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Kein Geld für Nachhilfe in Gesundbrunnen

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Medienhof im Wedding
Eine Lehr­amts­stu­den­tin (rechts) hilft im Medi­en­hof einem Schü­ler beim Ler­nen. Foto: Medi­en­hof Wedding

Zwei­und­zwan­zig freie Trä­ger und Pro­jek­te aus dem Wed­ding haben einen Offe­nen Brief an die Senats­ver­wal­tung für Bil­dung gerich­tet. Dar­in bekla­gen sie den schlech­ten Leis­tungs­stand vie­ler Schü­ler im Bezirk und die feh­len­de Finan­zie­rung außer­schu­li­scher Bil­dungs- und Sprach­för­der­an­ge­bo­te. Initia­tor des Brie­fes ist Her­bert Weber vom Medi­en­hof Wed­ding im Sol­di­ner Kiez. 

„Im Wed­ding gibt es die gerings­te Dich­te von Nach­hil­fe­an­ge­bo­ten in Ber­lin, aber den höchs­ten Bedarf. Die Eltern kön­nen sich pri­va­te Nach­hil­fe nicht leis­ten“, sagt der Medi­en­hof-Chef. Wie vie­le Ange­bo­te die­ser Art steht auch der Medi­en­hof Wed­ding auf wacke­li­gen finan­zi­el­len Bei­nen. In den ers­ten Jah­ren wur­de das Pro­jekt, das im außer­schu­li­schen Bereich regel­mä­ßig von 70 Kin­dern genutzt wird, vom Quar­tiers­ma­nage­ment Sol­di­ner Stra­ße geför­dert. Danach konn­te die Stif­tung Deut­sche Klas­sen­lot­te­rie als gro­ßer Part­ner gewon­nen wer­den. Die­se För­de­rung endet nach mehr­fa­cher Ver­län­ge­rung jedoch im kom­men­den Som­mer. Wie es wei­ter­ge­hen soll, weiß Weber nicht.

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Her­bert Weber am Ein­gan des Medi­en­ho­fes in der Prin­zen­al­lee. Foto: Hensel

In dem Offe­nen Brief for­dern die Unter­zeich­ner ein Pro­gramm, das außer­schu­li­sche, indi­vi­du­el­le Bil­dungs- und Sprach­för­de­rung in Brenn­punkt­kiezen dau­er­haft ermög­licht. „Die Gel­der aus der City-Tax für Ber­lin-Mit­te oder die Mit­tel aus dem aktu­el­len Bil­dungs­pa­ket des Bun­des könn­ten der Bil­dung im Wed­ding zugu­te kom­men“, heißt es in dem Brief. Dar­über hin­aus for­dert das Schrei­ben, dass gemein­sam mit dem Bund die Aus­füh­rungs­richt­li­ni­en für das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket ver­ein­facht wer­den. Weil die so kom­pli­ziert sei­en und des­halb nicht abge­ru­fen wer­den wür­den, hät­te des Land Ber­lin bis­her 20 Mil­lio­nen Euro aus dem Paket an den Bund zurückgegeben.

Her­bert Weber und sein Team arbei­ten enga­giert für bes­se­re Bil­dungs­chan­cen der Kin­der im Wed­ding. Die Ange­bo­te rich­ten sich an bil­dungs­mo­ti­vier­te Kin­der, die über­wie­gend in Fami­li­en mit tür­ki­schem und ara­bi­schem Hin­ter­grund leben. Seit 2006 gibt es den Medi­en­hof Wed­ding, der in der Prin­zen­al­lee kos­ten­lo­se außer­schu­li­sche Ange­bo­te macht und zusätz­lich 50 Lehr­amts­stu­den­ten regel­mä­ßig in sechs Part­ner­schu­len im Gesund­brun­nen schickt. Her­bert Weber selbst arbei­tet 26 Stun­den in der Woche. „Für unse­re Arbeit brau­chen wir 130.000 Euro im Jahr“, sagt er.

„Wir sind ja nicht die ein­zi­gen, es geht allen Anbie­tern von außer­schu­li­scher Nach­hil­fe so. Es muss sich end­lich etwas ändern oder nächs­tes Jahr ist hier Schluss“, sagt der Medienhof-Leiter.

Medi­en­hof Wed­ding, Prin­zen­al­lee 25–26, www.medienhof-wedding.de

Text: Domi­ni­que Hensel

Dominique Hensel

Dominique Hensel lebt und schreibt im Wedding. Sonntags gibt sie hier den Newsüberblick für den Stadtteil, fotografiert dort für unseren Instagram-Kanal (Freitag) und hat hier und da einen aktuellen Text für uns - gern zum Thema Stadtgärten, Kultur, Nachbarschaft und Soziales. Hyperlokal hat sie es auf jeden Fall am liebsten und beim Weddingweiser ist sie fast schon immer.

4 Comments

  1. Hal­lo und guten Tag,
    lang­jäh­ri­ge Erfah­rung mit Migran­ten brin­ge ich als Deutschmut­ter­sprach­ler ein.
    Vie­le der Adres­sa­ten haben die Pan­de­mie nicht nut­zen kön­nen für das Ver­tie­fen der Deutschkenntnisse.
    Bil­dung kostet.
    Geld ist wo(?) zu beantragen?
    Es kön­nen für klei­ne Grup­pen von 3 bis 4 Adres­sa­ten 15 € pro Nase abge­rech­net werden.
    Ist das zuwenig?
    Arbei­tet Ihr auf dem Schulgelände?
    Gern kom­me ich zu einem Gespräch…
    Gruß
    Axel GARTZ

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