Müllerstraße: Der „Ku’damm des Nordens“

Ralf Schmiedecke, Autor von inzwischen 13 Büchern über die Historie diverser Berliner Stadtteile sowie der Berliner Feuerwehr,  lebt seit seiner Geburt im Wedding. Der Hobby-Historiker arbeitet als Sicherheitsingenieur bei der BSR. Seine Freizeitbeschäftigung ist eher eine Leidenschaft: Er sammelt historische Ansichtskarten, Fotos und Firmenrechnungen. Die meisten Exponate stammen dabei aus dem alten Bezirk Wedding. Über den hat er bereits drei Bildbände zusammengestellt – und das vierte Buch ist schon in Arbeit.

Ein geschichtsträchtiger Ort: Müllerstraße 143

AOK Müllerstr.An der Müllerstraße errichtete der Brauereibesitzer Wilhelm Bönnhoff, im Jahre 1886 einen Biergarten. Der Wedding war damals noch für seine kleinen hübschen Häuschen, Gartenwirtschaften und Fuhrmannskneipen sowie seinen schnatternden Gänse bekannt. Auf dem Gelände, das bis dahin der Ablagerung menschlicher Exkremente diente, entstand unter dem Namen „Feldschlösschen“ ein Schanklokal in Form einer klassizistischen Villa. Bei den vornehmen Damen, die hier auch ohne männliche Begleitung erschienen, war der große Garten besonders beliebt: Er erstreckte sich von der Müllerstraße aus über mehr als 600 Meter bis zum heutigen Charité Campus Virchow- Klinikum.