Weddingwoche #23: Kulturstecherei

Strandbad am Plötzensee
Das Strand­bad am Plöt­zen­see, im Bild (und hof­fent­lich nur dort) rechts.

Eigent­lich, Wed­ding, soll­te vom 14. bis 16. Juni ein latein­ame­ri­ka­ni­sches Kul­tur­fes­ti­val im Strand­bad Plöt­zen­see statt­fin­den. Statt mit Mes­ser­ste­che­rei­en woll­test du aus­nahms­wei­se mal mit Kul­tur in die ber­lin­wei­ten Nach­rich­ten. Aber dann ent­sprach doch wie­der alles dem Kli­schee, es war mal wie­der Ram­bazam­ba, mal wie­der Crime Time im Wed­ding: Mit­ar­bei­ter des Fes­ti­vals sol­len ras­sis­tisch beschimpft, der Ver­an­stal­ter von einem Bekann­ten des Strand­ba­des bedroht und ver­prü­gelt wor­den sein. Stimmt nicht, sagt der Betrei­ber des Bades und erhebt sei­ner­seits Vor­wür­fe gegen den Ver­an­stal­ter. Was Genau­es weiß man nicht, nur, dass das Fes­ti­val ohne­hin nicht hät­te statt­fin­den kön­nen, weil es vom Bau­amt Mit­te nicht geneh­migt wur­de. Das hät­te man zumin­dest ahnen kön­nen, und spä­tes­tens hier ent­steht der Ein­druck, das Gan­ze sei von Anfang an als Maß­nah­me für unter­be­schäf­tig­te Rechts­an­wäl­te geplant wor­den. Aber obwohl sie auf der Schwel­le zur Lach­num­mer steht, bleibt die­se wil­de Geschich­te trotz­dem ein Trau­er­spiel. Ach Wed­ding, mag sein, dass in dei­nem Strand­bad ein paar ras­sis­ti­sche Lachs­na­cken unter Ver­trag sind, oder dass jemand dein Böse-Buben-Image nur als Vor­wand miss­braucht. Wir wis­sen es nicht. Aber kannst du künf­tig ver­su­chen, wenigs­tens mit Kul­tur­ver­an­stal­tun­gen das zu machen, was ande­re auch damit machen? Näm­lich posi­ti­ve Schlag­zei­len. Wir wären dir sehr verbunden. 

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