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Iftar auf dem Leo: Wie geht’s 2017 weiter?

Der umgestaltete Leopoldplatz
Der umge­stal­te­te Leopoldplatz
Es ist inzwi­schen eine Wed­din­ger Tra­di­ti­on: Zum fünf­ten Mal fand am 22. Juni auf dem Leo­pold­platz ein öffent­li­ches Fas­ten­bre­chen (»Ift­ar«) im isla­mi­schen Fas­ten­mo­nat Rama­dan statt. Das Fest, das zum Dia­log unter Nach­barn auf­ruft, wur­de auch dies­mal von einer Arbeits­grup­pe des Run­den Tisches Leo­pold­platz orga­ni­siert: Rund 400 Essen wur­den nach Son­nen­un­ter­gang aus­ge­ge­ben, dazu kamen rund 200 Zuschau­er, die auf die Mahl­zeit ver­zich­te­ten und ein­fach nur mit­fei­er­ten. Mög­lich wur­de auch die­ses Ift­ar dank der tat­kräf­ti­gen Unter­stüt­zung vie­ler Wed­din­ger Anwoh­ne­rin­nen und Anwoh­ner und vie­ler Geld‑, Sach- und Arbeits­spen­den vor allem von tür­ki­schen Unter­neh­men – sowie einem Fünf­zig-Pro­zent-Zuschuss aus dem Gebiets­fonds des Akti­ven Zen­trums Müllerstraße.
Ob und in wel­cher Form das Fest im kom­men­den Jahr statt nden kann, ist aber noch unge­wiss. Denn nach dem vom Land vor­ge­ge­be­nen Leit­fa­den und den vom Bezirks­amt for­mu­lier­ten Rah­men­be­din­gun­gen zum Gebiets­fonds dür­fen nur maxi­mal zwei Jah­re hin­ter­ein­an­der die glei­chen Akti­vi­tä­ten geför­dert werden. 

Das war in die­sem Jahr erreicht – die ers­ten Ift­ar-Fes­te wur­den noch als bau­be­glei­ten­de Maß­nah­me der Neu­ge­stal­tung des Leo­pold­plat­zes finan­ziert. Um erneut ein ähn­li­ches Fest aus dem Gebiets­fonds zu unter­stüt­zen, müss­te sich des­sen Aus­rich­tung deut­lich von den bis­he­ri­gen Ift­ar-Fes­ten unterscheiden. 

Das ist zwar durch­aus denk­bar – etwa als »Flücht­lings­fest im Rama­dan«; mit einer blo­ßen Namens­än­de­rung wäre es aber wohl nicht getan. Es müss­ten auch inhalt­lich und orga­ni­sa­to­risch neue Akzen­te gesetzt wer­den. Bei den ehren­amt­li­chen Akti­vis­ten der Arbeits­grup­pe machen sich nach fünf Jah­ren zudem auch Ermü­dungs­er­schei­nun­gen bemerk­bar: Nicht alle wol­len auch im nächs­ten Jahr wie­der mit dem glei­chen Enga­ge­ment mit­zie­hen – »fri­sches Blut« und pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung sind auch aus die­sem Grund drin­gend erforderlich.

Die Zeit für eine grund­sätz­li­che Neu­kon­zep­ti­on ist begrenzt. Schon im Spät­herbst müs­sen die Anträ­ge für den Gebiets­fonds 2017 ein­ge­reicht wer­den. Nach den Feri­en soll­te man also spä­tes­tens mit der Pla­nung begin­nen. Die Chan­cen für wei­te­re erfolg­rei­che Fes­te ste­hen auf der ande­ren Sei­te nicht schlecht: 

Mit rund 600 Teil­neh­mern bewies das dies­jäh­ri­ge Ift­ar, dass es inzwi­schen im Wed­ding fest ver­an­kert ist und fast schon als Selbst­läu­fer funk­tio­niert. Stil­le Spon­so­ren wie die Ber­li­ner Spar­kas­se und die Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Ges­o­bau haben erkannt, dass sie auch ohne auf­fäl­li­ge Wer­be­ban­ner pro­fi­tie­ren, wenn Kun­den und Mit­ar­bei­ter ent­de­cken, dass die Unter­neh­men mit dem Fest in Zusam­men­hang stehen. 

Vor allem aber gibt es ein funk­tio­nie­ren­des reli­gi­ons­über­grei­fen­des Netz­werk um das Ift­ar-Fest her­um, in dem vie­le Wed­din­ger Klein­un­ter­neh­men und akti­ve Anwoh­ner ein­ge­bun­den sind. Ähn­li­che inter­kul­tu­rel­le Netz­wer­ke die­ser Grö­ßen­ord­nung fin­den sich in Ber­lin viel zu sel­ten – allein schon das wäre ein Grund, das öffent­li­che Ift­ar-Fest auf jeden Fall fortzuführen.

Übri­gens:
Der Run­de Tisch Leo­pold­platz trifft sich wie­der am 1. August sowie am 5. Sep­tem­ber um 19:00 Uhr in der Volks­hoch­schu­le Mit­te, Anton­stra­ße 37.

Text: Chris­tof Schaffelder
Bil­der: Tobi­as Weber

Der Arti­kel ist zuerst in der “ecke Mül­ler­stra­ße, Nr.5 – Aug/Sep 2016”, der kos­ten­frei­en Zei­tung für das ‘Akti­ve Zen­trum’ und Sanie­rungs­ge­biet Mül­ler­stra­ße erschie­nen. Vie­len Dank für die freund­li­che Unterstützung!

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