Klappt ein Neustart an der Ernst-Reuter-Schule?

Kann hier ein Schulcampus entstehen? Die Machbarkeitsstudie zeigt, wie es gehen könnte. Foto: Hensel
Kann hier ein Schul­cam­pus ent­ste­hen? Die Mach­bar­keits­stu­die zeigt, wie es gehen könn­te. Foto: Hensel

Das ist eine gute Nach­richt: Der Senat will in den nächs­ten zehn Jah­ren 5,5 Mil­li­ar­den Euro in maro­de Schu­len inves­tie­ren. 310 Mil­lio­nen Euro davon gehen in den Bezirk Mit­te, unter ande­rem in die Ernst-Reu­ter-Ober­schu­le im Brun­nen­vier­tel. Sie gilt seit lan­gem als Pro­blem­schu­le. Mehr als 28 Mil­lio­nen Euro sind dafür ein­ge­plant. Die Schu­le selbst hofft, mit den Inves­ti­tio­nen einen Neu­start zu schaf­fen. Ein ambi­tio­nier­tes Kon­zept liegt seit lan­gem in der Schublade.

„Der Ruf unse­rer Schu­le ist stark ver­bes­se­rungs­be­dürf­tig. Die Akzep­tanz bei den Eltern ist der­zeit nicht so hoch“, erklärt Schul­lei­ter Andre­as Huth die Aus­gangs­la­ge. Immer wie­der fiel die Schu­le in der Ver­gan­gen­heit durch nega­ti­ve Schlag­zei­len auf. Die defek­te Hei­zungs­an­la­ge brach­te die stark sanie­rungs­be­dürf­ti­ge Schu­le mit fast 1000 Schü­lern und einem hohem Anteil Kin­dern nicht­deut­scher Her­kunft im ver­gan­ge­nen Mona­ten zusätz­lich in Ver­ruf. „Als Signal des Auf­bruchs wäre der Umbau an unse­rer Schu­le hoch­will­kom­men. Das wäre auch gut für das Kli­ma an der Schu­le“, sagt Andre­as Huth.

Schulleiter Andreas Huth (r.) begrüßt Raed Saleh (v.l.), Ana-Anica Waldeck und Maja Lasic. Foto: Hensel
Schul­lei­ter Andre­as Huth (r.) begrüßt Raed Saleh (v.l.), Ana-Ani­ca Wal­deck und Maja Lasic. Foto: Hensel

Der Schul­lei­ter hat­te am Mitt­woch (25.4.) Gäs­te aus der Poli­tik zu Gast. Der SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de im Abge­ord­ne­ten­haus Raed Saleh und die Bil­dungs­po­li­ti­ke­rin Maja Lasic mach­ten sich vor Ort ein Bild und lie­ßen sich die Plä­ne erklä­ren, die im Rah­men der Schul­bau­of­fen­si­ve umge­setzt wer­den sol­len. Mehr als 28 Mil­lio­nen Euro ste­hen zur Ver­fü­gung. Bis­her, so Huth, gebe es aber nur eine Mach­bar­keits­stu­die und vie­le Über­le­gun­gen, aber kei­ne kon­kre­ten Planungen.

Maja Lasic plä­dier­te dafür, im Rah­men der geplan­ten Inves­ti­ti­on einen lang geheg­ten Plan wie­der ins Auge zu fas­sen: „Es steht eine Groß­sa­nie­rung bevor. Sie soll­te auch für die Ent­wick­lung des Schul­cam­pus‘ genutzt wer­den“. Die­se Idee gibt es bereits seit vie­len Jah­ren. Schul­lei­ter Andre­as Huth skiz­zier­te die Vor­stel­lun­gen, die bis­her dis­ku­tiert aber nie umge­setzt wur­den. Nach die­sen Plä­nen sol­len die Ernst-Reu­ter-Ober­schu­le und die unmit­tel­bar dane­ben lie­gen­de Gus­tav-Fal­ke-Grund­schu­le einen Schul­cam­pus bil­den. „Dafür müss­te die Stre­lit­zer Stra­ße für den Auto­ver­kehr gesperrt wer­den“, ergänz­te Maja Lasic.

Der Schulleiter zeigt das Schulgelände. Foto: Hensel
Der Schul­lei­ter zeigt des Gäs­ten das Schul­ge­län­de. Foto: Hensel

Auf dem Gelän­de der heu­ti­gen Ernst-Reu­ter-Ober­schu­le könn­te unter ande­rem die jet­zi­ge Sport­hal­le abge­ris­sen wer­den. An die­ser Stel­le soll ein 5‑Geschosser errich­tet wer­den. Dar­in sol­len sich nach den Ideen spä­ter vor allem natur­wis­sen­schaft­li­che Fach­räu­me befin­den, denn gemein­sam mit der Gus­tav-Fal­ke-Grund­schu­le soll ein natur­wis­sen­schaft­li­cher Schwer­punkt auf dem Cam­pus eta­bliert wer­den. Das ist nur fol­ge­rich­tig, arbei­tet die Grund­schu­le doch schon seit Jah­ren sehr erfolg­reich mit einem sol­chen Schwer­punkt. Koope­ra­tio­nen sei­nen vor­stell­bar, zum Bei­spiel mit der Beuth-Hoch­schu­le für Tech­nik. Eine neue Sport­an­la­ge soll ent­ste­hen, vie­le wei­te­re der teil­wei­se unter Denk­mal­schutz ste­hen­den Gebäu­de­tei­le sol­len saniert wer­den. Der Umbau soll laut dem gera­de ver­öf­fent­lich­ten Bericht zur Schul­bau­of­fen­si­ve noch in die­sem Jahr begin­nen und vor­aus­sicht­lich 2023 abge­schlos­sen sein. Der Zeit­plan wur­de von den Anwe­sen­den jedoch zwei­felnd als “sehr opti­mis­tisch” eingeschätzt.

Das mit den jetzt ein­ge­plan­ten Mit­teln jedoch der gan­ze Cam­pus fer­tig sein wird, glaub­te bei der Bege­hung der Schu­le am Mitt­woch indes nie­mand. „Das wird mehr Geld kos­ten, ins­be­son­de­re den Nawi-Schwer­punkt gibt es nicht für umsonst. Da ist poli­ti­scher Wil­le nötig. Aber das ist eine Visi­on für die Zukunft. Der Cam­pus ist etwas, das Stück für Stück wächst“, sag­te Maja Lasic. Das Geld für einen Anfang scheint zumin­dest da zu sein.

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Sonntags gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil, fotografiert dort für unseren Instagram-Kanal (Freitag) und hat hier und da einen aktuellen Text für uns - gern zum Thema Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat sie es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

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