Kiezkosmos liest: „Liebe, Körper, Wut & Nazis“

Foto: Julia Grüßing

„Wie erhälst du Freund­schaf­ten?“ – „ Hast du jemals ver­sucht, dich selbst zu zer­stö­ren?“ – „Wie sehr kön­nen Eltern ihren Kin­dern zei­gen, dass sie über­for­dert sind?“ – „Was tust du, um den Nazi in dir kaputt zu kriegen?“

Am 8. Sep­tem­ber hat eine Lesung von Kiez­kos­mos zum Buch „Lie­be, Kör­per, Wut & Nazis“ in der Biblio­thek am Lui­sen­bad, Wed­ding statt­ge­fun­den.  Die Lesung ist Teil der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Glanz­lich­ter“. In einem Selbst­ver­such set­zen sich Jen­ni­fer Beck, Fabi­an Ebe­ling, Stef­fen Grei­ner und Mads Pan­kow mit Fra­gen aus­ein­an­der, die „bis­her nie­mand zu stel­len gewagt hat“. Ehr­lich, offen und erschre­ckend per­sön­lich sprin­gen sie von Fra­ge zu Fra­ge, von einem The­ma zum nächsten.

Ken­nen­ge­lernt haben sich die vier Autoren im Redak­ti­ons­team von „Die Epi­log“, einem Maga­zin zur Pop­Kul­tur.  Im Lau­fe der Zeit freun­de­ten sie sich immer mehr an, teils durch die Teil­nah­me an vie­len Ver­an­stal­tun­gen, Volks­büh­nen und Events.  Jedoch waren sie nach eige­ner Aus­sa­ge nie so eng, dass sie sich per­sön­li­che Fra­gen zuein­an­der gestellt hätten.
Das war der Aus­gangs­punkt für die Idee des Buches. Ein Buch vol­ler Fra­gen, als indi­vi­du­el­les Kon­zept, als etwas, das es vor­her nicht gege­ben hat. Fra­gen, die man ver­lernt hat, zu stel­len.  Fra­gen, um sich näher ken­nen­zu­ler­nen. Ein Selbst­ver­such, um zu schau­en, wie nah man sich dadurch kommt.

Das Buch ist in vier Berei­che auf­ge­teilt: Lie­be, Kör­per, Wut und Nazis. Das sind die The­men,  zu denen Jen­ni­fer Beck, Fabi­an Ebe­ling, Stef­fen Grei­ner und Mads Pan­kow schrei­ben woll­ten.  Jeder der Autoren hat zu Anfang zwei Fra­gen zu den vier The­men gestellt. Durch Los­ver­fah­ren wur­de ent­schie­den, wer sich mit wel­chem The­ma anfangs aus­ein­an­der­setzt. Von den Fra­gen, konn­te jeder sich dann eine aus­su­chen und anfan­gen zu schrei­ben.  Es gab zwei Regeln:
1. Jeder Text muss mit einer neu­en Fra­gen enden, die an einen der vier Autoren gerich­tet ist.
2. Man hat sie­ben Tage Zeit.
Auf die­se Wei­se ent­stan­den wöchent­lich par­al­lel Tex­te, die in einem gemein­sa­men Goog­le Docs Doku­ment hoch­ge­la­den wur­den.  Dort konn­ten die Autoren lesen, dis­ku­tie­ren und kommentieren.

„Für mich ist es inter­es­sant, wie sie die Dyna­mik zwi­schen uns durch die­ses Pro­jekt geän­dert hat“, sagt Jen­ni­fer Beck. „Die Tex­te waren lus­tig, manch­mal aber auch sehr über­ra­schend. Man hat Din­ge gele­sen, die man nicht erwar­tet hät­te. Wir wis­sen jetzt, wie wir zuein­an­der stehen.“

Wie stehst du zu dei­nem Kör­per? Wie defi­nierst du Lie­be? Was macht dich wütend?

Vie­le der Fra­gen und Ant­wor­ten regen per­sön­lich zum Nach­den­ken und Reflek­tie­ren an.   Das Buch ist für 20,00 € auf Ama­zon, Klett-Cot­ta und wei­te­ren Ver­la­gen erhältlich.

Literaturfestival Glanzlichter

„Glanz­lich­ter“ ist ein Lite­ra­tur­fes­ti­val, das vom 8.09.2020 bis zum 13.10.2020 geht. Gelei­tet wird es von Mela­nie Stiewe und Bir­git Bogner von der Agen­tur SmArt Stadt­Mus­ter art.e.m Ber­lin GbR .  Ziel ist es, mit vie­len ver­schie­de­nen For­ma­ten den Zusam­men­halt und das Ken­nen­ler­nen der Nach­bar­schaft zu stär­ken. So kann man neben dem Lite­ra­tur­for­mat auch vie­len ande­ren kul­tu­rel­len Ver­an­stal­tun­gen von Kiez­kos­mos bei­woh­nen wie zum Bei­spiel der Essens­aus­ga­be wäh­rend der Coro­na­zeit oder dem Gaben­zaun.  Neben Musik und Kunst lei­tet Kiez­kos­mos auch Kiez­füh­run­gen. Die nächs­te fin­det am 19.09.2020 ab 14 Uhr in der Ufer­stra­ße 1 statt.

Das Pro­gramm von Kiez­kos­mos  für das Lite­ra­tur­fes­ti­val “Glanz­lich­ter” fin­det man auf der Web­site des Quar­tiers­ma­nage­ments Bad­stra­ße hier

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