Unsere Autor:innen sind nicht nur im Wedding unterwegs – sie sind mittendrin im Alltag. Im Supermarkt, auf dem Spielplatz oder beim Schlendern durchs Viertel: Überall warten Geschichten, Geräusche, Begegnungen. Und manchmal schreiben uns sogar Leser:innen direkt. So entstehen sie – diese kleinen, echten Kiezmomente. Alles Wedding.
Morgens, halb 9, in der rappelvollen U6. Auf dem Stationsschild steht „Leopoldplatz“, aber es könnte auch „Mittelerde“ drauf stehen. Denn es steigt ein kleines Wesen ein, das mir kaum bis zur Schulter geht. Ein Umhang aus struppigem, lila-grauem Filz, eine spitze Kapuze verdeckt den Kopf. Die Hände sind braun, die Fingernägel schwarz und abgeschabt – keine Frage: Eine Hobbit-Frau. Mit leiernder Stimme sag sie ihr Sätzlein auf, das mit „Guten Morgen“ beginnt und etwas aus ihrem Leben heute erzählt. Auch, dass sie noch kein Frühstück hatte und um etwas Kleingeld bittet. „Ich habe heute noch nicht für mich sorgen können“, sagt sie, als käme sie von einem Achtsamkeitskurs. Hatten Hobbits nicht Elbenkekse, die als Proviant bis nach Mordor reichten?

Sie streckt auch mir ihre rissige Hand entgegen, auf der ein paar Euro-Münzen liegen. Ich greife zum Portmonee und will ein paar Münzen dazulegen, aber ich habe kein Kleingeld dabei. Erwartungsvolle Augen schauen mich aus dem Dunkel der Kapuze an, als ich die Börse wieder wegstecken will: „Oh, ich kann wechseln!“, sagt sie rasch und lächelt mit schlechten Zähnen. Die Münzen von ihrer Hand kullern in mein Geldfach, dafür kriegt sie meinen Fünf-Euro-Schein. Ein Deal. Die Tür geht auf und sie springt hektisch auf den Bahnsteig und verschwindet den aufgehenden Türen der Bahn, die auf der Gegenseite eingefahren ist. Ich hoffe, sie hat noch mehr Wechselgeld dabei.


Hallo, ich finde auch, dass der Blick auf die Person im Artikel nicht auf Augenhöhe ist und sie herabgesetzt wird. Zudem auch ein sehr romantisierter Blick auf finanzielle Bedürftigkeit. Ich vermute, die Person hat nicht die Wahl und sich nicht “als Hobbit verkleidet”, sondern sehr wenig Ressourcen.
Benutzt ihr eigentlich KI-generierte Fotos ohne das transparent zu machen? Oder konnte noch schnell ein so gutes Foto in der Bahn von der Hand der Person gemacht werden?
N’abend
nanu ist mein Kommentar im Papierkorb gelandet ….!!??
Verstoß gegen die Kommentierregeln, tut mir leid: „Kommentare, in denen Menschen (insbesondere unsere Autoren) diffamiert werden, erhalten keine Freischaltung.“
Sorry hab ich echt nicht mehr dran gedacht… aber egal mußte das einfach los werden, weil ich es so empfinde das Herr Fischer die Menschen in seinen Artikel diskriminiert
Aber mal ganz ehrlich: Die Wortwahl „Hobbit“ ist eine Entmenschlichung.
Das bin ich von dem durchaus respektvollem Umgang hier nicht gewohnt.
Hallo Flori
richtig genau das war meine Kritik und es ist nicht das erstemal das die Wortwahl nicht respektvoll ist …. aber leider habe ich den Autor als un……. bezeichnet und das war dann der erste Kommentar von 400 der nicht gedruckt wurde
Grüße
Herr Faust, erlauben Sie eine Frage: Wenn Sie Kommentare, in denen Menschen (insbesondere ihre Autoren) diffamiert werden, nicht freischalten, warum schalten Sie dann Artikel frei, in denen Ihre Autoren (arme!) Menschen diffamieren?
Mit Dank im Voraus für eine widerspruchsfreie Begründung.
Theo Herkel
Ganz einfach. Wir schätzen unsere Autor:innen wert, weil sie ehrenamtlich und unentgeltlich für uns tätig sind. Ob unser Autor eine Person, der er Geld gibt, „diffamiert“, ist Ihrem Urteil als Leser überlassen. Ich sehe das zum Beispiel nicht so.