Trinker vom Leopoldplatz sollen nach hinten

Platz für die Trinker auf Leopoldplatz
Hier und nur hier will Bürgermeister von Dassel die Trinker auf dem Leo sehen. Foto: Andrei Schnell

„Wir haben der Trinkerszene gesagt, der gesamte Leopoldplatz kann nicht euch gehören.“ So leitet Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel am Freitag (28.4.) eine Pressekonferenz ein. Thema ist die Trinkerszene vom Leopoldplatz. Von Dassel will die Trinker wieder auf den hinteren Teil des Platzes in Richtung Turiner Straße zurück locken. Außderm soll Berlins erster Trinkraum, das Knorke, wiedereröffnen. Dazu will er mit der Nazarethkirche verhandeln.

Der Leopoldplatz im Rückfall

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Aufenthaltsbereich auf dem Leo

Die Bänke sind leer. Drei Jahre nach der feierlichen Eröffnung des neugestalteten Leopoldplatzes wird der Aufenthaltsbereich für die Szene kaum noch genutzt. Sie nimmt den von ihr selbst mitgeplanten Ort nicht mehr an. Gründe dafür sind die neu auflebende Drogenszene, enttäuschte Hoffnungen, erlittene Kränkungen und vielleicht auch Angst vor der eigenen Courage. Hinzu kommt ein Rückgang an behördlicher Aufmerksamkeit und politischem Handlungswillen, nachdem der Platz aus den Negativ- Schlagzeilen verschwunden war: Der Leopoldplatz ist sozusagen allmählich auf dem Dienstweg versandet.

Leopoldplatz: Schluss mit Klischees

NazarethkirchenVor einigen Monaten bin ich in den Wedding gezogen. Ein Bezirk, dem noch immer so manch einer kritisch gegenüber steht. Vor allem der Leopoldplatz hatte ein schlechtes Image in meinem Bekanntenkreis: Problemkiez, Schmuddelkind, Trinkertreff. So kann man sich sicher vorstellen, dass ich eher mit gemischten Gefühlen zu einem Spaziergang durch den Kiez aufgebrochen bin …