Bienenrettung wie im Märchen

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Die­ser jun­ge Mann foto­gra­fier­te die zer­stör­ten Bie­nen­beu­ten und trug die Nach­richt mit sei­nem Twit­ter­kon­to KMK­Ber­lin in alle Welt. Foto: And­rei Schnell

Es war ein­mal ein öder Platz neben dem Kin­der­bau­ern­hof Pin­ke-Pan­ke und dem Pan­kower Bür­ger­park. Da sag­ten die Nach­barn: “Wir zäu­nen die wüs­te Öde ein, wir pflan­zen früh blü­hen­de Blu­men, wir stel­len Bie­nen­kör­be auf. Da haben die Men­schen mit Behin­de­rung etwas, wo sie sinn­voll etwas tun kön­nen und wir haben guten Honig.” Das ging gut, bis eines Nachts böse Men­schen kamen, die zer­stör­ten die Bie­nen­stö­cke und 90.000 Bie­nen star­ben. Und die Bösen lach­ten noch dabei. Da war das Unglück groß. Wo soll­ten die Men­schen mit Behin­de­rung arbei­ten? Wo das Geld her­neh­men für neue Bie­nen? Doch Hil­fe war näher als gedacht.

Da kam ein jun­ger Mann daher durch die Gär­ten des gro­ßen Parks. Er sah, was gesche­hen war, mach­te eine Foto­auf­nah­me und sen­de­te es über Twit­ter in alle Welt. Das Foto war zuerst auf dem Twit­ter­kon­to KMK­Ber­lin zu sehen. Von dort teil­te es der Wed­ding­wei­ser auf Twit­ter. Und dort wie­der­um erblick­te es Björn Lam­pe. Björn Lam­pe liest nicht nur genau die Mit­tei­lun­gen des Wed­ding­wei­sers, son­dern arbei­tet neben­bei bei betterplace.org als Vor­stand. Er ent­schied kur­zer­hand, dass neue 90.000 Bie­nen her müss­ten und half den “Freun­den des Bür­ger­parks” eine Spen­den­ak­ti­on zu for­mu­lie­ren. Und er schrieb von der Untat in sei­nem News­let­ter. Schon nach weni­gen Tagen fan­den sich zahl­rei­che Ber­li­ner, die spen­de­ten. Das Geld reicht für die ers­ten Schrit­te, aber damit alles wie­der wie frü­her wird, feh­len immer noch rund 4.800 Euro. Doch wenn von den lie­ben Nach­barn jeder ein klei­nes Scherf­lein bei­trägt, soll­te der Topf schnell voll sein. Dann wäre am Ende alles gut. Und die Bie­nen könn­ten glück­lich und zufrie­den leben bis zum Ende ihrer Tage.

(Wir freu­en uns, dass der Wed­ding­wei­ser ein klein wenig mit­spie­len durf­te in die­sem Märchen.)

Imker
Imker sind hier jun­ge Men­schen, die bei den Behin­der­ten­werk­stät­ten “Del­phin” in Pan­kow arbei­ten. Foto: And­rei Schnell
Max Grüber
Max Grüber, pas­sio­nier­te Stadt­im­ker, steht hin­ter der Spen­den­ak­ti­on auf betterplace.org
Bienenstöcke
Wenn genü­gend Spen­den auf betterplace.org zusam­men kom­men, wer­den hier wie­der Bie­nen flie­gen. Foto: And­rei Schnell
Annett Rose
Lei­ter der Zweig­nie­der­las­sung der Del­phin-Werk­stät­ten in der Pankstra­ße und Annett Rose vom Kin­der­bau­ern­hof Pin­ke Panke
Behinderte Menschen
Blu­men für die Jun­gen und Mäd­chen der Behin­der­ten­werk­statt Del­phin, die mit den Bie­nen arbei­ten. Foto: And­rei Schnell
Todesanzeige
Todes­an­zei­ge im Pan­kower Bür­ger­park für die 90.000 Bie­nen. Foto: And­rei Schnell

And­rei Schnell hat von dem Van­da­lis­mus erfah­ren und ist für den Bei­trag ganz kurz und nur ein ganz klei­nes Stück nach Pan­kow geradelt.

Andrei Schnell

Mit ostdeutschem Hintergrund bin ich im Weddingspektrum einer von vielen anderen Sonderlingen. Ich vergleiche Politik gern mit Sport, dann ist sie spannend und nicht bierernst. Wenn ich ein Buch lese, frage ich mich immer, wo ich es besprechen kann. Ich reporte ja für Weddingweiser, Weddinger Allgemeine Zeitung und Kiezmagazine. Ich mag Geschichten und Geschichte.

1 Comment

  1. Toll, dass gehol­fen wird! Toll fän­de ich es auch, wenn ihr aus „Behin­der­ten“ Men­schen mit Behin­de­rung machen könn­tet, in aller­ers­ter Linie sind sie ja Men­schen und nicht behin­dert. Nur wir kön­nen Spra­che posi­tiv beein­flus­sen. Nina

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