„Eiscafé Kibo“: Alles mit einem Augenzwinkern…

Das hat dem Afrikanischen Viertel gerade noch gefehlt. Ein Eiscafé, wo es auch noch selbstgebackenen Kuchen und exzellenten Kaffee gibt.

Kibo Transvaalstr.Vielerorts sind Eiscafés nach den schneebedeckten Dolomiten benannt. „Hier im Afrikanischen Viertel passt das doch nicht“, sagte sich Ramona Groth-Toia. Sie hat die ehemalige Gaststätte in einen schicken, zugleich minimalistischen Wohlfühlort verwandelt, der nach dem Kilimandscharo, Afrikas höchstem Berg – in der Landessprache „Kibo“ – benannt ist.

Die 33-jährige Wirtschaftsinformatikerin wohnt mit ihrem Mann ganz in der Nähe und weiß daher genau, dass im ruhigen, etwas unscheinbaren Kiez ein vernünftiges Café fehlte. Im Wedding gibt es zwar schon einige Oasen, aber sicherlich noch nicht in jedem Viertel „Es wäre schön, wenn es uns gelingt, auch im Afrikanischen Viertel etwas Schönes zu schaffen“, hofft Peter Groth. Der studierte Germanist stammt aus dem Ruhrgebiet und hat zehn Jahre im rumänischen Siebenbürgen gelebt, wo er seine Frau kennengelernt hat. Schließlich hat es die beiden nach Deutschland verschlagen. In der Elternzeit kam Ramona Groth-Toia die Idee, es mit einer eigenen Firma zu versuchen. „Ich habe Seminare besucht und gelernt, nur aus natürlichen Zutaten Speiseeis herzustellen“, erzählt sie und zeigt mit großem Stolz die neue Eismaschine. Bis zu 17 Sorten gleichzeitig finden sich im Sortiment – von Joghurt-Holunder bis zu Butterkeks-Eis. Ramona Groth-Toia weiß: das Eis muss sich durch die bessere Qualität unterscheiden, wenn das Café in der Transvaalstraße ein Erfolg werden soll.

Eismaschine KiboDie Eis- und Kuchenkarte bildet jedenfalls die bunte Vielfalt des Wedding ab – die meisten Eiskreationen tragen hintergründige Namen wie „Alba Neagra“ – das ist das rumänische Wort für das kriminelle Hütchenspiel. „Oder Matrimonio“; sagt Peter Groth lachend, „das ist italienisch für Hochzeit, also Wedding!“ Lustig, aber nicht banal – alles soll mit einem Augenzwinkern zu verstehen sein. Die Einbeziehung des Fremden passt zum Viertel, glaubt das deutsch-rumänische Paar: „Hier haben die meisten doch eine Herkunft aus anderen Ländern“, glaubt Peter Groth. „Hier leben Menschen jedweder Couleur – das ist im wörtlichen Sinne zu verstehen“, sagt Peter Groth. Was vielleicht ein rumänisches Element für diese internationale Mischung sein könnte? „Die Lebenslust“, glauben die beiden Cafébetreiber, „ein Klischee, das für Rumänien jedenfalls zutrifft.“ Und so soll das Café sommers wie winters belebt sein – beispielsweise kann sich Ramona Groth-Toja vorstellen, dass Lesungen stattfinden. Und in der kalten Jahreszeit könnte es Schokofondue geben.

Kibo Team Ramona und Peter GrothNicht dick auftragen soll die Gestaltung des Innenraums mit zurückhaltenden, zugleich schicken Farben. Ein wenig Urbanität und ein Stück mehr Lebensqualität für ein Fast-Nur-Wohnviertel – allein schon wegen des guten Eises lohnt der Weg ins „Eiscafé Kibo“ ganz in der Nähe des Volksparks Rehberge.

Eiscafé Kibo

tgl. 10-20 Uhr

Transvaalstr. 13

13351 Berlin

12 comments

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  5. eimaeckel

    Das Café Kibo ist ein Lichtblick im Kiez. Wie sehr habe ich hier eine richtige Eisdiele und einen Ort vermisst, an dem man sich treffen und verabreden kann. Ich schleppe alle meine Besucher hier her und alle waren von dem Eis sehr angetan. Und Ramonas Lebensfreude ist wirklich ansteckend 😉

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  11. Noga

    Vielen Dank für den Tipp. Ich war gestern da und fand das Eis sehr lecker. Die Eisbecher sind wie im Stil der späten siebziger Jahre (im Westen). Die Betreiberin ist sehr freundlich. Ich war sicher nicht zum letzten Mal dort.

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