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Kinderbuch, das im Wedding spielt:
Schaurig schön und liebevoll menschlich

Ein Kin­der­buch aus‘m Wed­ding! Zwi­schen Leo­pold­platz und Gesund­brun­nen sind die Haupt­fi­gu­ren die­ser Geschich­te – für Kin­der ab 10 Jah­ren – unter­wegs. Vor allem auf dem Fried­hof an der Ruhe­platz­stra­ße nahe dem ehe­ma­li­gen Kre­ma­to­ri­um kom­men sie sich näher.

Die Kin­der­buch­au­torin Kirs­ten Rein­hardt – © Foto Caro­lin Saage – 

Da ist Elvis, da ist Dalia, da sind Erwach­se­ne, die ein beson­de­res Leben füh­ren und ihren Kin­dern mit ihren Anschau­un­gen dazu auf deren Weg hel­fen möch­ten. Elvis lebt mit sei­nen getrenn­ten Eltern in einem klei­nen Haus auf dem Fried­hofs­ge­län­de, sei­ne Mut­ter ist Male­rin, sein Vater kommt frei­tags und nur sein Eich­hörn­chen Kücük ist ihm täg­lich nahe, denn er pflegt den Fried­hof, da sei­ne Eltern dies ein­fach nicht tun. Er kennt die Grä­ber und die Grab­stei­ne und vor allem auch die Geschich­ten die­ser Toten.

Dalia aus der Nach­bar­schaft, ein ener­gi­sches Mäd­chen, das bei sei­ner Groß­mutter Wahr­sa­gen und hei­len­des Hel­fen lernt, begeg­net ihm auf dem Fried­hof und nimmt ihn in ihrer eige­nen Art mit. So stif­tet sie ihn an, im Wett­be­werb drei gespon­ne­ne Geschich­ten über die Toten, mit denen Elvis spre­chen kann, zu erfin­den, und wer die bes­se­re erzählt, hat gewon­nen. Zwi­schen­durch kommt immer wie­der das zah­me Eich­hörn­chen zu ihnen, das die bei­den etwas lie­be­voll verbindet.

Die Abbil­duing zu Kapi­tel 38: Elvis und Dalia – © Tine Schulz

Ein Grab­stein ist unbe­nannt und geheim­nis­voll. Ein­ses nachts tref­fen sich Elvis und Dalia auf dem Fried­hof, da Dalia über­mü­det ein­ge­schla­fen war und Elvis in Sor­ge um die Mut­ter schlaf­los hin­aus­wan­delt. Nun ergibt sich sich Knall auf Fall eine schau­ri­ge Situa­ti­on, nach­dem zwar der Vater müde auf dem hei­mi­schen Flo­ka­ti ein­ge­schla­fen war, aber die Mut­ter eilig das Haus ver­las­sen hat­te und nicht mit­teil­te, wie lan­ge und wohin. Wie fin­den die­se Wed­din­ger nun wie­der zusam­men? Mor­gens nach einer gru­se­li­gen Nacht?

Die Geschich­te ist fas­zi­nie­rend geschrie­ben, in 37 kur­ze läs­sig ver­fass­te Kapi­tel gepackt, die Dia­lo­ge sind fet­zig und die Gedan­ken der Kin­der sind eben­so in einer gekonn­ten Jugend­spra­che gegos­sen und kapi­tel­wei­se lie­be­voll illus­triert von Tine Schulz (www.tineschulz.com).

Schließ­lich naht Hal­lo­ween und die­ses Buch hat das Zeug, zum Wed­ding-Kult­buch für die schau­ri­gen Näch­te des Jah­res auf dem Fried­hof Ruhe­platz­stra­ße zu werden!

Buch­be­spre­chung von Rena­te Straetling

Das aktu­el­le Kin­der­buch von Kirs­ten Rein­hardt, Elvis Gurs­in­ski und der Grab­stein ohne Namen. llus­triert von Tine Schulz. Wein­heim, Basel: Beltz&Gelberg, 2022. 231 Seiten,14 Euro. Ab 10 Jahre.

Renate Straetling

Ich lebe seit dem Jahr 2007 in Berlin-Wedding, genauer gesagt im Brüsseler Kiez - und ich bin begeistert davon. Wir haben es bunt ohne Überspanntheit.
Jg. 1955, aufgewachsen in Hessen. Seit dem Jahr 1973 zum Studium an der FU Berlin usw. bin ich in dieser Stadt. Mittlerweile - im Ruhestand - bin ich Selfpublisherin bei www.epubli.de und verfasse Anthologien, Haiku und Kindersachbücher und neuerdings ökologische Jugend-SciFi.
www.renatestraetling.wordpress.com

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