Zukunft für Stephanus als Kiezkirche denkbar

Auf dem Platz vor der Stephanuskirche im Soldiner Kiez Foto: Hensel
Foto: Hen­sel

Die evan­ge­li­sche Kir­chen­ge­mein­de an der Pan­ke ist bereit, die Ste­pha­nu­s­kir­che für den Kiez zu öff­nen. Pfar­re­rin Vero­ni­ka Kröt­ke spricht von einer denk­ba­ren „Umnut­zung des Kir­chen­ge­bäu­des“. Die Gemein­de hat vor, Part­ner für das Haus zu suchen. „Ziel ist, nicht allein Trä­ge­rin zu sein“, sagt Vero­ni­ka Kröt­ke. Par­al­lel hat der Quar­tiers­rat einen Brief zur Unter­stüt­zung die­ser Idee ver­öf­fent­licht, der in die­sem Arti­kel wei­ter unten ver­linkt ist.

In Fördertopf aufgenommen

Stephanuskirche
Net­ze am Turm der Ste­pha­nu­sk­ri­che. Foto: And­rei Schnell

Der Gemein­de reicht es, das Haus mit­nut­zen zu kön­nen, „zum Bei­spiel Weih­nach­ten oder zu ande­ren Gele­gen­hei­ten“. Kon­kret möch­te die Pfar­re­rin nicht wer­den. Details soll durch Ver­hand­lun­gen mit mög­li­chen Part­nern geklärt wer­den. Mit dem Rück­zug könn­te der Weg frei wer­den für eine finan­zi­el­le Unter­stüt­zung bei der drin­gend not­wen­di­gen Sanie­rung der Kir­che. Im letz­ten Jahr ist es der Gemein­de gelun­gen, in einen För­der­topf des Bun­des auf­ge­nom­men zu wer­den. Als Grün­der­zeit­kir­che könn­te die Ste­pha­nu­s­kir­che meh­re­re Mil­lio­nen Euro vom Bund erhal­ten. Das Geld steht aus­drück­lich für nament­lich genann­te Kir­chen bereit. Aller­dings kön­nen die­se Gel­der nur abge­ru­fen wer­den, wenn das Land Ber­lin bereit ist, eben­falls Geld in die Hand zu neh­men. Die Gemein­de kann die feh­len­de Sum­me von 5,5 Mil­lio­nen Euro nicht allein auf­brin­gen. Als Vor­leis­tung hat die Kir­che aber bereits ein Sanie­rungs­kon­zept erstel­len las­sen, das fer­tig vor­liegt. Nun sol­len über Öffent­lich­keits­ar­beit geeig­ne­te und inter­es­sier­te Part­ner auf die Kir­che auf­merk­sam gemacht wer­den. „Wir in der Gemein­de begrei­fen die Situa­ti­on als Chan­ce, die Kir­che im Sin­nes des Kiezes umzu­nut­zen und neu aus­zu­rich­ten“, sagt Vero­ni­ke Kröt­ke. Sie spricht von einer Kiez­kir­che. Die Beto­nung liegt dabei weni­ger auf Kir­che als auf Kiez. Das Kir­chen­ge­bäu­de soll künf­tig je nach Part­ner neu als Kul­tur- oder Nach­bar- oder Ver­an­stal­tungs­zen­trum genutzt werden.

Stephanuskirche
Muss saniert wer­den. Foto: A. Schnell

Die Plä­ne in der Öffent­lich­keit bekannt machen will auch der Quar­tiers­rat im Sol­di­ner Kiez. Der Quar­tiers­rat ist ein Gre­mi­um, in dem sich Anwoh­ner für Stadt­teil­in­ter­es­sen ein­set­zen kön­nen. Die­ser Rat hat ein Papier ver­öf­fent­licht, in dem die Mit­glie­der erklä­ren, die Idee einer „Kiez­kir­che“ zu unter­stüt­zen. „Wir sind davon über­zeugt, dass ein zen­tra­ler Ort zur kon­fes­si­ons­frei­en und inter­re­li­giö­sen sowie inter­kul­tu­rel­len Begeg­nung im Sol­di­ner Kiez fehlt“, heißt es in der Erklä­rung. „Kiez­kir­che als Kiezan­ker“ steht als Idee für einen Ver­an­stal­tungs­raum, der drin­gend benö­tigt wird.

Aktu­ell ist die Ste­pha­nu­s­kir­che in einem schlech­ten Zustand, die Gemein­de spannt Net­ze auf, um den Geh­weg zu schüt­zen. Stei­ne am Haus sind locker, ein Her­ab­fal­len ist denk­bar. Die Zahl von 11 Mil­lio­nen Euro als Kos­ten für eine Sanie­rung steht im Raum.

Der Quar­tiers­rat im Sol­di­ner Kiez, ein Gre­mi­um für akti­ve Bür­ger, hat  einen Brief ver­fasst mit der Über­schrift “Unter­stüt­zung der Trans­for­ma­ti­on. Ste­pha­nu­s­kir­che – Kiez­kir­che”. Dar­in heißt es: “Wird unse­re Kir­che jetzt als Denk­mal erhal­ten, kann mit der anschlie­ßen­den Öff­nung mit­ten im Her­zen des Kiezes ein Ort der Zusam­men­kunft und Nach­bar­schaft ent­ste­hen.” Der voll­stän­di­ge Brief ist hier verlinkt.

Logo Weddinger Allgemeine ZeitungDer Text stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung, der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell. Wir dan­ken dem RAZ-Ver­lag.

 

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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