Das preisgekrönte Rathausumfeld gefällt nicht jedem

Fußweg
Der Fußweg zwischen Lesegarten und Bibliothek

Die Neugestaltung des Platzes am Elise-und-Otto-Hampel-Weg („Rathausumfeld Wedding“) hat eine Auszeichnung in der Kategorie „Landschaftsarchitektur im Detail“ des Landschaftsarchitekturpreises 2019 des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) erhalten. Die Gestaltung des Platzes gefällt aber nicht allen Weddingern.

Die preisgekrönten Entwürfe wurden von Sofia Petersen und Moritz Schloten vom Büro „Annabau“ entwickelt, die dabei auf Wünsche und Anregungen von Anwohnern und Anrainern des Platzes eingingen. Im Vergleich zum alten, verwilderten, grünen Park ist die neue Platzanlage übersichtlich, mit viel Stein und Kies recht nüchtern gestaltet und insgesamt funktional gehalten. Uns erreichte jetzt eine Leserzuschrift einer Weddingerin, die sich verwundert zeigt, dass das Rathausumfeld nun auch noch diesen Preis erhalten hat.

Landschaftsarchitekturpreis „ein Witz“

Eine Lampe aus Beton
Betonelemente stellen Leselampen dar

„Vor ein paar Wochen konnte man in der Zeitschrift „Ecke Müllerstraße“ lesen, dass der „Lesegarten“ am neugestalteten Platz vor der Schiller-Bibliothek mit dem ersten Preis des Bundes deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) 2019 ausgezeichnet wurde. Nein, das ist kein Witz, sondern Realität.Ich habe dann beim bdla nachgefragt, ob mir jemand erklären kann, wie es zu dieser Wahl gekommen ist und habe erfahren, dass ein unabhängiges elfköpfiges Expertengremium diese Entscheidung getroffen hat und der bdla diese Entscheidung akzeptiert. Wer dieses Gremium ist, habe ich noch nicht erfahren.

Auch der Preisträger „Annabau“ hat mir auf meine Frage, wie sie sich diese Entscheidung erklären, bis jetzt noch nicht geantwortet. Inzwischen blickt man vom U 6-Bahnsteig am Leopoldplatz Richtung Alt-Mariendorf auf eine große Werbetafel mit Foto des Lesegartens und der Schrift „Chillen vor der Schillerbibliothek“ – anscheinend gespendet von verschiedenen Einrichtungen, welche, kann ich bei der kleinen Schrift nicht lesen. Nur: Ich wohne hier und muss mir jeden Tag diesen neu gestalteten „Garten“ anschauen. Nun bin ich schon etwas älter, vielleicht versteht man ja unter Garten heute Beton und Kies. Das Bienensterben wird betrauert und das war ’s dann, wie auf einer Beerdigung eben. Nicht mal auf der „Liegewiese“, verkehrsgünstig an der Genter Straße gelegen, kann ich mich entspannen, sie ist immer noch eingezäunt. Aber wer will da schon liegen, lieber auf den Runge-Bänken. Vielleicht sollte ich  dankbar sein, dass der Platz jetzt von der Müllerstraße zur Genter Straße perfekt zu überblicken ist, wegen der Sicherheit, da muss man Kompromisse machen.

Lesegarten und Rathaushochhaus
Betonbänke bilden den Lesegarten

Übrigens: Die Firmen Rinn-Beton und Runge-Bänke sind Sponsoren vom bdla, vielleicht gehören sie zum obengenannten Expertengremium und wollen sich mit dem Preis bedanken bei Annabau, ich weiß es nicht. Schaut Euch das Ganze mal an, setzt Euch in den Lesegarten…. „

Susanne Ringel

Website des Geschäftsstraßenmanagements


2 Kommentare
  1. Mir gefällt es ehrlich gesagt gut! Der Bereich ist übersichtlich, es gibt viele Bänke und die Leselampen sehen gerade nachts toll aus durch die verschiededen Farben. Das Wichtigste ist doch, dass der Platz angenommen wird von der Bevölkerung – und genau den Eindruck hab ich. Jetzt muss nur noch der Zaun weg…

  2. Über Geschmack kann man streiten. Ich war positiv überrascht über die Blühstreifen mit u.a. Mohn, Kornblumen…

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