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Was wir über die neue S‑Bahn zum Hauptbahnhof wissen

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Aktua­li­siert: Las­sen wir mal alle Pro­ble­me beim Bau der als S 21 / City-S-Bahn S 15 bezeich­ne­ten neu­en S‑Bahn-Linie außen vor, die zu Pla­nungs­än­de­run­gen, Bau­zeit­ver­län­ge­run­gen und pro­vi­so­ri­schen Zwi­schen­lö­sun­gen geführt haben. Der Bau schrei­tet jetzt jeden­falls wei­ter vor­an und wir kön­nen uns auf eine neue S‑Bahn-Ver­bin­dung zwi­schen Gesund­brun­nen und dem Haupt­bahn­hof freu­en. Die­se wird am Ende eine gute Mil­li­ar­de Euro gekos­tet haben und Ende 2022 ver­öff­net werden. 

Sie hat nur Kurzzüge

Am Haupt­bahn­hof wird es nur einen pro­vi­so­ri­schen kur­zen Bahn­steig unter der Inva­li­den­stra­ße geben. Daher kön­nen nur Vier-Wagen-Züge (Kurz­zü­ge) ein­ge­setzt wer­den, die dort begin­nen und über den Bahn­hof Wed­ding zum Bahn­hof Gesund­brun­nen füh­ren. Die­ser klei­ne Shut­tle-Betrieb wird even­tu­ell als „City-S-Bahn“ bezeich­net, wie die Linie bahn­in­tern schon genannt wird. Sinn­voll wird die Linie sowie­so erst, wenn sie über den Haupt­bahn­hof hin­aus geführt wird.

Sie fährt durch Tunnel und über Brücken

Mit einem bereits heu­te schon vor­han­de­nen Tun­nel­ab­schnitt, über den die Stre­cke aus der Ring­bahn aus­fä­delt, und der neu­en Brü­cke über den Ber­lin-Span­dau­er-Schif­fahrts­ka­nal erhält die neue S‑Bahn eine weit­hin sicht­ba­re und stadt­bild­prä­gen­de Wir­kung. Vom Tun­nel­aus­gang auf Stra­ßen­ni­veau auf Höhe der Tege­ler Stra­ße steigt die Stre­cke an und unter­quert die Fern­bahn­brü­cke, indem sie durch eine eigens dafür frei­ge­las­se­ne Lücke im Brü­cken­pfei­ler geführt wird. Dort beginnt die neue S‑Bahn-Brü­cke, auf der die S‑Bahn selbst über den Kanal, das Fried­rich-Krau­se-Ufer und die Per­le­ber­ger Stra­ße fährt. Am Rand der zukünf­ti­gen Euro­pa­ci­ty an der Hei­de­stra­ße taucht die auf­ge­stän­der­te Stre­cke lang­sam auf einer Ram­pe ab und ver­schwin­det kurz vor der Min­na-Cau­er-Stra­ße in ihrem eige­nen Tun­nel, wo die pro­vi­so­ri­sche End­sta­ti­on „Haupt­bahn­hof“ liegt.

Sie ist nur so halb fertig

Der ursprüng­lich vor­ge­se­he­ne Bahn­hof, wei­ter süd­lich direkt neben dem U 5‑Bahnsteig Haupt­bahn­hof, muss noch mit gro­ßem Auf­wand umge­baut wer­den, damit die Stre­cke spä­ter auch in Rich­tung Pots­da­mer Platz und Gleis­drei­eck ver­län­gert wer­den kann und somit ihren eigent­li­chen Ver­kehrs­wert ent­fal­tet. Die Ent­schei­dung, wie der Reichs­tag umfah­ren wird (näm­lich mit zwei Röh­ren west­lich und öst­lich), ist im Janu­ar 2020 end­gül­tig gefal­len. Rich­tig sinn­voll wird die Stre­cke erst, wenn sie wie geplant ab den 2030er-Jah­ren bis zum Pots­da­mer Platz führt und eine zwei­te Nord-Süd-Ver­bin­dung der S‑Bahn wird.

