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Temporäre Spielstraßen:
Wenn Kinder wieder auf der Straße spielen können

Den Platz auf der Straße neu verteilen, ein Thema, das die Gemüter im Wedding erhitzt. Temporäre Spielstraßen sind da eine Idee, um an einzelnen Tagen zu demonstrieren, was alles möglich sein könnte.

Spielstraße mit Kindern
Foto: Oli­wia Nowakowska

Wer vor vie­len Jahr­zehn­ten in der Stadt oder auf dem Land groß­ge­wor­den ist, kennt es: Gespielt wur­de grund­sätz­lich auf der Stra­ße. Eltern über­lie­ßen ihre Kin­der weit­ge­hend sich selbst – zumin­dest der Auto­ver­kehr spiel­te oft kei­ne gro­ße Rol­le und galt nicht als Gefahr. Heu­te kommt die­ses Lebens­ge­fühl zumin­dest stun­den­wei­se in unse­re Stra­ßen zurück. Denn seit Anfang Juni wer­den im Sol­di­ner Kiez und im Nord­bahn­vier­tel unter dem Mot­to “Alles rollt!” regel­mä­ßig Stra­ßen­ab­schnit­te für Kin­der abge­sperrt. Dabei wer­den Auto­stra­ßen zu tem­po­rä­ren Spiel­stra­ßen umfunktioniert.

Fleyer: Temporäre Spielstraße

Im Namen der Stif­tung FREIZEIT wer­den seit Anfang Juni regel­mä­ßig Stra­ßen­ab­schnit­te für Kin­der abge­sperrt. Dabei ent­ste­hen tem­po­rä­re Spiel­stra­ßen als Real­la­bo­re für nach­hal­ti­ge Mobi­li­tät. An die­sen Nach­mit­ta­gen wird gespielt, gebaut, gechillt, gequas­selt, geträumt und die Kin­der und Anwoh­nen­den wer­den die Stra­ße mit ihren Ideen erobern.

Der Grund­ge­dan­ke der Spiel­stra­ßen ist es, mehr Auf­ent­halts­qua­li­tät durch Eigen­in­itia­ti­ve der Nach­bar­schaft zu schaf­fen, denn die hohe Ver­kehrs­be­las­tung durch den indi­vi­du­el­len PKW-Ver­kehr wird durch die Bewohner*innen als nega­ti­ver Fak­tor emp­fun­den. Auf der ande­ren Sei­te ist es auch nicht immer leicht, einen Park­platz zu fin­den. Gleich­zei­tig sol­len die tem­po­rä­ren Spiel­stra­ßen Anre­gun­gen für eine nach­hal­ti­ge und indi­vi­du­el­le Mobi­li­tät bieten.

Mit ver­schie­de­nen Gegen­stän­den auf Rol­len ist auf den Spiel­stra­ßen eine „Ideen­cloud“ unter­wegs und sam­melt die Anre­gun­gen der Bewohner*innen für zukünf­ti­ge neu­ge­schaf­fe­ne urba­ne Orte. Gäs­te und Kiezakteur:innen mit Exper­ti­se zum The­ma „Nach­hal­ti­ge Mobi­li­tät“ bie­ten offe­ne Dis­kus­sio­nen über die Mobi­li­täts­wen­de im Kiez an. Durch die Nach­bar­schafts­pro­jek­te kann eine ganz neue Stra­ßen­nut­zung ent­ste­hen und den Platz zwi­schen Men­schen mit und ohne Autos neu verteilen.

Am 10. Juni fand bereits die ers­te Akti­on mit einer tem­po­rä­ren Spiel­stra­ße in der Kat­te­gat­stra­ße statt. Auf einem mar­kier­ten Fahr­rad­par­cours konn­ten Neu­gie­ri­ge zwi­schen über­ra­schen­den Ver­kehrs­zei­chen fahr­tech­ni­sche Auf­ga­ben über Ram­pen, Sla­lom- und Rüt­tel­ab­schnit­te absol­vie­ren. Die mobi­le Fahr­rad­werk­statt prüf­te Fahr­rä­der auf ihre Ver­kehrs­si­cher­heit und half bei Reparaturen.

Spielstraße mit Kindern
Foto: Oli­wia Nowakowska

Wei­te­re geplan­te tem­po­rä­re Spielstraßentermine:

Kat­te­gat­stra­ße: 26. August von 14:00 bis 17:00
Zech­li­ner Stra­ße: 17. Juni und 2. Sep­tem­ber von 14:00 bis 17:00 Uhr

Biesen­ta­ler Stra­ße: 10.Juli und 22. Sep­tem­ber von 16:00 bis 21:00

weddingweiserredaktion

Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

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