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Grün und gemütlich:
Klein Zaches: Ein Herrengedeck beim Gentleman

Wir stellen euch eine wunderbare, herzliche und urige Berliner Kneipe vor.

Im Klein Zaches
Im Klein Zaches

Ich betre­te das Klein Zaches, eine uri­ge Ber­li­ner Knei­pe zwi­schen Zep­pe­lin­platz und Kaper­na­um-Kir­che gele­gen. Romy (30), die hier auch am Tre­sen arbei­tet, ist heu­te als Gast da. Neben Ihr sitzt ihr Freund Falk (30), der ger­ne mal mit fern­ge­steu­er­ten Sumo-Rin­gern gan­ze U‑Bahnhöfe unter­hält. Von den Sitz­ge­le­gen­hei­ten vor dem Laden tönt die laut­star­ke Unter­hal­tung einer klei­nen Rei­se­grup­pe jun­ger Leu­te um die 20.

Von einem Stammgast übernommen

Im Klein ZachesIch bestel­le mir ein Jever vom Fass. Aus dem 6‑Fach CD-Wechs­ler schal­len abwech­selnd guter alter Rock und Pop. Bestel­lun­gen wer­den hier noch von Hand auf­ge­nom­men. Tre­sen­schicht hat heu­te Mar­lis. Sie hat ein grau­es T‑Shirt mit dun­kel­grau­em Auf­druck an. Sie wit­zelt dar­über, dass es aus­sieht, als hät­te sie sich nass gespritzt. Und falls sie sich tat­säch­lich nass gemacht hät­te, wür­de es ja ganz gut kaschiert wer­den. Seit 22 Jah­ren arbei­tet sie hier.

Bevor das Klein Zaches vor 33 Jah­ren eröff­ne­te, war hier erst eine Dru­cke­rei, dann ein Gemü­se­la­den. Mit hand­werk­li­cher Sorg­falt wur­de dann das Klein Zaches gebaut und aus­ge­stat­tet. Der dama­li­ge Inha­ber woll­te irgend­wann ver­kau­fen. Als der Stamm­gast und gebür­ti­ge Däne Niels davon erfuhr, über­nahm er kur­zer­hand den Laden, um sich und sei­nen Freun­den das gemein­sa­me Wohn­zim­mer zu erhal­ten. Heu­te lernt man ihn als Gen­tle­man und bär­ti­gen Geschich­ten-Opa ken­nen, dem das jun­ge Blit­zen in den Augen noch lan­ge nicht abhan­den gekom­men ist.

Im Klein ZachesUnd tat­säch­lich. In gemüt­li­cher Atmo­sphä­re kann man hier rau­chen, mit dem Taxi­fah­rer von Neben­an oder mit dem Beuth-Pro­fes­sor und sei­nen Stu­den­ten ins Gespräch kom­men oder auch für sich allei­ne sein. Hier weiß man, was ein Her­ren-Gedeck ist und auf’s Bier­zap­fen wird beson­ders viel Wert gelegt. Wer mag, ist ein­ge­la­den sich eine Schmalz-Stul­le zu schmie­ren, natür­lich geht die auf’s Haus.

Die Knei­pe öff­net um 17 Uhr und schließt 4 Uhr mor­gens. Die gan­ze Woche lang. Eine wun­der­ba­re, herz­li­che und uri­ge Ber­li­ner Knei­pe, die ich jedem nur ans Herz legen kann.

Klein Zaches, Ant­wer­pe­ner Stra­ße 43, Tele­fon: (03)0 4535007, Face­book-Sei­te, täg­lich 17 bis 4 Uhr geöffnet

Thorgen Bloch Autorenbild

Thor­gen Bloch mag es ehr­lich und ein­fach und wird dabei im Klein Zaches immer fündig.

Gastautor

Als offene Plattform veröffentlichen wir gerne auch Texte, die Gastautorinnen und -autoren für uns verfasst haben.

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