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Wie die Omas for Future aktiv für die Enkelgeneration sind:
„Wir gingen voran und gehen weiter mit“

19. November 2025

Die Babyboomer, die nun in Altersrente gehen, haben ein Großteil der Umweltbewegungen auf die Beine gestellt und sich gegen Klimawandel und für soziale Gerechtigkeit positioniert. Warum sollte man dieses Thema nicht mitnehmen in die Altersjahre und die reifen und weisen Erfahrungen aus dem Leben und der Politik an die Enkelkindergeneration weitergeben, und zwar gemeinsam?

Diese Aufgabe hat Cordula Weimann, eine Leipzigerin, die im Jahr 2019 Omas for Future parallel zu Fridays for Future gründete, in die Tat umgesetzt und eine Bewegung im Sinne der nachhaltigen Entwicklung für die Enkelgenerationen auf den Weg gebracht und damit eine intergenerationelle Perspektive in dieser Bewegung gestärkt. Immerhin sind die Generation 50plus mehr als die Hälfte der WählerInnen in Deutschland.

Katharina Dietze organisiert die Berliner Gruppen der Omas for Future. Ich führte mit ihr ein Gespräch über die Vorhaben und Ideen der Berliner Omas und vor allem auch deren neues Kinderbuch „Oma. Erzähl mir von der Zukunft“ für den bundesdeutschen Vorlesetag am 21. November.

Foto pixabay

Frau Dietze, wie viele Omas for Future-Gruppen sind in Berlin aktiv?

Es gibt berlinweit 150 Personen bei den Omas for Future. In Berlin-Mitte sind es 15 Personen, wir arbeiten alle zusammen und wachsen weiter.

Wie finden Sie zusammen und wie teilen Sie?

Wir kommen einmal im Monat in Kreuzberg im Plenum zusammen. Wir haben einige fachliche Arbeitsgruppen, die sich zwischendurch treffen.

Wie kann man eine neue Gruppe, z. B. im Wedding gründen?

Bisher haben wir unsere Gruppen innerhalb Berlins nicht regionalisiert. Eine engagierte Oma würde zuerst zu unserem Monatstreffen kommen und sich schlau machen, wie wir erfolgreich in den Kiezen
wirken können. Ein erster Schritt ist , z. B. einen Klimatisch im Wedding. Wir besprechen dann weitere Details und unterstützen.

In dem Fernsehinterview auf rbb Der Tag aus vergangenem Oktober, das Sie zusammen mit Cordula Weimann, der Gründerin führten, fragte man Sie beide, wie viele Enkelkinder Sie denn selbst haben.

Das war ein bisschen lustig, weil mein mittlerweile zur Welt gekommenes siebentes Enkelkind unterwegs war und Frau Weimann und ich nun „die Fußballmannschaft zusammenbekommen haben“, nach der wir von der Moderatorin befragt wurden, denn Frau Weimann hat auch vier Enkelkinder.

Ich habe das Glück, dass ich alle Aufgaben, meine Enkel, die vorwiegend in Berlin leben, meine berufliche Tätigkeit und mein Oma-Engagement gut schaffe.

Wie entwickelten sich die Aktivitäten der Omas for Future seit 2019?

Wir sind sehr aktiv in über 100 Orten in Deutschland und zeigen unser Engagement bei vielen Gelegenheiten. So nehmen wir an allen wichtigen Demos teil und vor allem unserem OMA-Herz mit der Weltkarte, das unser Anliegen sehr einprägsam und emotional ausdrückt, macht uns sichtbar und beliebt.
Stadtweit sind wir bei allen übergeordneten Veranstaltungen dabei, z. B. bei den Berliner Seniorenwochen oder beim Tag der Demokratie, wir nehmen an Stadtteilfesten teil, teilweise auch mit den Omas gegen rechts.

Geben Sie auch Indoor-Veranstaltungen?

Ja, viele sogar! Wir haben ein Zukunftsquiz für 8 bis 88, das sehr informativ ist und für Senior*innen und Schüler*innen gut geeignet. Wir spielen dies überall. Man kann das Quiz analog und digital spielen.

