Müllerstraße = Krachmacherstraße

IMG_0671Zuge­ge­ben: Die meis­ten von uns wün­schen sich kei­ne Fried­hofs­ru­he in der Stadt. Aber allein vom Stra­ßen­ver­kehr sind in Ber­lin der­zeit 300.000 Men­schen von Lärm ober­halb der Wer­te, wel­che als gesund­heits­schäd­lich gel­ten, betrof­fen. Dazu kom­men noch S- und Stra­ßen­bah­nen, Flug­zeu­ge aber auch Lärm durch ande­re Men­schen. Durch Lärm steigt das Risi­ko für Herz-Kreis­lauf­erkran­kun­gen, der Schlaf wird gestört und die Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit nimmt ab.

Um auf die­se Gefah­ren hin­zu­wei­sen, fand heu­te, einen Tag vor dem Tag gegen den Lärm, in der Mül­ler­stra­ße eine Mess-Akti­on statt. Wenn es zuneh­mend immer lau­ter wird, spre­chen die Fach­leu­te von Ver­lär­mung. Im Rah­men des Tag gegen den Lärm fin­den seit 1995 Aktio­nen zum The­ma Lärm statt. Ziel der Akti­vi­tä­ten an die­sem Tag ist, Lärm als Umwelt­the­ma ins Bewusst­sein zu rufen. 2014 fin­det er am 30. April unter dem Mot­to „die Ruhe weg“ statt. Der Tag gegen Lärm nimmt damit in die­sem Jahr ins­be­son­de­re die Pro­ble­ma­tik der zuneh­men­den „Ver­lär­mung“ und den Erhalt ruhi­ger Gebie­te unter die Lupe. Denn Lärm kann nicht nur läs­tig sein, son­dern auch die Gesund­heit schä­di­gen. Eine Hör­schä­di­gung tritt im All­ge­mei­nen erst ein, wenn man regel­mä­ßig hohen Lärm­be­las­tun­gen aus­ge­setzt ist. Ande­re Gesund­heits­aus­wir­kun­gen kön­nen bereits bei nied­ri­ge­ren Lärm­pe­geln her­vor­ge­ru­fen wer­den. Lärm ver­ur­sacht Stress, stört den Schlaf, beein­träch­tigt Kon­zen­tra­ti­on und Kom­mu­ni­ka­ti­on und kann bei Kin­dern zu einem ver­rin­ger­ten Lern­ver­mö­gen füh­ren. Die Wir­kung hängt nicht nur von der Laut­stär­ke ab, son­dern auch von der Dau­er und der per­sön­li­chen Einstellung.
Prak­ti­sche Infor­ma­tio­nen zum Lärm­schutz hat die Senats­ver­wal­tung unter dem Titel „Ruhe, bit­te!“ zusam­men gestellt. In der Bro­schü­re wer­den auch 15 typi­sche Lärm­stö­run­gen vor­ge­stellt und recht­lich bewerten.

Was kann der Einzelne tun? Leisten Sie (k)einen Beitrag!

v.l.n.r. T.Haas (Mit­tel und Wege), Chris­ti­an Köl­lin (VCD Nord­ost), Ulri­ke Krie­bel (Kol­le­gen 2,3

Der öko­lo­gi­sche Ver­kehrs­club Deutsch­land hat Tipps zusam­men gestellt, wie Auto­fah­rer unnö­ti­gen Lärm ver­mei­den können:
• Las­sen Sie den Motor auf kei­nen Fall im Stand „warm­lau­fen”. Beim Star­ten kein Gas geben. Fah­ren Sie sofort los, das schont den Motor, den Geld­beu­tel und die Ohren.
• Schal­ten Sie beim Anfah­ren schon nach fünf Metern in den zwei­ten Gang.
• Schal­ten Sie in den nächst­hö­he­ren Gang, ehe der Motor 2000 Umdre­hun­gen erreicht.
• Jedes Anfah­ren und Beschleu­ni­gen ver­braucht Kraft­stoff und erzeugt Lärm. Genü­gend Abstand zum vor­aus­fah­ren­den Fahr­zeug hilft, Ungleich­mä­ßig­kei­ten im flie­ßen­den Ver­kehr auszugleichen.
• Kon­trol­lie­ren Sie regel­mä­ßig den Rei­fen­druck, opti­mal gefüll­te Rei­fen rol­len leiser.
• Ver­mei­den Sie unnö­ti­ge Fahr­ten und stei­gen Sie bei Kurz­stre­cken auf das Fahr­rad, die Füße oder Öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel um.

Ob es zu laut ist, lässt sich übri­gens leicht mit einer kos­ten­lo­sen App tes­ten. Ab einem Wert von 85 dB(A) wird Lärm als so gefähr­lich ein­ge­schätzt, dass Arbeit­ge­ber ver­pflich­tet sind, Lärm­schutz­kopf­hö­rer bereit zu stellen.

 

Autor/Fotos: Thors­ten Haas

 

Am 9. Mai lädt Thors­ten Haas, der Initia­tor der heu­ti­gen Akti­on, im Rah­men des Pro­jek­tes SCHÖNER SPRENGELKIEZ zu einem Lärm­spa­zier­gang ein. 

Treff­punkt ist am 9. Mai um 17:00 Uhr in der Mül­ler­stra­ße Ecke Lynarstraße.

Gastautor

Als offene Plattform veröffentlichen wir gerne auch Texte, die Gastautorinnen und -autoren für uns verfasst haben.

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.