Hochschullabore der Beuth produzieren Gesichtsvisiere

Foto: Kars­ten Flögel

Ein Team der Beuth Hoch­schu­le hat Pro­to­ty­pen für Gesichts­vi­sie­re kon­stru­iert, die Mitarbeiter:innen in Pfle­ge­diens­ten, Pra­xen und ande­ren Trä­gern, bei denen Bedarf besteht, hel­fen, Infek­ti­ons­ri­si­ken zu min­dern. Tei­le für 32.000 Gesichts­schir­me gehen an der Beuth Hoch­schu­le in Pro­duk­ti­on. An der Hoch­schu­le arbei­tet ein Team von enga­gier­ten Stu­die­ren­den, Mit­ar­bei­ten­den und Leh­ren­den an der Kon­struk­ti­on soge­nann­ter „Face Shiel­ds“.  Die Gesichts­schir­me kön­nen bei­spiel­wei­se in klei­nen Arzt­pra­xen, die aktu­ell nicht immer aus gro­ßen Lie­fe­run­gen bedient wer­den, und bei ande­ren Trä­gern, bei denen Bedarf besteht, zusätz­lich zu den Fil­ter­mas­ken hel­fen, Infek­ti­ons­ri­si­ken zu sen­ken. Dabei gehe es vor allem dar­um, sich nicht „anzu­spu­cken“ oder ins Gesicht zu fassen. 

Das Prä­si­di­um der Beuth Hoch­schu­le unter­stützt die Idee des Stu­die­ren­den Paul Jer­chel vom Rat für Zukunfts­wei­sen­de Ent­wick­lung aus­drück­lich. Gemein­sam mit Labo­r­in­ge­nieur Tas­so Mul­zer koor­di­niert Jer­chel die Akti­on, an der sich neben 16 Hoch­schul­mit­glie­dern auch die gemein­nüt­zi­ge Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on CADUS sowie Ber­li­ner und Bran­den­bur­ger Maker­spaces (öffent­lich zugäng­li­che Werk­stät­ten) betei­li­gen. Die Hoch­schu­le stellt ihr Know­how durch die Kom­pe­tenz ihrer Mit­glie­der und geeig­ne­te Labor­aus­stat­tung zur Ver­fü­gung, um mit ande­ren Part­nern Logis­tik- und Ver­triebs­leis­tun­gen zusammenzuführen.

Gemeinsam anpacken

An der Beuth Hoch­schu­le haben die Frei­wil­li­gen nun ers­tes Mate­ri­al wie Foli­en und Gum­mi­bän­der erhal­ten. Im Labor für Pro­duk­ti­ons­tech­nik wur­den zunächst ver­schie­de­ne Visier­ty­pen in unter­schied­li­chen Ver­fah­ren ent­wi­ckelt und erprobt. Die Pro­duk­ti­on wird dann teil­wei­se an der Beuth Hoch­schu­le sowie bei ande­ren Ber­li­ner Akteu­ren star­ten. Wer Visie­re und Mas­ken braucht, kann sei­nen Bedarf per E‑Mail anmel­den: bedarf[at]masken.berlin

An dem Hilfs­pro­jekt sind Mit­ar­bei­ten­de, Leh­ren­de und Stu­die­ren­de aus fol­gen­den Labo­ren beteiligt:

  • Labor für Optik und Laser­tech­nik (Fach­be­reich II, Phy­si­ka­li­sche Tech­nik – Medizinphysik)
  • Labor für Druck­tech­nik und Wei­ter­ver­ar­bei­tung (Fach­be­reich VI, Informatik)
  • Labor für Digi­ta­le Medi­en und Bau­ma­nage­ment (Fach­be­reich IV, Archi­tek­tur- und Gebäudetechnik)
  • Labor für huma­no­ide Robo­tik (Fach­be­reich VII, Elek­tro­nik – Mecha­tro­nik – Optometrie)
  • Labor für Fer­ti­gungs­ver­fah­ren in der Mecha­tro­nik (Fach­be­reich VII, Elek­tro­nik – Mecha­tro­nik – Optometrie)
  • Labor für Pro­duk­ti­ons­tech­nik (Fach­be­reich VIII, Maschinenbau)

Zum Ein­satz kom­men meh­re­re Laser­schnei­de­ge­rä­te, Stanz­sche­ren, 3D-Dru­cker und eine CNC-Fräse.

Part­ner in Logis­tik und Ver­trieb sind ver­schie­de­ne Ber­li­ner und Bran­den­bur­ger Maker­spaces (xHain hack+makespace, Havel:Lab, Ver­steh­bahn­hof Fürs­ten­berg, Moti­on­Lab Ber­lin) sowie die Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on CADUS. Die Ver­mitt­lung der Visie­re wird durch die bereits vor­han­de­nen Kon­tak­te der Part­ner­in­sti­tu­tio­nen und über die Platt­form MakerVsVirus.org an bedürf­ti­ge Trä­ger, Pra­xen, Kran­ken­häu­ser und Pfle­ge­ein­rich­tun­gen erfolgen.

“Das bis­her lose Netz­werk der betei­lig­ten Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen wächst gera­de in der Coro­na-Kri­se zu einem sehr effi­zi­en­ten Ver­bund zusam­men und arbei­tet über Lan­des- und Orga­ni­sa­ti­ons­gren­zen hin­weg unkom­pli­ziert und Hand in Hand zusammen.

Tas­so Mul­zer, Labo­r­in­ge­nieur am Labor Fer­ti­gungs­ver­fah­ren der Mecha­tro­nik, Fach­be­reich VII, Beuth Hochschule

Unbürokratische Hilfe

Mit groß­zü­gi­gen Mate­ri­al­spen­den unter­stüt­zen u.a. 1st-mould, Bies­ter­feld Spe­zi­al­che­mie, Ble­her Foli­en­tech­nik und das Zei­chen­cen­ter Ebe­ling das Vorhaben.

Gesichtsvisiere in der Produktion
Foto: Kars­ten Flögel

Allein im Labor für Pro­duk­ti­ons­tech­nik ent­ste­hen in den nächs­ten Tagen rund 32.000 drin­gend benö­ti­ge Gesichts­vi­sie­re, unter ande­rem für die Ber­li­ner Cha­ri­té. Dabei haben sich die bestehen­den Kon­tak­te zwi­schen Ber­li­ner mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men und der Hoch­schu­le bewährt: Weil die der­zeit vor­han­de­nen Guss­for­men zur Her­stel­lung von Sili­kon­bän­den nicht aus­rei­chen, spen­de­te die Ber­li­ner Was­ser- und Pum­pen­an­la­gen­fir­ma Ernst Augus­tin, ein lang­jäh­ri­ger AIF-Pro­jekt­part­ner von Labor­lei­ter Prof. Dr. Ralf Förs­ter, schnell und unbü­ro­kra­tisch eine gro­ße Alu­mi­ni­um­plat­te. Der Out­put an Sili­kon­bän­dern, die ein siche­res, ange­neh­mes und ermü­dungs­frei­es Tra­gen des Visie­res ermög­li­chen, kann nun deut­lich erhöht werden.

Bedarf besteht im Labor wei­ter­hin an Gum­mi­hand­schu­hen, an Rühr­wer­ken für zwei Kom­po­ne­ten­si­li­kon sowie an Fräs­werk­zeu­gen. Wer hel­fen möch­te, kann sich gern mit dem Labor­lei­ter in Ver­bin­dung set­zen: Prof. Dr. Ralf  Förs­ter, rfoerster[at]beuth-hochschule.de.

Gastautor

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