Über Statistiken und das Gefühl am Leopoldplatz

Kiezspaziergang auf dem Leopoldplatz
Beim Kiezspaziergang auf dem Leopoldplatz am Montag (24.8.). Foto: Susanne Fischer

Der Leopoldplatz stand im Zentrum des Kiezspaziergangs am Montag (24.8.). 25 Aktive, die sich auf und rund um den Leopoldplatz engagieren, kamen dabei miteinander und mit Innensenator Andreas Geisel und Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel ins Gespräch. Das Motto der Veranstaltung: Das gute Miteinander auf dem Leopoldplatz. Auch das Quartiersmanagement Pankstraße hat an der Veranstaltung teilgenommen und vertrat die Interessen der Anwohner des Quartiers.

Ziel der Veranstaltung, die von der Abgeordneten Maja Lasic und der SPD Wedding organisiert wurde, war es, den Blick auf ein besonderes Phänomen zu richten. „Es gibt einen krassen Unterschied zwischen dem, wie sich der Leopoldplatz in den Statistiken verhält und dem, wie wir und viele Bewohnerinnen und Bewohner ihn wahrnehmen“, erklärt Maja Lasic. Während sich vor allem die Kriminalitätsstatistik sich immer weiter verbessert habe und der Leopoldplatz seit 2018 offiziell nicht mehr als kriminalitätsbelasteter Ort gelte, hätten sich die Probleme verlagert. „Wie die Aktiven berichteten, haben wir die Konflikte jetzt in den Hauseingängen rund um den Leo“, sagt Maja Lasic. Daher plädiert sie dafür, den Leopoldplatz nicht isoliert zu betrachten. Nötig sei eine gesamtstädtische Strategie, ein Konzept für den Umgang mit Drogenkonsum und Drogenkriminialität.

Am Beispiel des Leopoldplatzes wolle sich die Politik jetzt anschauen, wie sich Probleme verlagern und wie das in die umliegenden Kieze hinein wirkt. „Wir haben uns am Leopoldplatz gegen die Verdrängung entschieden. Wenn wir die Szene verdrängen würden, hätten wir sie später am Bahnhof Osloer Straße. Das hilft uns nicht. Die Lösung ist etwas schwieriger und langwieriger“, sagt Maja Lasic. Vorgegangen werde nach dem Prinzip „Repression und Prävention“. Nicht alle Akteure im Kiez unterstützen diesen Kurs. Gerade die Anwohner interessiert vor allem die Situation auf dem Leopoldplatz. Was beispielsweise im Tiergarten geschieht, ist für sie zweitrangig.

Innensenator Andreas Geisel, die Abgeordnete Maja Lasic und Teilnehmer des Rundgangs
Innensenator Andreas Geisel, die Abgeordnete Maja Lasic und Teilnehmer des Rundgangs. Foto: Susanne Fischer

Etwa 25 Akteure und 15 Mitglieder der SPD-Abteilung vor Ort berichteten Innensenator Andreas Geisel unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Presse von den Problemen und Herausforderungen hinsichtlich des Drogenkonsums und der Drogenkriminalität auf dem Leopoldplatz. Dabei ging es um die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre und um aktuelle Themen. Thema war unter anderem das aktuelle Problem, dass die Kirchengemeinde dem Fixpunkt e.V. die Räumlichkeiten für die Drogen-Kontaktstelle nicht weiter zur Verfügung stellen will.

Bei dem Leopoldplatz-Spaziergang kamen die vielen Themen der vielen Engagierten auf zur Sprache. Für die Politiker sind das Anknüpfungspunkte für ihre weitere Arbeit. „Viele Forderungen bleiben noch auf unserer To-Do Liste: ein eigener Drogenkonsumraum für den Wedding, ein gesamtstädtisches Konzept für den Umgang mit Drogenkonsum und Drogenkriminialität, die Stärkung der Polizei vor Ort und noch mehr die Stärkung des Platzmanagements, der Ausbau der Sportangebote für Jugendliche und Rückenwind für die Vernetzungsarbeit an der Basis“, sagt Maja Lasic. Innensenator Andreas Geisel hörte zu und ermutigte die Aktiven, sich weiter für einen Leopoldplatz für Alle einzusetzen: „Lassen Sie sich nicht entmutigen bei ihrem Einsatz“.

Maja Lasic wünscht sich weitere Zusammenkünfte der Aktiven von Leopoldplatz, auch zu anderen Themen wie zu einem Gewerbekonzept, Beteiligungsprozessen auf dem Maxplatz oder zur Nutzung der Kirche in der Mitte des Platzes. Sie rechnet damit, dass ein solches Treffen im kommenden Winter stattfinden könnte.


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