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Neue Beweidungsform im Wedding:
Mähen war gestern: Schafe grasen im Volkspark Rehberge

Ein Spaziergang durch den Volkspark Rehberge kann in diesem Sommer eine kleine Überraschung bereithalten.

Zwischen weiten Wiesen, alten Baumreihen und den geschwungenen Wegen taucht plötzlich eine Szene auf, die man hier nicht unbedingt erwartet: Eine Herde weißer und schwarzer Schafe zieht ruhig über das Gras, hebt hier und da den Kopf, während sie sich ihren Weg durch die Fläche frisst. Für einen Moment wirkt der Park wie aus der Stadt herausgelöst.

Was wie ein idyllischer Zufall erscheint, ist Teil eines gezielten Projekts. Seit dem 23. April setzt der Bezirk Mitte im Volkspark Rehberge erstmals auf Schafe als natürliche Grünpfleger. Das zunächst auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt bringt Gotlandschafe auf ausgewählte, mit mobilen Zäunen abgegrenzte Wiesenflächen, um dort die Pflege zu übernehmen. Statt die Flächen regelmäßig maschinell zu mähen, sollen Tiere die Vegetation strukturieren und damit langfristig zu mehr Vielfalt beitragen.

Im Unterschied zur klassischen Mahd fressen die Schafe nicht alles gleichmäßig ab, sondern wählen bestimmte Pflanzen aus und lassen andere stehen. Dadurch entsteht ein abwechslungsreiches Mosaik aus kürzeren und höheren Bereichen, das zahlreichen Tierarten zugutekommt. Gerade Insekten, aber auch Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere profitieren von dieser Strukturvielfalt, weil sie unterschiedliche Rückzugsräume und Nahrungsquellen vorfinden. Gleichzeitig verläuft die Beweidung deutlich schonender, da die Tiere langsam und ohne schwere Technik über die Flächen ziehen.

Das Projekt wird vom Umwelt- und Naturschutzamt begleitet. Die Wiesen sind in die Zonen Bürgerwiese, Catcherwiese, Wiese am Friedhof und Wiese am Dohnagestell unterteilt, die abwechselnd 7 bis 14 Tage beweidet werden und anschließend wieder 8 Wochen ruhen können. So bleibt der Park weiterhin zugänglich und nutzbar, während sich die Natur in den Pausen regeneriert. Die Schafe werden voraussichtlich von Frühjahr bis in den Herbst hinein im Einsatz sein, abhängig von Wetter und Vegetationsentwicklung.

Zum Einsatz kommen Gotlandschafe, eine robuste und genügsame Rasse, die auch mit karger Nahrung gut zurechtkommt. Gerade diese Eigenschaften machen sie für die Landschaftspflege geeignet, denn sie kommen mit den Bedingungen im Park gut zurecht und benötigen keine intensive Betreuung. Damit es den Tieren gut geht, ist es wichtig, dass Besucher sie nicht füttern und Hunde in ihrer Nähe angeleint werden. Die Tiere sollen möglichst ungestört „arbeiten“ können.

Es geht aus Sicht des Bezirks darum, Natur und Stadt stärker miteinander zu verzahnen und neue Wege in der Pflege urbaner Grünflächen zu gehen. Die Schafe sind dabei nicht nur Helfer, sondern verändern auch den Blick der Besucher:innen auf den Park selbst. Wo zuvor gleichmäßig gemähte Flächen dominierten, entstehen nun lebendige, sich wandelnde Landschaften, die sich im Laufe der Saison sichtbar verändern.

Wer die Tiere aus der Nähe erleben möchte, muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein – und plötzlich steht man mitten im Wedding vor einer kleinen Herde, die den Park auf ihre ganz eigene Weise verändert.

Mehr Infos auf der Seite des Bezirksamts

Fragen zum Projekt während der Woche unter: 0172 4583985

Bei Unregelmäßigkeiten an den Weidetieren oder den Weideeinrichtungen:
Weidetelefon für den Notfall: 0174 6790902

Joachim Faust

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

5 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Schön juten Abend
    zu später Stunde noch keen Kommentar…

    Zu Absatz 3 oben im Artikel…

    Seit Vonovia/DW von Quick City viel zuoft den Rasen mähen lässt, sind die Insekten, Schmetterlinge, Bienen selbst Kreuzspinne die im Herbst auf meinem Balkon sich ihr Netz spinnt nahe zu verschwunden… als es jetzt nach dem 2-tägigen Regen der Rasen gerade mal 3cm hochstand, sind die Mähfahrzeuge drüber gerast, das es nach dem mähen genauso wie vorher aus sah…
    Vielleicht sollten auch hier in der Siedlung sich die Schafe um die Mahd kümmern, dann klappt’s auch wieder mit den Insekten….

    zu schön um wahr zu sein:)))

    steinfreien restlichen 1.Mai

    • Tach’chen

      hab mir heut die Hacken abjelatscht inne Rehberje, jede Wiese anjekieckt… hab nur Schafe mit zwee Beene jesehn, also machen die Viecher wohl grade Pause …

      na denne

      • Alle diese Wiesen hast Dir anjekiekt? Nicht nur Rehberje, sondern auch die Wiesen am Dohnagestell mit den mehren Friedhöfen am Plötzensee?
        Der Weddingweiser schreibt: „… in die Zonen Bürgerwiese, Catcherwiese, Wiese am Friedhof und Wiese am Dohnagestell unterteilt, die abwechselnd 7 bis 14 Tage beweidet werden und anschließend wieder 8 Wochen ruhen können.“

          • Am Wochenende sind die Schafe im Gehege bei den Mufflons. Wegen der Sicherheit und so. Steht auf der Internetseite des Bezirksamtes. Also einfach mal unter der Woche versuchen ;).

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