Vergessene Orte zerstörter Vielfalt im Wedding

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Der Wed­ding scheint das The­men­jahr „Zer­stör­te Viel­falt“ (1933 / 1938 / 1945)  anläss­lich des 80. Jah­res­ta­ges der Macht­über­nah­me der Natio­nal­so­zia­li­si­ten zu ver­schla­fen. Das jeden­falls ist das Ergeb­nis, zu dem man kom­men muss, wenn man sich das Pro­gramm zu die­sem Erin­ne­rungs­jahr durch­schaut. Denn vor Ort scheint es kaum Initia­ti­ven zu geben, die sich mit den Ereig­nis­sen zwi­schen 1933 und 1945 befas­sen. Das ist vor allem im Wed­ding erstaun­lich. Die hier seit Jahr­zehn­ten regie­ren­de SPD müss­te doch den Wunsch ver­spü­ren,  jun­gen Men­schen die Zer­stö­rung der Demo­kra­tie nahe zu brin­gen. So wur­de von den Natio­nal­so­zia­lis­ten nur weni­ge Kilo­me­ter von Ber­lin ent­fernt das Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Sach­sen­hau­sen für jenes Rote Ber­lin ein­ge­rich­tet, für das der Wed­ding steht.

Radtour führt zu historischen Schauplätzen

Der Wed­ding­wei­ser, das Kiez­Kul­tur­Netz und die Kul­tur-Tou­ren im Wed­ding laden am Sams­tag, den 9. März um 14:00 Uhr zu einer kos­ten­lo­sen Fahr­rad­tour zu den „Ver­ges­se­nen Orten Zer­stör­ter Viel­falt im Wed­ding“. Start­punkt ist die Prin­zen­al­lee 33 in 13359 Berlin.
Die Tour führt vorbei.…
  • am „Wil­den KZ Glas­kas­ten“ in der Prin­zen­al­lee 33
  • an den „Pha­russ­sä­len“ (Hof der Mül­ler­stra­ße 143), dem bedeu­tends­ten Orte der Arbei­ter­be­we­gung im Wedding
  • auf dem Fried­hof See­stra­ße, auf dem nach dem Zwei­ten Welt­krieg über 280 Men­schen beer­digt wor­den sind, die u.a. im Gefäng­nis Plöt­zen­see von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ermor­det wor­den waren.
  • am hin­te­ren Teil des Leo­pold­plat­zes, auf dem sich in den 1920 er Jah­ren eine reform­päd­ago­gi­sche Lebens­ge­mein­schafts­schu­le befand. Hier rich­te­te die spä­ter von den Natio­nal­so­zia­lis­ten ermor­de­te Cla­ra Grün­wald einen ers­ten Montesso­ri-Kin­der­gar­ten ein.

Über die Umbe­nen­nung der Trom­sö­er Stra­ße am U‑Bhf. Oslo­er Stra­ße ist bis heu­te nicht ein­mal nach­ge­dacht wor­den. Die Stra­ße erhielt im Jah­re 1940 den Namen der nor­we­gi­schen Stadt, unmit­tel­bar nach­dem die Deut­schen im Zweiten
Welt­krieg dort ein­mar­schiert waren.

Ein Anmel­dung zur Tour wird emp­foh­len unter: w‑kultour@web.de
Betei­ligt sind: Kul­tur Tou­ren im Wed­ding (Eber­hard Elfert): Unter dem Namen „Kul­tur­tou­ren im Wed­ding“ wur­den in den letz­ten zwei Jah­re Fahr­rad­tou­ren zu den Sta­tio­nen des Wed­ding Kul­tur­fes­ti­vals orga­ni­siert; Kiez­Kul­tur­Netz: Das Kiez­Kul­tur­Netz för­dert die Aus­ein­an­der­set­zung der Bewoh­ner mit der Kul­tur und der Geschich­te im Sol­di­ner Kiez.  Der Wed­ding­wei­ser unter­stützt die Tour als ein Medienpartner.

Termin:

Samstag, 9. März

14.00 Uhr

Prinzenallee 33 (Glaskasten)

 

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

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