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Einziges Freiluftkino im Norden Berlins:
Sommer des guten Films

Freiluftkino Rehberge setzt auf besondere Auswahl an Kinofilmen

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Die Besit­zer des Frei­luft­ki­nos Reh­ber­ge haben im Win­ter viel Geld in die Spiel­stät­te gesteckt. Damit ist es ab sofort auch für Roll­stuhl­fah­rer voll zugäng­lich. Bei der Aus­wahl der Fil­me haben die Betrei­ber wie­der viel Wert auf das berühm­te Gespür für einen guten Film gelegt.

Arne Höh­ne ist einer der Gesell­schaf­ter der Piffl-Medi­en und geht ans Tele­fon, wenn Repor­ter anru­fen. In die­sem Jahr kann er zum Frei­luft­ki­no Reh­ber­ge eine gewich­ti­ge Neu­ig­keit ver­kün­den. „Wir haben die größ­te Bau­maß­nah­me für die Reh­ber­ge umge­setzt, viel­leicht sogar für Piffl“, sagt Arne Höh­ne. Piffl betreibt in Ber­lin drei Frei­luft­ki­nos und ist in der Kino­sze­ne bekannt als enga­gier­ter Film­ver­lei­her. Die Inves­ti­ti­on ins Open-Air-Kino wird ver­mut­lich nur weni­gen Besu­chern sofort ins Auge sprin­gen. Der fünf­stel­li­ge Betrag floss in die Bar­rie­re­frei­heit, nicht in den Gla­mour. „Aber es ist total toll für die Leu­te, dass sie nun mit ihren Rol­lis wie alle ande­ren auch die Rän­ge hoch­fah­ren kön­nen“, sagt Arne Höh­ne. Das Kon­zept des Umbaus sei sehr durch­dacht, so der Kino-Unter­neh­mer. Nicht nur Abstim­mun­gen mit dem Denk­mal­schutz sei­en nötig gewe­sen, man habe auch auf Regen­ver­si­cke­rung geach­tet. Was­ser fließt jetzt nicht mehr weg, son­dern bleibt auf dem Gelän­de und kommt dort den Bäu­men zugu­te. Mög­lich ist die Inves­ti­ti­on, weil die öffent­li­che Hand im letz­ten Jahr einen Erb­bau­pacht­ver­trag mit der Piffl Medi­en GmbH abschloss. Der Ver­trag sichert dem Kino zu, 38 Jah­re das Kino mit Mär­chen­wald-Ambi­en­te nut­zen zu kön­nen. Piffl hat Lust, die­se Zeit im nörd­li­chen Wed­ding zu ver­brin­gen. „Finan­zi­ell kom­men wir am Stand­ort klar“, sagt Arne Höh­ne. Nicht zuletzt, weil in den frü­he­ren Pro­blem­be­zirk „immer Men­schen zie­hen, die das frü­her nie wollten“.

In der Filmvorführhütte

Sai­son­start ist in die­sem Jahr am 20. Mai gewe­sen. Das Team füll­te zum ers­ten Mal die gro­ße auf­blas­ba­re Lein­wand mit Press­luft. Die Fil­me lau­fen in dem Rund­thea­ter in den Dünen täg­lich. Im Mai war der Film­start um 21.30 Uhr und ver­schiebt sich im Lau­fe des Junis um eine Vier­tel­stun­de nach hin­ten. Wel­che Fil­me sind zu sehen? „Es ist nicht das Arne Höh­ne Pro­gramm­ki­no, es gilt eine Balan­ce zu fin­den, zwi­schen dem, was gefällt und was mir gefällt. Auch wenn das oft deckungs­gleich ist.“ Das sind Fil­me, die für den Deut­schen Film­preis nomi­niert sind, wie Spen­cer, Rabi­ye Kur­naz gegen Geor­ge W. Bush oder Wun­der­schön. Das sind Fil­me der Rei­he Ber­li­na­le goes open air. Das sind Fil­me mit eng­li­scher Spra­che und deut­schen Unter­ti­teln. Das sind Klas­si­ker wie Dir­ty Dan­cing und der Mit­mach­film Rocky Hor­ror Pic­tu­re Show. 

1.500 Plät­ze umfasst das Amphi­thea­ter mit der Navi-Adres­se Wind­hu­ker Stra­ße Ecke Peter­s­al­lee. Der Ein­tritt kos­tet 8,50 Euro für Erwach­se­ne, 5,00 Euro für Inha­ber des Sozi­al­ti­ckets Ber­lin­pass und 4,25 Euro für den, der die offi­zi­el­le Ehren­amts­kar­te vor­legt. „Wir wol­len freund­li­che Ein­tritts­prei­se“, sagt Arne Höh­ne, „und preis­wer­te Geträn­ke“. Er will mit dem Frei­luft­ki­no einen Ort schaf­fen, „der zugäng­lich ist und außer­halb von teu­er und schick liegt. Aber mit bes­ter Tech­nik.“ Er wünscht sich, dass es in Ber­lin wei­ter­hin sol­che coo­len Orte gibt – und tut etwas dafür. Piffl betreibt das Frei­luft­ki­no im Volks­park seit 2009. Die Piffl-Medi­en GmbH gibt es laut Han­dels­re­gis­ter seit dem 4. Juni 1999 und wur­de von Hans-Chris­ti­an Boe­se, Lou­is Schnei­der und Arne Höh­ne gegrün­det. Die bei­den Erst­ge­nann­ten sind aktu­ell Geschäfts­füh­rer. Piffl Medi­en wur­de 2002, 2005, 2008 und 2012 mit dem deut­schen Ver­lei­her­preis ausgezeichnet. 

      

Text/Fotos: And­rei Schnell

Die­ser Bei­trag erschien zuerst im RAZ Maga­zin. Wir dan­ken dem RAZ-Ver­lag, dass wir den Bei­trag über­neh­men durften. 

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Andrei Schnell

Meine Feinde besitzen ein Stück der Wahrheit, das mir fehlt.

1 Comment

  1. Hal­lo

    als ich so zu sagen und die Ecke von der Frei­licht­büh­ne ein­ge­zo­gen bin gab es hier noch ech­tes Frei­luft­thea­ter … etwas spä­ter sogar Strand­par­tys mit jeder men­ge Schaum und Musik… nach dem vor ein paar Jah­ren hier nun Fil­me im frei­en an zuschau­en sind , hat­te ich mich dar­auf gefreut.
    Gan­ze 2x war ich erst dort.… Die Jagt mit Mads Mikkel­sen und Im August in Osa­ge Coun­ty… danach gab es kei­nen ein­zi­gen Film der mich dort hin gelockt hat .… für mich sind das alles nur echt lang­wei­li­ge Fil­me die dort gezeigt wer­den , den­noch schön das es Men­schen gibt die dort hingehen

    Liegt wohl dar­an das ich nicht Intel­lek­tu­ell genug bin, um solch Fil­me zu erfas­sen, also künst­le­risch, phi­lo­so­phisch, reli­gi­ös, lite­ra­risch geprägt bin … dafür bin ich boden­stän­dig mit gesun­dem Verstand ;)))

    in die­sem Sin­ne und Grüße

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