Soldiner Kiez? Ein schwieriges Pflaster!

Mei­nung Schon gese­hen? Das El Pepe in der Prin­zen­al­lee ist zu. Hier gibt es kei­ne Tapas und kei­nen Wein mehr. Am glei­chen Tag in der ver­gan­ge­nen Woche hat Regi­na Bie­lig ganz still ihren Laden aus­ge­fegt und abge­schlos­sen. Damit ist auch das Herr Bie­lig in der Sol­di­ner Stra­ße mit sei­nem klei­nen aber fei­nen Essens­an­ge­bot Geschich­te. Der Sol­di­ner Kiez ver­liert an einem Tag zwei kuli­na­ri­sche Hoff­nungs­trä­ger: Das ist schon ein Schlag in die Magengrube.

Die Macht der Buchstaben

Assibi Wartenberg (linkes Bild, Mitte) beim Kleingartenverein im afrikanischen Viertel.
Assi­bi War­ten­berg (Mit­te) beim Klein­gar­ten­ver­ein im Afri­ka­ni­schen Viertel.

Togisch? Togia­nisch? Sagt es nicht schon viel aus, wenn wir für ein Land nicht ein­mal das dazu­ge­hö­ri­ge Adjek­tiv ken­nen? Wie­so ist es für uns ganz nor­mal, „afri­ka­nisch“ essen zu gehen, obwohl wir die Piz­za vom Ita­lie­ner um die Ecke wohl kaum als „euro­päi­sche“ Küche bezeich­nen wür­den? Assi­bi War­ten­berg ärgert sich über die­se Ver­all­ge­mei­ne­rung. In der Prin­zen­al­lee 33 betreibt die jun­ge Frau aus Togo das „Relais de Savan­ne“: ein klei­nes Restau­rant, das west­afri­ka­ni­sche Gerich­te anbie­tet, die mit der Küche Keni­as oder Süd­afri­kas genau­so wenig zu tun haben wie mit der deut­schen. Lecker sind sie aber alle­mal: Yams­wur­zel, Cous­cous und Koch­ba­na­nen ste­hen auf der Kar­te. Nicht ohne Stolz prä­sen­tiert die Che­fin des Hau­ses das bun­te Cha­os aus fri­schen Zuta­ten, das in ihrer Küche herrscht. Immer öfter wer­den die dort gekoch­ten Spei­sen auch für Cate­rings gebucht, erzählt sie.