (zumindest offiziell) nichts machen darf, muss man mit den Hinterlassenschaften und den unsäglichen Geräuschen leben! Es seie denn, man schafft es, sie erfolgreich zu vergrämen 🤣.
    Große Freude hatte ich, als eine Möwe eine Taube geschlagen und ausgeweidet hat – bis die Krähen kamen und sich auch an dem Kadaver gütlich taten.
    Nur… die anderen Tauben hat das Ganze völlig kalt gelassen – sind einfach drumrum gelaufen!

  13. I totally agree with, Ben. we brought Pigeons from the cliffs of Spain , to race and eat, they are not wild animals they need us. ok it’s a problem their shitting. I had pigeons in my backyard and with a few days trained them to go into the park by feeding them food. I’m very sorry this is in english

  14. Widerlicher Artikel. Und nicht wegen der Tauben!

    Wie viele Falschinformationen kann man in einem Artikel unterbringen? Wie verachtend kann man sich gegenüber (anderen) Tieren äußern?

    Ganz schwach vom Weddingweiser und auch von dir persönlich, liebe Renate.

    • Hallo Ben, eben habe ich deinen Kommentar selbst freigegeben und möchte dir auch antworten. Ich „anderes Tier“
      hatte 10 Jahre lang Angst vor infektuösen Momenten, also auch vor und nach Corona, und ich habe nicht die Zwille genommen, um mich zu schützen. Darf ich als „anderes Tier“ nicht meine Sorgen über und für mich (und nicht direkt gegen die kranken Tiere namens Tauben) äußern; immerhin ist dies nach GG gestattet.

      • Hallo Renate,

        es tut mir leid, dass du eine Angst vor infektiösen Momenten hast. Diese Angst allerdings auf eine ganze Gruppe von Tieren zu projektieren finde ich persönlich schwierig.
        Artikel wie dieser verstärken den schlechten Ruf von Tauben in unserer Gesellschaft. Das hat oft auch Folgen, wie die Verstümmelung und auch Tötung (teilweiße in Massen) dieser Tiere. Und das alles ohne realen wissenschaftlichen Hintergrund. Einfach nur weil sie die Menschen stören, lästig sind. Und das obwohl es Menschen sind die die Stadttauben in die Stadt gebracht haben.
        Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist, dass du dich im Artikel und auch wieder in deinem Kommentar sehr abfallend über Tauben äußerst („die kranken Tiere namens Tauben“), dich sogar über den Tod der Tiere zu erfreuen scheinst.
        Das dritte ist dass du dich, bevor du den Artikel geschrieben hast, gar nicht über das Thema informiert hast. Und der Artikel nur so vor Fehlinformationen trotzt. Du mixst sogar verschiedene Tierarten. Stadttauben und die (geschützten) Ringeltauben.
        Du darfst gerne deine Meinung mitteilen. Dazu hast du wie gesagt volles Recht. ich darf aber auch meine Meinung dazu sagen. Die sage ich dir auch gerne in einem persönlichen Gespräch.
        Du brauchst dich übrigens gar nicht besonders vor Infektionen durch Tauben sorgen. Zumindestens nicht mehr als bei Hunden oder Katzen. Vielleicht nimmt die das ein wenig Angst.
        Andere Tiere war übrigens nicht abschätzig gemeint. Im Gegenteil. Wir sollten uns meiner Meinung nach als Menschen nur nicht zu sehr gegenüber anderen Tieren erhaben.

        Ich wünsche noch einen schönen Tag. Und hoffentlich ein besseres Gefühl wenn du diesen liebenswerten Tieren das nächste Mal begegnest. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Nicht nur zufällig gut

MastodonWeddingweiser auf Mastodon
@[email protected]

Wedding, der Newsletter. 1 x pro Woche



nachoben

Auch interessant?