Die Zukunft des Nahverkehrs im Wedding

Foto (c) Andi Weiland
S-Bahnhof Wedding (c) Andi Weiland

Nach Jahren des Sparens ist der Berliner Nahverkehr an einem Tiefpunkt angekommen: Bei der U-Bahn fehlen Fahrzeuge, die S-Bahn ist eine einzige Störung im Betriebsablauf, die Busse und Straßenbahnen stehen mehr im Stau als dass sie fahren. Der Senat hat das erkannt und plant wieder größer. Wir haben einmal zusammengestellt, was der neue Nahverkehrsplan für den Wedding bedeutet.

Was wir über die neue S-Bahn zum Hauptbahnhof wissen

S-Ban-Brücke, fotografiert in der Tegeler Straße. Foto: HenselLassen wir mal alle Probleme beim Bau der als S 21 bezeichneten neuen S-Bahn-Linie außen vor, die zu Planungsänderungen, Bauzeitverlängerungen und provisorischen Zwischenlösungen geführt haben. Der Bau schreitet jetzt jedenfalls weiter voran und wir können uns auf eine neue S-Bahn-Verbindung vom und zum Hauptbahnhof freuen. Diese wird am Ende eine gute Milliarde Euro gekostet haben und könnte Ende 2020 eröffnet werden.

S-Bahn-Projekt S 21 in Trippelschritten

Blick über das künftige EuropaviertelAktualisiert Die 21 als Bezeichnung für Verkehrsprojekte zu nehmen, birgt offensichtlich Risiken. Das wissen interessierte Menschen spätestens seit der umstrittenen Tieferlegungsaktion Stuttgart 21. Doch während dort mit viel Getöse ums Für und Wider gekämpft wurde und wird, scheint sich in Berlin das Projekt mit der Nummer 21 ganz im Stillen und von ganz allein zu versenken. Und das im wortwörtlichen Sinne. Die Rede ist vom Bau der S-Bahnlinie 21, die spätestens Ende 2017 den nördlichen Ring mit dem Hauptbahnhof, später einmal sogar mit dem Potsdamer Platz verbinden sollte. Inzwischen steht fest, dass aus diesem Termin nun wohl nichts mehr wird. Auch die Kosten laufen mit 320 Millionen Euro aus dem Ruder. Im Februar hieß es, dass Grundwasser in die Baugrube eindringt. Jetzt gibt es Probleme mit einer undichten Schlitzwand (Stand: Juli 2017)

Bahnhöfe im Wedding: Wollankstraße

S Bf WollankstrSo ganz korrekt ist es nicht, den Bahnhof Wollankstraße dem Wedding oder Gesundbrunnen zuzuordnen. Denn obwohl die Station sogar während der Teilung Berlins zum Westberliner S-Bahn-Netz gehörte, lag sie immer östlich der Grenzlinie. Ein Schild neben dem Eingang wies Passanten auf diese kuriose Situation hin. Die Mauer selbst verlief unmittelbar östlich des Bahnhofs und verhinderte den Zugang von Osten. Vom Bahnsteig aus konnten die Westberliner Fahrgäste direkt auf den Todesstreifen sehen. Als 1962 der Bahnsteig plötzlich absackte, kam ein noch nicht fertiggestellter Fluchttunnel zum Vorschein, der durch das Bahnviadukt vom Westen aus gegraben worden war. Wegen der vorzeitigen Entdeckung hat der Tunnel jedoch niemandem zur Flucht verhelfen können.

Bösebrücke: Eine Nahtstelle muss geflickt werden

Bösebrücke Bornholmer Str
Schön, aber sanierungsbedürftig

Aktualisiert August 2017

Bei der Theater-Sitcom Gutes Wedding Schlechtes Wedding wird sie – da Einfallstor für Prenzlwichser – als „böse Brücke“ tituliert. Viele Berliner bezeichnen sie fälschlich als Bornholmer Brücke. Und beim Mauerfall am 9. November 1989 spielte sie eine besondere Rolle. Die Rede ist von der Bösebrücke, einer fast 100 Jahre alten Bogenbrücke aus Stahl. Auch heute schon ist sie mit nur 31 Metern Breite ein schmaler Durchlass – mit einem Gleis für die Straßenbahn und vier Autospuren. Jetzt ist Halbzeit bei der Sanierung.