Unicorn: Büronomaden nutzen alte Post

Ein Postamt, heute ohne Postfiliale...
Post­amt in der Gericht­stra­ße. Foto: Weddingweiser

Der Schreib­tisch­ver­mie­ter Uni­corn ist in die Gericht­stra­ße gezo­gen. Dort heißt es nun: Schreib­ti­sche statt Brief­mar­ken. Im his­to­ri­schen Post­amt in der Gericht­stra­ße 51 ver­mie­tet das Unter­neh­men Uni­corn zahl­rei­che Cowor­king-Schreib­ti­sche. Cowor­king heißt auf deutsch Zusam­men­ar­beit und beschreibt eine rela­tiv unge­bun­de­ne Mög­lich­keit für jun­ge oder klei­ne Fir­men, Büro­räu­me anzumieten. 

Bildschirmarbeit im Unicorn. Foto: Andrei Schnell.
Bild­schirm­ar­beit im Uni­corn. Foto: And­rei Schnell.

Gemie­tet wer­den Büros oder Schreib­ti­sche zum Bei­spiel pro Monat. Je nach Bedarf kön­nen Tische kurz­fris­tig hin­zu- und abbe­stellt wer­den. Büro­no­ma­den könn­te man die nen­nen, die hier zeit­wei­se arbei­ten. Uni­corn wirbt damit, dass eine „Baris­ta Kaf­fee Flat­rate“ inklu­si­ve ist. Außer­dem ent­hält die Monats­pau­scha­le Topf­pflan­zen, Dru­cker und leis­tungs­fä­hi­ges Inter­net. In der Gerichts­stra­ße ver­mie­tet Uni­corn 300 Tische in 35 unter­schied­lich gro­ßen Büros. Dafür nutzt Uni­corn eine Eta­ge in der ehe­ma­li­gen Post.

Ein Raum für Coworking und kreative Ideen. Foto: Happylab
Ein Cowor­king-Raum Foto: Happylab

Die Uni­corn Ber­lin WEM GmbH ist ein Unter­neh­men mit Sitz im Wed­ding in der Gus­tav-Mey­er-Allee. Die Gesell­schaf­ter sind unter ande­rem Geschäfts­füh­rer Flo­ri­an Kosak und Inves­tor Masoud Kama­li. Das 2015 gegrün­de­te Unter­neh­men hat aktu­ell 63 Mit­ar­bei­ter und zwölf Stand­or­te in Ber­lin. Hin­zu kom­men fünf wei­te­re in Deutsch­land und zwei in Lis­sa­bon. „Unser Fokus liegt auf voll­aus­ge­stat­te­ten Team­bü­ros mit fle­xi­blen Ver­trä­gen und Ser­vices zu fai­ren Prei­sen“, wie ein Pres­se­spre­cher sagt.

Im Wed­ding gibt es bereits zahl­rei­che ähn­li­cher Büro-WGs für Frei­be­ruf­ler und star­ten­de Jung­fir­men. Mit dem Tuech­tig in den Osram­hö­fen gibt es einen bar­rie­re­frei­en Co-Working-Space, das Ahoy!Berlin im Brun­nen­vier­tel ist mit 4.500 Qua­drat­me­tern rela­tiv groß, die Spott Box in der See­stra­ße rich­tet sich an Krea­ti­ve, in den Ufer­hal­len kann man Schreib­ti­sche in der Alten Kan­ti­ne mie­ten und das CU-Office in der Gen­ter Stra­ße will Abfall ver­rin­gern. Manch­mal kön­nen Schreib­ti­sche stun­den­wei­se, andern­orts tage­wei­se oder monats­wei­se gebucht werden.

Das alte Post­amt N 65 in der Gericht­stra­ße 50/51 steht unter Denk­mal­schutz. Es wur­de von 1926 bis 1928 von Post­bau­rat Wilhl­elm Tiet­ze gebaut. Es ist ein Bei­spiel für den Stil der Neu­en Sach­lich­keit. „Wil­helm Tiet­ze gelang es, allein mit Back­stein und Ter­ra­kot­ta eine aus­drucks­star­ke, sub­til durch­dach­te Reli­ef­fas­sa­de zu schaf­fen“, heißt es in der Denk­mal­lis­te des Lan­des Berlin.

Logo Weddinger Allgemeine ZeitungDer Text stammt aus der Wed­din­ger All­ge­mei­nen Zei­tung, der gedruck­ten Zei­tung für den Wed­ding. Geschrie­ben wur­de er von And­rei Schnell. Wir dan­ken dem RAZ-Ver­lag.

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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