Sie brettert durch

Ein an der Per­le­ber­ger Stra­ße vor­ge­se­he­ner Bahn­hof wur­de zunächst ein­ge­spart. Da die Kos­ten-Nut­zen-Ana­ly­se aktua­li­siert wur­de, gilt die­se noch zu bau­en­de Sta­ti­on in einem sich schnell ent­wi­ckeln­den Gebiet als sinnvoll.

Sie zwingt uns zum Umdenken

Bei der Stra­ßen­füh­rung gibt es neue Wege: Die Stra­ße Nord­ufer wur­de neu bis bis zur Fenn­stra­ße geführt und wegen der S‑Bahn-Brü­cke teil­wei­se in einen Trog tie­fer­ge­legt. Die süd­li­che Tege­ler Stra­ße ist seit Anfang Dezem­ber 2019 nicht mehr durch­gän­gig befahr­bar: Sie wur­de bei­der­seits der Brü­cke zu zwei Sack­gas­sen, da die neue S‑Bahn – von der Brü­cke kom­mend und in einen Tun­nel fah­rend – die Tege­ler Stra­ße schneidet.

Sie verbindet uns besser

Auf jeden Fall ermög­licht die vier Kilo­me­ter lan­ge Stre­cke (geplan­te Lini­en­num­mer ist jetzt S 15) eine neue umstei­ge­freie Anbin­dung an den Haupt­bahn­hof für alle, die nahe am S‑Bahnhof Wed­ding arbei­ten oder woh­nen. Vom Gesund­brun­nen aus gibt es bereits heu­te schon direk­te Regio­nal­bahn­ver­bin­dun­gen zum Haupt­bahn­hof, die umstei­ge­freie S‑Bahn-Ver­bin­dung käme dann noch als Ver­bes­se­rung hin­zu. Sie wür­de mit nur 4 Wagen im 10-Minu­ten-Takt erfolgen.

weddingweiserredaktion

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4 Comments

  1. Gibt es eigent­lich Infor­ma­tio­nen zum Schall­schutz in der Tege­ler Stra­ße? Wie kann man sich das denn vor­stel­len, mit der eben­erdi­gen S‑Bahn? Oder wird das ein Tunnel?

  2. Ich weiß, es ist das Kon­zept des Wed­ding­wei­sers, nur über die guten Sei­ten des Wed­din zu berich­ten. Aber die Durch­tren­nung der Tege­ler-Stra­ße macht den gan­zen Spren­gel-Kietz zu einer Enkla­ve, die, wie damals durch die Mau­er von der Innen­stadt abge­schnit­ten ist. Wer nicht gera­de mit der S‑Bahn unter­wegs ist, hat nur die Alter­na­ti­ve über die Mül­ler­stra­ße. Und das der Fern­rad­weg R1 hier durch­trennt wird, ist auch kein Grund zur Freude.

    • Hal­lo eimaeckel, wir berich­ten schon län­ger nicht mehr nur über die schö­nen Sei­ten des Wed­ding. Die­ses Mal haben wir aber beschlos­sen, es mal posi­tiv zu betrach­ten. Aber man kann das durch­aus kri­tisch sehen mit der S21. Inso­fern dan­ke für Dei­nen Kom­men­tar, den ich als sinn­vol­le Ergän­zung betrach­te. Domi­ni­que, Weddingweiserin

    • Nach mei­nem Emp­fin­den ist der Ver­kehr durch die „Schleich­weg­fah­rer“ im Bereich Samoastr. deut­lich mehr geworden.
      Vor allem im Bereich des Pekin­ger Platz (Spielplatz!)/Kreuzung Kiautschous­tr. wird ohne Rück­sicht durchgerast!
      Hier müss­te drin­gend Abhil­fe geschaf­fen werden!

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