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Straßenumbenennungen im Wedding:
Ausstellung macht koloniale Vergangenheit sichtbar

25. September 2025
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Wege des Erinnerns“ eröffnet am 25. September im Wedding

Ein Straßenschild mit durchgestrichenem Nachtigalplatz, daneben die neu angebrachte Tafel Manga-Bell-Platz – dieses Bild aus dem Afrikanischen Viertel steht sinnbildlich für einen jahrelangen Konflikt um Berlins koloniale Straßennamen. Zwar wurden 2022 und 2024 mehrere Straßen umbenannt, doch oft fehlten begleitende Erklärungen, weshalb die alten Namen nicht mehr tragbar waren und wofür die neuen Namensgeber:innen stehen.

Mit der Ausstellung Wege des Erinnerns kommt nun Bewegung in die Debatte: Ab dem 25. September werden sieben Gedenkstelen im Wedding installiert, die ein Jahr lang sichtbar bleiben. Vier Stelen erinnern im Afrikanischen Viertel an die neuen Namen Manga-Bell-Platz, Anna-Mungunda-Allee, Maji-Maji-Allee und Cornelius-Fredericks-Straße. Drei weitere Stelen an den sogenannten „Asiatisch-Pazifischen Straßen“ – am Pekinger Platz, an der Kiautschoustraße und an der Samoastraße – erläutern den kolonialen Kontext und ergänzen antikoloniale Perspektiven.

„Postkoloniales Erinnern bedeutet, vielfältige Geschichten ernst zu nehmen und bisher unerzählte Perspektiven anzuerkennen“, sagt Dr. Ibou Diop, Leiter des Teams Erinnerungsort Kolonialismus am Stadtmuseum Berlin, das die Ausstellung im Rahmen von „Dekoloniale – Was bleibt?!“ umgesetzt hat.

Foto: Moritz Weber

Programm zur Eröffnung am 25. September:

  • 11:00 Uhr: Enthüllung der Cornelius-Fredericks-Stele (Cornelius-Fredericks-Straße/Ecke Kongo-Straße)
  • 12:00 Uhr: Rundgang mit Kimiko Suda und Mnyaka Sururu Mboro
  • 14:00 Uhr: Empfang bei Each One Teach One e.V. (Togostraße 76)
  • 15:00 Uhr: Impuls zur Umbenennungsbewegung mit Marianne Ballé Moudoumbou und Josephine Apraku
  • 15:30 Uhr: Lesung von Sharon Dodua Otoo, Musik: The Swag
  • 16:15 Uhr: Buchpräsentation „Dekoloniale Erinnerungskultur in der Stadt“
  • 17:00 Uhr: Performance von Melanelle B. C. Hémêfa, Musik: The Swag
  • 17:30 Uhr: Musikalischer Ausklang

Mit der Ausstellung wird der öffentliche Raum selbst zum Lern- und Erinnerungsort. Sie macht deutlich, dass Berlins Straßennamen nicht nur Orientierung geben – sondern auch Geschichtsbilder transportieren.

weddingweiserredaktion

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Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

6 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Sicherlich war die Einrichtung der deutschen Schutzgebiete zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus heutiger Sicht problematisch!
    Dennoch halte ich es für erwähnenswert, dass Qingdao (Ex-Kiautschou) heute als moderne Hafenstadt mit guter Infrastruktur gilt, deren Grundstein im deutschen Pachtgebiet gelegt wurde.

  2. Die Einrichtung der Stelen finde ich gut. Damit bleiben die Umbenennungen der Straßen nicht mehr nur symbolische Akte. Auch wurde es Zeit, dass Pekinger Platz, Kiautschou- und Samoastraße kontextualisiert werden. Darum Daumen hoch!

  3. Guten Abend an Alle, inklusive derer, die nicht angesprochen werden wollen!
    Vielleicht wäre es bedenkswert, derer zu erinnern, die das Gebiet des heutigen Berlin vor allem selbst einst bewohnten
    und besiedelten?
    Ich meine namentlich die Hafelslawen (Hefeller) und Sprewanen.Genau diese hatten Bezug zu unserer Heimat.
    Sorry, aber welchen Bezug haben die im Artikel genannten Länder, Völker und Personen außer der nicht selbst gewählten
    Namens Verwendung? Die Gründe und Motive mögen ehrenswert sein, gehen am Thema komplett vorbei.
    Der heutige Zeitgeist propagiert gerne, und zu Recht wie ich meine, bezug zur Region.Gerne auch Produkte und Dienstleistungen,
    welche aus der Region stammen.Gleiches sollte für die Wahl von Straßennamen gelten.
    Von hier – Für hier, und wir lieben Jeden und Alle.Gerne auch von “Woanders her”.

  4. Haha, super, dass Berlin mal wieder den Kopf über den Tellerrand hat und an seine Kolonialvergangenheit denkt! Klingt nach einer spannenden Ausstellung. Ich finds aber gut, dass man jetzt auch die neuen Straßen offiziell feiert, statt nur den alten Namen zu durchstreichen. Wichtig ist ja, dass man sich auch die anderen Viertel nicht vergisst – auch die „Asiatisch-Pazifischen Straßen sollten mal was davon bekommen. Aber Achtung: Die Stelen dürfen ja nicht zu schwer werden, sonst brechen sie beim nächsten Windhauch! 😉 Und wer weiß, vielleicht kommt ja bald noch eine Ausstellung, die erklärt, wofür die Namen der Straßen im Kiez ursprünglich standen – also zur Zeit, als hier alles noch „normal war. Langsam wird man hier zum Historiker!

  5. Haha, super, dass Berlin auch im Wedding mal wieder den Kopf über den Tellerrand hat und an seine Kolonialvergangenheit denkt! Klingt nach einer spannenden Ausstellung. Ich finds aber gut, dass man jetzt auch die neuen Straßen offiziell feiert, statt nur den alten Namen zu durchstreichen. Wichtig ist ja, dass man sich auch die anderen Viertel nicht vergisst – auch die „Asiatisch-Pazifischen Straßen sollten mal was davon bekommen. Aber Achtung: Die Stelen dürfen ja nicht zu schwer werden, sonst brechen sie beim nächsten Windhauch! 😉 Und wer weiß, vielleicht kommt ja bald noch eine Ausstellung, die erklärt, wofür die Namen der Straßen im Kiez ursprünglich standen – also zur Zeit, als hier alles noch „normal war. Langsam wird man hier zum Historiker!

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