Laubsammeln gegen Miniermotten

Zu sehen ist ein Kastanienbaum zischen anderen Bäumen. Er blüht weiß.
Blü­hen­de Ross­kas­ta­nie im Okto­ber. Foto: Ros­wi­tha Menzel

Blü­hen­de wei­ße Ross­kas­ta­ni­en im Okto­ber – eine Kurio­si­tät? Spin­nen die Bäu­me? Wer­den sie über­mü­tig? Sind sie etwa ver­liebt, plat­zen vor Lebensfreude?

Nein, es ist es lei­der nur eine Not­re­ak­ti­on. Der Grund: Die Minier­mot­te. Sie legt ihre Eier in die grü­nen Blät­ter. Die ster­ben dann schon im Som­mer ab. Schluss mit Foto­syn­the­se in die­ser Sai­son. Aus dem Laub schlüp­fen dann im Früh­ling die neue Minier­mot­ten­ge­nera­tio­nen und sie haben es nicht weit, zu den fri­schen grü­nen Kas­ta­ni­en­blät­ter. Der Befall tritt dann noch frü­her ein und wird noch stärker.

Laubsammeln reduziert den Mottenbefall

Eini­ge Vor­schlä­ge gegen den Kastanienblues:

- bei Spa­zier­gän­gen die Kas­ta­ni­en­bäu­me nicht so genau anschau­en – die meis­ten sehen eh schon seit Wochen erbärm­lich aus, mit ihren ver­schrum­pel­ten, brau­nen Blät­tern, die gespickt sind mit Miniermottenlarven.

- Wenn man Freu­de dar­an hat, Kas­ta­ni­en zu sam­meln – jetzt ist ein guter Zeit­punkt. Solan­ge sie noch prall sind und so schön glän­zen. Gebas­tel­te Kas­ta­ni­en­männ­chen und ‑tier­chen sind eine super Herbstdekoration.

- Befal­le­nes Laub ent­sor­gen. Auch wenn es wie ein Trop­fen auf einem hei­ßen Stein erscheint: Die Wirk­sam­keit der Laub­be­sei­ti­gung als Erfolg im Kampf gegen die Mot­te wur­de durch Moni­to­ring durch das Pflan­zen­schutz­amt Ber­lin bestä­tigt: Sorg­fäl­ti­ges Laub­sam­meln redu­ziert den Befall um zwei Drit­tel im nächs­ten Früh­jahr. Die Bäu­me blei­ben län­ger grün und ver­kraf­ten spä­te­re Laub­schä­den deut­lich besser.

Zu sehen ist ein Laubhaufen, der unter einem Großen Kastanienbaum zusammengekehrt wurde.
Zu sehen ist ein Laub­hau­fen, der unter einem Gro­ßen Kas­ta­ni­en­baum zusam­men­ge­kehrt wur­de. Foto: Ros­wi­tha Menzel

Für die Pla­nung von Laub­sam­mel­ak­tio­nen ist es wich­tig, vor­ab zu klä­ren, wer das gesam­mel­te Laub ent­sor­gen kann. In den Reh­ber­gen ist zum Bei­spiel das Stra­ßen- und Grün­flä­chen­amt Mit­te ansprech­bar. Nach Abspra­che kann das Laub abge­holt wer­den. Wich­tig ist dabei, dass die Laub­hau­fen so plat­ziert sind, dass sie für die Fahr­zeu­ge des Grün­flä­chen­amts gut zu errei­chen sind und die Posi­ti­on mög­lichst prä­zi­se beschrie­ben wird.

Übri­gens: Aus­sor­tier­te Bett­wä­sche hat sich bewährt, wenn man fürs Laub­sam­meln man kei­ne Schub­kar­re orga­ni­sie­ren kann und kei­nen extra Plas­tik­müll pro­du­zie­ren möchte.

Text/Fotos: Ros­wi­tha Menzel

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