Preiswert bauen im Brunnenviertel

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degewo baut in der Wattstraße - Grafik: Planungsunterlage degewo
dege­wo baut in der Watt­stra­ße – Gra­fik: Pla­nungs­un­ter­la­ge degewo

Das lan­des­ei­ge­ne Woh­nungs­un­ter­neh­men dege­wo plant einen Neu­bau in der Use­do­mer Stra­ße Ecke Watt­stra­ße. 7.600 Qua­drat­me­ter Wohn­flä­che sol­len ab 2016 gebaut wer­den. Um die Bau­kos­ten zu spa­ren, setzt die dege­wo auf eige­ne Archi­tek­ten und auf eine kos­ten­güns­ti­ge Bauweise.

Genaue Miet­prei­se wer­den noch nicht genannt, immer­hin ist die Fer­tig­stel­lung im Som­mer 2018 geplant. Genannt wird als Ori­en­tie­rung die Zahl von 6,50 Euro pro Qua­drat­me­ter für 40 Woh­nun­gen. Für die ande­ren 80 Woh­nun­gen gibt es noch kei­ne Anga­ben. Ins­ge­samt wer­den in dem Neu­bau die klei­ne­ren Woh­nun­gen über­wie­gen. Das heißt, die größ­te Anzahl von Woh­nun­gen in dem Eck­haus wer­den Woh­nun­gen mit zwei oder drei Zim­mern sein. Der Plan zeigt auf 22 Metern Höhe sie­ben Etagen.

Bau­en auf altem Busdepot

Brandmauer, die verschwinden wird - Foto: Andrei Schnell
Brand­mau­er, die ver­schwin­den wird – Foto: And­rei Schnell

Eine Brand­mau­er auf dem Gelän­de zeigt noch ein Wand­ge­mäl­de mit einem Baum vor Fens­tern. So tarnt sich die Brand­mau­er als Fas­sa­de. Der von der Dege­wo geplan­te Neu­bau schließt an die­ser Wand an und ver­voll­stän­digt damit die Watt­stra­ße. Auf der Use­do­mer Straßt soll der Eck­bau wei­ter­ge­führt wer­den. Das Grund­stück befin­det sich auf dem still­ge­leg­ten Betriebs­hof der BVG und ist seit Jahr­zehn­ten im Eigen­tum der dege­wo, die ihren Anteil von 4000 Qua­drat­me­tern bis­lang an die BVG ver­mie­tet hatte.
Die dege­wo will bis zum Jahr 2025 in Ber­lin 11 000 Woh­nun­gen errich­ten. Damit die­se kos­ten­güns­tig gebaut wer­den, also unter 1500 Euro Bau­kos­ten pro Qua­drat­me­ter (was zu Mie­ten von unter 10 Euro pro Qua­drat­me­ter füh­ren könn­te), setzt die Dege­wo auf inter­ne Archi­tek­ten und auf ein­fa­che Bau­aus­füh­rung. In ihrem jähr­li­chen Maga­zin stadt­sicht schreibt das Woh­nungs­un­ter­neh­men: “Ziel ist es, Bau­neben­kos­ten ein­zu­spa­ren. Kom­pak­te Grund­ris­se, opti­ma­le Flä­chen­aus­nut­zung und funk­tio­na­le Fas­sa­den sol­len außer­dem Kos­ten sparen.”

Kri­tik der Archi­tek­ten­kam­mer Berlin

Grundriss Wattstraße - Planungsunterlage der degewo
Grund­riss Watt­stra­ße – Pla­nungs­un­ter­la­ge der degewo

Die Archi­tek­ten­kam­mer Ber­lin ist natür­lich wenig erfreut, wenn durch die Pres­se­mit­tei­lung der dege­wo „Eigen­leis­tung schafft güns­ti­gen Wohn­raum“ der Ein­druck ent­steht, am Bau sei­en beson­ders die Archi­tek­ten teu­er. Sie fragt nach, ob in den von der dege­wo genann­ten Bau­kos­ten von 1400 Euro pro Qua­drat­me­ter auch die Kos­ten des eige­nen, ange­stell­ten Archi­tek­ten ent­hal­ten sind oder ein­fach nur ver­ges­sen wur­den. Vor allem aber befürch­tet die Archi­tek­ten­kam­mer einen „Bau von der Stan­ge“ und schürt die Angst vor Bau­ten wie im Mär­ki­schen Vier­tel oder in der Gropiusstadt.

Im Brun­nen­vier­tel bereits im Bau befin­den sich 104 Woh­nun­gen an der Gleim­stra­ße Ecke Graun­stra­ße. Hier betont die Dege­wo den Bau von mehr als ein Drit­tel Ein­raum­woh­nun­gen und den Bau von bar­rie­re­ar­men Woh­nun­gen. Güns­ti­ge Miet­prei­se wer­den nicht erwähnt. Fer­tig­stel­lung soll im Som­mer 2016 sein.

Die Dege­wo ist nach Anzahl der Woh­nun­gen vor dem Vater­län­di­schen Bau­ver­ein, der Ges­o­bau und der ber­li­no­va der größ­te Ver­mie­ter im Brunnenviertel.

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Pres­se­mit­tei­lung der Dege­wo zur Use­do­mer Ecke Wattstraße
Maga­zin stadtsicht
Kri­tik der Archi­tek­ten­kam­mer Ber­lin am Prin­zip Eigenleistung
Bau­vor­ha­ben Gleimstraße

 

Autor: And­rei Schnell
Gra­fi­ken: Pla­nungs­un­ter­la­gen der degewo

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

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