Außerdem geben wir Vorträge „So schön kann Berlin werden“ wie letztlich im Pop-Up der Amerika-Gedenkbibliothek, wir bilden Scouts for Future an weiterführenden Schulen aus und führen eigene Veranstaltungen durch wie das Zukunftsquiz, haben Kontakte zu Konfirmand*innen und Pfadfinder*innen, bilden Scouts for Future an weiterführenden Schulen aus.

Was ist der Schwerpunkt bei Ihren vielen Aktivitäten?

Unser Schwerpunkt ist es, Umsetzung zu ermöglichen und Freude auf morgen zu machen! Besonders die leicht verständliche Erläuterung und Umsetzung des Wissens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) prägt unsere Arbeit und vor allem Menschen selbstwirksam ins Handeln zu bringen und das mit viel Spaß und einem großen Zusammenhalt.

Sie sagen, dass Sie sich als privilegiert ansehen, im Norden der Erde zu leben, aber einen Beitrag zum Ausgleich zwischen (reichem) Nord und (armem) Süden geben möchten, und den Generationenvertrag auch auf soziales Engagement und nicht nur auf die eigene Familienarbeit bezogen sehen möchten

Ja, es geht darum, die Jugend bei ihren Zielen zu unterstützen und ihr Gehör zu verschaffen. Die Welt also zukünftig lebenswerter zu erhalten.

Mit unserer Selbstwirksamkeitsliste kann man sofort überprüfen, wie man selber in seinem Leben beitragen kann, sofort bis zu 30% Reduktion des CO2 zu bewerkstelligen. Mit dieser Liste kann man direkt ins Handeln kommen.

Wie und wo sehen Sie Ihre lokalpolitischen Aktivitäten in Berlin?

Wir möchten eine stärkere Zusammenarbeit mit den Bezirksverordnetenversammlungen erreichen.

Haben Sie neue Ziele oder Themen?

Wir wollen uns in Zukunft stärker mit unseren Enkeln „verbandeln“! Wir möchten wegkommen von den Schilderungen von Schaden, Misslingen und Defiziten. In Zukunft werden wir daher mehr Geschichten über ein gesundes und glückliches Leben auf unserem Planeten erzählen.

Oh ja! Dazu haben Omas for Future gemeinsam ein Kinderbuch verfasst, das zum bundesweiten Vorlesetag am 21. November 2025 zum Einsatz kommen wird.

Wir möchten an diesem Tag deutschlandweit 50.000 Kinder erreichen. Auf unserer Webseite haben wir einen Zähler, der online aufführt, wie weit wir schon sind: wir haben schon fast 100 Orte reserviert und möchten bei diesen Kinderlesungen den Enkeln Lust auf das Morgen machen

Gern kann sich jede Person selbst online anmelden oder auch über mich koordinieren; dann gibt es auch das Buch „Oma. Erzähl mir von der Zukunft“ für alle Vorleser*innen vorab in der Softcover-Ausgabe!

Wir suchen für die Zukunftslesungen Mitstreiter*innen in Mitte und in Wedding.

Ich wünsche gutes Gelingen und danke Ihnen für das Gespräch!

Fotos: Katharina Dietze

Links und Hinweise

www.omasforfuture.de

Regionalgruppen

Infomaterial

www.omasforfuture.de/infomaterial/

Das Buch von Cordula Weimann: Handeln. Aus Liebe zum Leben

www.scorpio-verlag.de/Buecher/549/OmasforFuture.html

Bundesweiter Vorlesetag am 21. November 2025

www.vorlesetag.de

Leseprobe zum Kinderbuch der Omas for Future

www.omasforfuture.de/vorlesetag/kinderbuch-leseprobe/

Oma. Erzähl mir von der Zukunft“

Das fix und fertige Buch erhalten die angemeldeten

Vorlesenden Mitte November als Softcover-Ausgabe.

Renate Straetling

Renate Straetling

Jg 1955, aufgewachsen in Hessen; ab 1973 Studium an der FU Berlin, Sozialforschung, Projekte und Publikationen.
Selfpublisherin seit 2011 bei epubli.com, u.a. Kinder_SciFi
www.renatestraetling.wordpress.com
Im Wedding seit 2007.
Mein Wedding-Motto:
Unser Wedding: ein großes lebendiges Wimmelbild ernsthafter Menschen!

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