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Ringbahn im Katermodus:
Nach Brand geht nichts am Bf. Wedding

2. Januar 2026
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UPDATE 12.1.2026 Silvester ist vorbei, der Kater auch – die Sperrung bleibt. Auf der Ringbahn ist zwischen Gesundbrunnen und Westhafen zwar der Betrieb wieder aufgenommen worden,  aber die Züge fahren am Wedding durch. Und das bleibt noch bis Anfang Februar so, und das auch nur, wenn das Wetter mitspielt. Die DB InfraGO will bis dahin provisorische Technik- und Beleuchtungsanlagen einbauen. Außerdem sollen beschädigte Bauteile gesichert werden. Die Reinigung verunreinigter Flächen soll dann abgeschlossen sein.

Foto: Deutsche Bahn

Auslöser des Ganzen war ein Feuer auf dem Bahnsteig des S-Bahnhofs Wedding in der Silvesternacht. Gebrannt hat ein Aufsichtshäuschen, die Temperaturen sollen dabei über 650 Grad Celsius erreicht haben – genug, um tragende Teile der Dachkonstruktion schwer zu beschädigen. Nach Angaben von Deutscher Bahn und Bundespolizei wird von fahrlässiger Brandstiftung ausgegangen. Ob ein fehlgeleiteter Silvesterböller der Übeltäter war, ist bislang unklar. Klar ist dagegen: Der Schaden liegt im mittleren sechsstelligen Bereich, und der Bahnhof ist erst einmal außer Betrieb.

Die Konsequenzen bekommen vor allem die Fahrgäste zu spüren. Statt Ringbahn heißt es Umsteigen, Bus fahren, U-Bahn suchen. Zwischen Gesundbrunnen und Westhafen wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Haltestellen orientieren sich an bekannten Buslinien:
Am S+U-Bahnhof Gesundbrunnen halten die Busse am Hanne-Sobek-Platz, am S+U-Bahnhof Wedding in der Müllerstraße und am S+U-Bahnhof Westhafen an der Putlitzbrücke. Bis etwa 22 Uhr fahren die Busse im Fünf-Minuten-Takt, danach im Zehn-Minuten-Takt. Klingt erstmal ordentlich – ersetzt aber trotzdem keine leistungsfähige Ringbahn.

Parallel dazu empfiehlt die S-Bahn, auf U-Bahnen auszuweichen. Was das im Alltag bedeutet, wissen alle, die morgens oder abends ohnehin schon in überfüllten Zügen stehen. Der Wedding lernt gerade wieder, wie fragil das Verkehrssystem an zentralen Knotenpunkten ist.

Foto: Deutsche Bahn

Währenddessen wird am Bahnhof Wedding gearbeitet. Reparaturteams der Deutschen Bahn sind seit dem Vormittag im Einsatz, bauen Teile des beschädigten Bahnsteigdachs ab und sichern lose Konstruktionen, damit nichts auf die Gleise oder – schlimmer – auf Menschen fällt. Erst nach einer statischen Prüfung wird entschieden, welche weiteren Maßnahmen nötig sind. Inzwischen wurde der Zugverkehr auf der Ringbahn wieder aufgenommen Allerdings mit einer bitteren Fußnote: Die Züge sollen den Bahnhof Wedding vorerst ohne Halt durchfahren.

Für viele im Kiez ist das ein Déjà-vu. Wieder ein wichtiger Bahnhof außer Betrieb, wieder Ersatzbusse, wieder unklare Zeitpläne. Wann der Ringverkehr wieder vollständig läuft und wann der Bahnhof Wedding wieder regulär angefahren wird, bleibt offen. Sicher ist nur: Der Schaden ist groß, die Geduld der Fahrgäste wird weiter strapaziert – und der Wedding zahlt mal wieder den Preis.

weddingweiserredaktion

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Die ehrenamtliche Redaktion besteht aus mehreren Mitgliedern. Wir als Weddingerinnen oder Weddinger schreiben für unseren Kiez.

6 Comments Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin dieses Jahr Silvester und Neujahr spontan in ein Hotel in Moabit „gezogen“ – auch weil Nachbarn über mir an diesen Tagen umgezogen sind. So saß ich abends an der Hotelbar und guckte nachtes im Bett Mr. Bean. Es böllerte zwar sehr, aber das Hotel hatte dichte Fenster und mir ging es super gut. Natürlich habe ich auch die Petiotion gegen das Böllern unterschrieben – logo – aber ich habe mich über nichts aufgeregt. Tut auch mal gut!

  2. Über Silvester nach München geflüchtet.
    Kann mich die letzten 15 Jahre an kein schöneres, entspannteres Silvester erinnern. Und ja, auch in München wurde geböllert, aber zivilisierter, rücksichtsvoller.
    Gestern heimgekommen in den Wedding. Ja, es war und ist die erwartete Müllhalde. Ob Silvester oder normaler Alltag, das ist hier sowieso nicht mehr zu unterscheiden.

  3. Vielleicht eine Abgabe auf den Verkauf von Feuerwerk einführen die alle Schäden in der Silvesterzeit abdeckt? Defakto subventionieren wir ja das Böllern aktuell weil alle Schäden vergesellschaftet werden. Wenn man auch Verletzungen, OPs usw. mit einrechnet wird Feuerwerk sicher schnell unbezahlbar.

  4. In meiner frühen Kindheit, Mitte der fünfziger bis Mitte der sechziger Jahre, waren Böller in West-Berlin verboten. Beschluß der Westalliierten. Schön war das, nur Wunderkerzen und Goldregen. Im Osten wurde damals schon geballert. Entsinnt sich noch jemand?

  5. Für das Böllern sollten Hundeauslaufzonen geschaffen werden, in denen die Zombies kontrollierten Freigang haben. An jeder Auslaufzone steht ein Verkaufsstand (so wie Karls Erdbeerhof in der Erdbeersaison), der erst ab 22 Uhr öffnet.
    Für das Feuerwerk soll künftig wieder ein Staatsmonopol gelten wie früher für Zündhölzer. Wo es vor 22 Uhr böllert, soll die Zollfahndung kommen, die Schwarzhändler festnehmen, und die Strafen decken alle Unkosten.

    Ich habe gezählt: Das Dauerböllern ging um 17 Uhr los und hörte es um 2:30 Uhr auf. Wer das gut findet, sucht bitte einen Arzt auf. Ich kenne mehrere, denen nicht mehr nach Feiern zumute ist, sondern die zuhause bleiben, sich irgendwann ins Bett legen und die Wand anstarren. So auch ich. Der dämlichste Abend des Jahres!

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