Flying Roaster nun mit eigenem Kaffeeladen

Flying Roasters
Flying Roasters Kaffeeladen in der Hochstraße 34. Foto: Andrei Schnell

15 Tonnen Kaffee kauft das Kollektiv Flying Roasters pro Jahr ein. Bislang wurden die daraus gerösteten Mischungen in einem Hinterhof in der Hochstraße verkauft. Nun hat Flying Roasters im Vorderhaus in der Hochstraße 34 einen eigenen Kaffeeladen eröffnet. Wer sich lieber beliefern lässt, der kann weiterhin online bestellen. Der Kaffeeladen bietet auch genügend Platz für Cuppings und Barista-Workshops.

Im August 2018 hat der Kaffeeladen eröffnet. „Den Laden erst einmal zu etablieren“, ist das Ziel, wie ein Mitglied des Kollektivs bei einem Vorortbesuch erklärt. Und auf der Webseite heißt es: „Wir werden mutig und wagen uns aus unserem Berliner Hinterhof auf die andere Straßenseite und eröffnen dort einen Kaffeeladen.“

Kaffeeladen – ein wenig Café

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Käufer können auch eine Croissantpause im Kaffeeladen einlegen. Foto: Andrei Schnell

Geöffnet hat der Laden lediglich montags bis freitags von 14 bis 18 Uhr. Große Unternehmen mit Mitarbeitern, die am Nachmittag kurz Luft schnappen wollen und deshalb auf einen kleinen Schwarzen vorbei springen, gibt es es nicht in der Nähe. Auch Laufkundschaft, die kurzentschlossen einen Stopp einlegen, ist in der Hochstraße eher wenig zu erwarten. Für ein Café ist die Adresse etwas abseits, dennoch steht ein Sessel zum Verweilen bereit.

Der Name Kaffeeladen verrät, dass es hier nicht ein weiteres Weddinger Café eröffnet hat. Gezielt kommen Käufer  mit dem Rad vorbei, um einige Tüten Kaffeeröstungen zu kaufen.  Hummingbird, Pintail oder Firefinch heißen diese und werden offenbar auf Vorrat gekauft. Die zur Auswahl stehenden Mischungen sind an einer Wand auf einem großen Holzregal aufgereiht.

Die Einrichtung des Kaffeeladens lädt durchaus zu so etwas ein, was früher Kaffee und Kuchen um vier genannt wurde. Neben Kaffee in allen Arten – was sonst? – gibt es auch süße Backwaren; also Croissants, Brownies und Geschwister.

In einem hinteren Raum ist eine Anrichte vorbereitet, an der alles Nötige für Kaffeekurse aufgebaut ist. Die Flying Roasters bieten sechs Weiterbildungen an, die vom Baristakurs über den Home Brewing Workshop bis zum Sensorikkurs reichen.

Kollektiv

Flying Roasters sind unter den Weddinger Kaffeemeistern etwas besonderes, weil sie sich selbst nicht als Businessleute verstehen, sondern als Kollektiv. Demokratie im Betrieb gehört zur Arbeitsweise genauso dazu wie alternative Wege im Kaffeehandel. Das Kollektiv handelt Kaffee „direkt, solidarisch, fair, gerecht bezahlt und mit ausgezeichneten Qualitäten“ wie es im Transparenzbericht heißt. Dieser wird einmal pro Jahr veröffentlicht. Er legt den Mindestpreis für die Kaffeebauern offen und erklärt, was direkter und fairer Handel bedeutet. So wird verständlich, warum der Röster Flying Roasters mehr ist als ein Alibi- und Wohlfühllabel für den halbkritischen Konsumenten.

Flying Roasters Kaffeeladen, Hochstraße 34, Öffnungszeiten: aktuell Mo-Fr von 14 bis 18 Uhr

Online-Shop: www.flyingroasters.de mit Transparenzbericht und Liste der belieferten Cafés
Ältere Berichte über Flying Roasters auf dem Weddingweiser: Kaffeerösterei aus dem Wedding (Mai 2015) und Kaffeetrinker sieht durch (Januar 2017)

Autorenfoto Andrei Schnell


Andrei Schnell findet den Kaffeeladen von Flying Rosters gemütlich.

 

 

 

 


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