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Ein Weddinger Widerständler:
Vor 110 Jahren geboren: Hans Coppi

25. Januar 2026
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Am 25. Januar 2026 jährt sich der Geburtstag von Hans Coppi zum 110. Mal. Geboren wurde er am 25. Januar 1916 in der Hochstraße im damaligen Stadtteil Gesundbrunnen, der wenige Jahre später Teil des Bezirks Wedding wurde. Seine Mutter Frieda Coppi (geb. Schön, 1884–1961) war Schneiderin, sein Vater Robert Coppi (1882–1960) Maler, spezialisiert auf Lackschliff und Vergoldung. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Hans Coppi im Kiez: Er besuchte die Volksschule in der Böttgerstraße, das Lessing-Gymnasium in der Pankstraße und von 1929 bis 1932 die reformpädagogisch geprägte Schule auf der Insel Scharfenberg in Tegel.

Schon als Jugendlicher schloss sich Hans Coppi dem illegaliserten Kommunistischen Jugendverband an. Auch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten blieb er aktiv und beteiligte sich an der Verbreitung regimekritischer Flugblätter. 1933 wurde er gemeinsam mit weiteren Gruppenmitgliedern verhaftet. Nach kurzer Inhaftierung im KZ Oranienburg folgte eine Verurteilung zu einem Jahr Gefängnis. Im Februar 1935 wurde Coppi aus der Jugendstrafanstalt Plötzensee entlassen.

Nach seiner Haft kehrte er in den Freundes- und Diskussionskreis ehemaliger Scharfenberger Schüler zurück und setzte seine illegale politische Arbeit fort. Er arbeitete als Dreher, bildete sich in Abendkursen im technischen Zeichnen weiter und knüpfte um 1939/40 über Bekannte Kontakte zur Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen. Dieses Netzwerk wurde später von der Gestapo unter dem Fahndungsnamen „Rote Kapelle“ verfolgt.

Auch Hilde Coppi, Hans Coppis Ehefrau, war Teil des Widerstands. Sie arbeitete als Bürokraft bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte und beteiligte sich an konspirativen Aktivitäten, bis sie verhaftet wurde. Das Paar hatte 1941 geheiratet. Im September 1942 nahm die Gestapo beide fest. Trotz der Haft brachte Hilde Coppi am 27. November 1942 im Frauengefängnis Barnimstraße ihren Sohn Hans zur Welt.

Das Reichskriegsgericht verurteilte Hans und Hilde Coppi wegen „Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Feindbegünstigung und Spionage“ zum Tode. Hans Coppi wurde am 22. Dezember 1942 in der Hinrichtungsstätte Plötzensee ermordet. Hilde Coppi folgte ihm am 5. August 1943 – wie mehr als 60 weitere Angehörige des Widerstandsnetzwerks.

Das Leben und Schicksal von Hans und Hilde Coppi wurde jüngst im Spielfilm In Liebe, Eure Hilde (Regie: Andreas Dresen) aufgegriffen. Der Jahrestag erinnert damit nicht nur an zwei zentrale Figuren des Widerstands, sondern auch an einen Teil Weddinger Geschichte, der bis heute nachwirkt.

Im Frühjahr 2026 erscheint zudem im Verlag Wedding-Bücher das Buch Annäherung an meine Eltern Hans und Hilde Coppi. Autor ist der Historiker Hans Coppi jr., der Sohn von Hans und Hilde Coppi. In dem Band setzt er sich in eigenen Texten mit dem Leben und dem Widerstand seiner Eltern auseinander, mit dem Netzwerk der sogenannten „Rote Kapelle“ sowie mit seiner persönlichen Situation in der DDR, die er unter anderem im Text „Mein Leben im Tod meiner Eltern“ beschreibt.

Ein zentraler Bestandteil des Buches sind außerdem die erhaltenen Briefe, die Hans und Hilde Coppi während ihrer Haft geschrieben haben. Viele dieser Dokumente werden darin erstmals oder erstmals in größerem Umfang veröffentlicht. Herausgegeben wird der Band von Geertje Andresen. Das Vorwort stammt von Johannes Tuchel, der bis Ende 2025 Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin war.

weddingweiserredaktion

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6 Comments Schreibe einen Kommentar

    • In einem Unrechtsstaat gibt es kein Recht. Wenn es kein „legal“ gibt, gibt es auch kein „illegal“.
      Illegal beschreibt einen Rechtsstatus. Illegalisiert (oder auch „verboten“) beschreibt das willkürliche Handeln der Diktatur, weil es als Partizip (Verb) das Handeln beschreibt und nicht als adjektiv den vermeintlich korrekten Zustand.

  1. Ein weiteres literarisches Denkmal wurde Hans Coppi im Buch „Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss gesetzt. Mit sehr eindrucksvollen Schilderungen der Lebensverhältnisse in den Weddinger Mietskasernen.

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