GESCHLOSSEN: Futtern neben Muttern

Supperei 1Wer an der obe­ren Mül­ler­stra­ße Hun­ger bekommt, soll­te sich im Fahr­rad­la­den mel­den. Der Begriff “Fut­tern” in Kom­bi­na­ti­on mit Mut­tern bekommt hier eine ganz neue Bedeu­tung. Einen Moment heißt es war­ten, bis der Schrau­ben­schlüs­sel weg­ge­legt ist und die Hän­de gewa­schen sind, dann geht es in den benach­bar­ten Imbiss. Die zün­den­de Geschäfts­idee in die­sem Wohn­ge­biet, in dem es aber auch eini­ge Geschäf­te, den BVG-Betriebs­hof und ein Senio­ren­heim gibt, scheint wohl in der Kom­bi­na­ti­on ver­schie­de­ner Bedürf­nis­se zu lie­gen. Supperei 2Im Zwei­rad­la­den hän­gen alte Email­le­schil­der. Die in fei­nen blau­en Strei­fen tape­zier­ten Wän­de des Imbis­ses zie­ren hin­ge­gen gol­de­ne Bil­der­rah­men und alte Mag­gi-Wer­be­ta­feln. Sup­pe gibt’s in drei Vari­an­ten, im Som­mer nicht unbe­dingt an jedem Tag – das kauft bei Hit­ze kaum jemand, erzählt Herr Pörsch­ke, der in bei­den Läden gleich­zei­tig Dienst hat. Ange­bo­ten wer­den vier Menüs, die Haus­manns­kost wie Bulet­ten und Leber­kä­se oder Imbiss-Essen wie Cur­ry­wurst beinhalten.

Selbst in die Hand genommen

Supperei 3

Das alles ist nichts Spek­ta­ku­lä­res, aber der Inha­ber Ingo Grütz­ma­cher, der den ein­zi­gen Fahr­rad­la­den weit und breit vor ein paar Jah­ren über­nom­men hat, hat sei­ne Kun­den und Nach­barn gefragt, was sie in die­sem eher beschau­li­chen Teil des Wed­dings ver­mis­sen. Und bevor der leer­ste­hen­de Nach­bar­la­den eine wei­te­re Shi­sha-Bar beher­bergt, hat Grütz­ma­cher ihn ein­fach selbst gemie­tet. Der Imbiss ver­sorgt nun ein gas­tro­no­mi­sches Nie­mands­land: die Nach­bar­schaft fin­det hier einen hel­len, freund­li­chen Raum mit Steh­ti­schen, ein ein­fa­ches und lecke­res Essens­an­ge­bot und bei Bedarf auch Hil­fe rund um den Drahtesel.

Mül­ler­str. 97, 13349 Berlin

 

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

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