Kolonie Wedding: Kunst hinter Schaufenstern

Kata Unger (links) und Susanne Schulze Jungheim vor den Büroräumen des Kolonie Wedding e.V. in der Soldiner Straße.
Kata Unger (links) und Susanne Schulze Jungheim vor den Büroräumen des Kolonie Wedding e. V. in der Soldiner Straße.

Mit einem Netzwerk von über 30 Projekt- und Ausstellungsräumen ist die Kolonie Wedding über die Landesgrenzen hinaus in der Kunstszene bekannt und geschätzt.

Im Soldiner Kiez wird nicht einfach ziellos gelaufen, hier machen wir Hörspaziergänge mit Audioguide durch spannende Hinterhöfe, wir gehen auf Kräuterwanderungen und lernen dort Geheimnisse für die Küche kennen. Und wir flanieren einmal im Monat durch etwa 30 Projekträume und sehen uns die dort entstandenen Kunstobjekte an. Organisiert werden die Touren, die am letzten Freitag und Sonntag im Monat stattfinden, vom Kolonie Wedding e. V.

„Diese Termine sind eine fantastische Möglichkeit, mit den Ausstellern und Betreibern der Projekträume ins Gespräch zu kommen“, erläutert Kata Unger, die im Vorstand des Vereins sitzt. „Außerdem würde man einige Ausstellungs- und Experimentierstücke sonst so schnell nicht zu Gesicht bekommen – zumal in dieser Fülle“, fügt sie stolz hinzu.

Das Cover des aktuellen Kiezmagazins „Soldiner“.

Seit 2001 gibt es das Projekt, das drei Jahre später zur Institution, zum Verein Kolonie Wedding e. V. wurde. In Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement bietet die Wohnungsbaugesellschaft degewo zu einem günstigen Mietpreis Räume an, die in den Schaufenstern von der Straße aus sichtbar sind. Leerstehende Geschäfte werden so zu einem Kunst- und Kulturangebot, das im Kiez bislang fehlte. Jetzt bietet der Verein nichtkommerziellen Betreibern von Kunstprojekträumen die Möglichkeit eines mittlerweile umfassenden Netzwerks.

„Betreiber können Künstler, aber auch Kuratoren sein“, erklärt Susanne Schulze-Jungheim, ebenfalls im Vorstand der Kolonie Wedding. Kata Unger fügt hinzu „Kuratoren können ihren im Kiez befindlichen Raum Künstlern als Arbeits- und Ausstellungsraum zur Verfügung stellen.“ Durch dieses Konzept entsteht ein reger Austausch und eine bunte Internationalität, wobei auch die Themen komplett frei sind – nur unkommerziell muss die Arbeit eben sein. Die Kreativität und das Schaffen stehen im Vordergrund.

Die Ergebnisse können sich alle Interessierten, ob aus dem Kiez oder weit gereist, also zeigen lassen und selbst erkunden. Ein ganz besonderer Spaziergang – mit monatlich wechselnden Erlebnissen.  Weitere Informationen und den Flyer gibt es im Internet unter www.kolonie-wedding.de.

Dieser Text wurde uns vom Kiezmagazin „Soldiner“ zur Verfügung gestellt, in dessen neuester Ausgabe “Kultur & mehr” er veröffentlicht wurde. Foto und Text stammen von Simone Lindow.

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