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Moritz Bar: Die Bar, auf die der Kiez gewartet hat

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An man­chen Stel­len ist der Putz her­aus­ge­bro­chen und das Mau­er­werk zu sehen, die Glüh­bir­nen über dem bogen­för­mi­gen Tre­sen hän­gen nackt, aber effekt­voll, von der Decke her­un­ter. Eine Dis­ko­ku­gel ver­steckt sich gleich über der Tür. Eine Bar, die neu­gie­rig macht. So eine sym­pa­thi­sche „Spe­lun­ke“ hat dem Kiez gera­de noch gefehlt. Bis dahin fiel die Adolf­stra­ße näm­lich nicht gera­de durch Aus­geh­mög­lich­kei­ten auf.

Willkommen in der Nachbarschaft

Als die Moritz Bar im März 2013 eröff­ne­te und immer mehr Nach­barn den Kopf durch die Tür der klei­nen, lang­ge­streck­ten Bar steck­ten, sag­ten sie: „Dar­auf haben wir lan­ge gewar­tet“. Dass der Umgang mit den Gäs­ten sofort fami­li­är ist, liegt sicher auch dar­an, dass die Bar von zwei Brü­dern betrie­ben wird. Lukas, 32 Jah­re alt, hat Sys­tem­gas­tro­no­mie gelernt und möch­te die Bar lang­fris­tig eta­blie­ren: „Ich woll­te den Laden pro­fes­sio­nell auf­zie­hen und weiß, wie man in der Gas­tro­no­mie nach­hal­tig arbei­ten muss.“ Sein 27-jäh­ri­ger Bru­der Kili­an fügt hin­zu: „Als Stu­dent ist man offen dafür, ein sol­ches Pro­jekt zu star­ten. Wann, wenn nicht jetzt?“ Und so haben die bei­den gebür­ti­gen Würz­bur­ger den zuvor in quietsch­bun­ten Far­ben und mit mari­ti­mem Nip­pes aus­ge­stat­te­ten Laden in eine schumm­ri­ge, mini­ma­lis­ti­sche Bar umge­baut. An das frü­he­re Ver­eins­lo­kal, ein Dro­gen­um­schlag­platz, erin­nert jetzt nichts mehr. Auf die Fah­nen geschrie­ben haben sich die bei­den Brü­der, ihre Gäs­te mit wirk­lich beson­de­ren Drinks zu über­zeu­gen. So stel­len die bei­den ihr eige­nes HAUS TONIC Water und ihre haus­ge­mach­te Mate her.

Ein gro­ßes Anlie­gen ist den bei­den Jungs, die quee­re Com­mu­ni­ty im Wed­ding zu stär­ken. Immer mon­tags fin­det in der Moritz Bar mit GAY WEDDING die ein­zi­ge wöchent­li­che schwu­le Par­ty im Wed­ding statt. Und bei Gin Tonic 2for1 und Pop­mu­sik lässt es sich dort wirk­lich aus­hal­ten. Seit Juni 2016 stel­len die Jungs von der Moritz Bar zusam­men mit den bei­den Drag Queens Vic­to­ria Bacon und Anna Klat­sche die Gim­me Moritz Par­ty auf die Bei­ne. Bei die­ser gro­ßen quee­ren Par­ty, die alle zwei Mona­te im nahe­ge­le­ge­nen Hum­boldt­hain Club statt­fin­det kommt mit Pop und Elec­tro Floor und Drag Show wirk­lich nie­mand zu kurz. Und mit ihrem monat­li­chen Pop­kul­tur­quiz und ande­ren schrä­gen Events setzt die Moritz Bar im Wed­ding ganz eige­ne Akzente.

Wer war eigentlich Moritz?

Moritz ist übri­gens kein Kunst­na­me, der sich nur abs­trakt erklä­ren lässt. „Das war unser gemein­sa­mes Meer­schwein­chen, als wir Kin­der waren“, sagen bei­de Brü­der. Und wie es das Schick­sal so woll­te, haben die bei­den Jungs in Kata­lo­ni­en ein Moritz-Bier aus­fin­dig gemacht haben, das sie nun seit eini­gen Jah­ren importieren.

Seit vier­ein­halb Jah­ren gibt es die Moritz Bar in der Adolf­stra­ße nun schon, und man kann und will sich eigent­lich nicht mehr an eine Zeit davor erinnern.

Fotos: Lena Meyer

Web­site der Bar

(Rau­cher­bar, ab 18 Jahren)

Adolf­str. 17

13347 Ber­lin

Mo – So regu­lär ab 19 Uhr

Mon­tags: GAY WEDDING

Alle zwei Mona­te: GIMME MORITZ Party

 

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

1 Comment

  1. Tipp: Bes­ser nicht auf die Idee kom­men sich einen Joint anzu­zün­den, sonst bekommt man süd­deut­sche Gemüt­lich­keit zu spüren.

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