So war der Wahnsinn mit den Flugzeugen über dem Wedding

Am 2. Janu­ar 1960 begann der zivi­le Flug­ver­kehr am Flug­ha­fen Tegel, der am 8. Novem­ber 2020 ende­te. 1974 wur­de das heu­ti­ge sechs­ecki­ge Ter­mi­nal­ge­bäu­de mit einer Kapa­zi­tät von 2,5 Mil­lio­nen Flug­gäs­ten pro Jahr eröff­net. Pla­nen­de Archi­tek­ten waren Mein­hard von Ger­kan, Volk­win Marg und Klaus Nickels. Im Jahr 2019 wur­den 22 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re abge­fer­tigt. Das ist fast das Zehn­fa­che der ursprüng­li­chen Pla­nung und immer noch das Dop­pel­te der geplan­ten Kapa­zi­tät nach Aus­bau mit ver­schie­de­nen Pro­vi­so­ri­en. Alle 2 Minu­ten fand bis kurz vor der Coro­na-Pan­de­mie eine Flug­be­we­gung statt. Vom Flug­lärm waren eine Vier­tel­mil­li­on Ein­woh­ner betrof­fen, von Pan­kow über Rei­ni­cken­dorf, den Tege­ler See bis Span­dau und wei­te­re Außen­be­zir­ke, mehr als an jedem ande­ren Flug­ha­fen in Deutsch­land. Selbst wäh­rend der Flug­ver­bots­zei­ten nachts zwi­schen 23.00 und 6.00 Uhr fan­den jähr­lich mit stei­gen­der Ten­denz ca. 1.000 Flug­be­we­gun­gen statt. Die Flug­zeu­ge flo­gen immer, zu jeder Tages- und Nacht­zeit, bei jedem Wet­ter, knapp über den Stra­ßen und Dächern, egal ob Mensch und Natur Ruhe und Erho­lung brau­chen, in einer nicht enden wol­len­den dich­ten Fol­ge. Hier eini­ge Fotos vom Kurt-Schu­ma­cher-Platz sowie vom Him­mel über einem Hin­ter­hof in der Stern­stra­ße in Gesundbrunnen. 

 

Ich tre­te immer wie­der vor die Tür, atme fri­sche Luft tief durch und freue mich über dau­er­haf­te Ruhe. Die Vögel bevöl­kern wie­der unse­ren Hof und ich höre Stim­men von Men­schen in der Nähe, ich kann ohne Flug­lärm durch­schla­fen und Gesprä­che von mehr als einer Minu­te ohne Unter­bre­chung füh­ren. Ich ver­ste­he, was die Kin­der zu mir plau­dern und höre das Rau­schen des Windes.

Wie die Fotos entstanden sind

Die Fotos wur­den mit der Kame­ra Olym­pus OD EM 10 auf­ge­nom­men. Die Olym­pus hat eine beson­de­re Lang­zeit­be­lich­tungs­tech­nik, die es ermög­licht, über einen Zeit­raum von meh­re­ren Stun­den die Ver­än­de­run­gen eines Motivs auf­zu­neh­men – ohne Über­be­lich­tung der hel­len Bild­tei­le. Damit ist es gelun­gen, die Flug­bah­nen meh­re­rer Flü­ge bei Dun­kel­heit abzu­lich­ten. Das Bild mit einer Viel­zahl von Flug­zeu­gen ist aus vie­len Fotos im Seri­en­bild­mo­dus ent­stan­den, die im Foto­be­ar­bei­tungs­pro­gramm von Affi­ni­ty addi­tiv zusam­men­ge­fügt wur­den. Die Auf­nah­men ent­stan­den zwi­schen 2011 und 2020.

Autor/Fotos: Hanns-Chris­toph Busch

Wahnsinn mit den Flugzeugen direkt über der Stadt


1 Kommentar
  1. Tol­le Bil­der, beson­ders das Düsen­flie­ger­ge­schwa­der. Genau so fühl­te es sich an, wenn man am Kut­schi oder knapp neben­dran wohnte. 🙂

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