Gleim-Oase: Inselflüstern im Frühling

Gehegt und gepflegt: die Gleim-Oase im Brunnenviertel. Foto: Michael Becker
Gehegt und gepflegt: die Gleim-Oase im Brun­nen­vier­tel. Foto: Micha­el Becker

Wer kennt die wohl grüns­te und am lie­be­volls­ten umsorg­te Ver­kehrs­in­sel der Stadt? Seit vie­len Jah­ren pfle­gen Dun­ja Berndt und Hol­ger Eckert die Gleim-Oase im Brun­nen­vier­tel. Doch es gibt nicht nur Blüm­chen zwi­schen dem rau­schen­den Ver­kehr vor dem Gleim­tun­nel. Die bei­den ehren­amt­li­chen Paten laden auch zu Lesun­gen, Schach­tur­nie­ren und Vor­trä­gen ein. Seit eini­ger Zeit las­sen sie die Gleim-Oase selbst spre­chen. Im Kiez­ma­ga­zin brun­nen erscheint die Gleim-Oasen-Kolum­ne “Insel­flüs­tern”.

Lie­be Leser, lie­be Freun­de, mein neu­er Nach­bar, das dege­wo-Wohn­haus, fei­er­te im Janu­ar Richt­fest. Sogar das Fern­se­hen hat dar­über berich­tet. Die Erin­ne­run­gen an das Senio­ren­heim, das bis vor zwei Jah­ren an die­ser Stel­le stand, wer­den ver­blas­sen. Sicher­lich weiß auch jetzt schon fast nie­mand mehr, was sich frü­her an der Stel­le befand, an der heu­te, auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te, das mäch­ti­ge rot-wei­ße Eck­ge­bäu­de steht. Die Erin­ne­rung ist bereits ver­blasst, obwohl das Haus mit knapp über drei­ßig Jah­ren noch recht jung ist.

Neuer Nachbar der Gleim-Oase: das von der degewo erbaute Wohnhaus an der Ecke Graun- und Gleimstraße. Foto: D. Hensel
Neu­er Nach­bar der Gleim-Oase: das von der dege­wo erbau­te Wohn­haus an der Ecke Graun- und Gleim­stra­ße. Foto: D. Hensel

Knif­fe­lig wird es mit dem etwas schüch­tern wir­ken­den ehe­ma­li­gen Wohn­haus des Immo­bi­li­en­un­ter­neh­mens Gag­fah. Es steht ja bereits fast ein Men­schen­le­ben lang. Aber der unbe­strit­te­ne Seni­or am Plat­ze ist das Gebäu­de mit der auf­wen­dig gestal­te­ten Fas­sa­de, das heu­te die Tor­ten­werk­statt und das Frei­zeiteck beher­bergt. Hat die gan­ze Gegend um mich her­um ein­mal so ausgesehen?

Wel­che Läden gab es in mei­ner Umge­bung? Wie mag es gewe­sen sein, als Kut­schen und nur ver­ein­zel­te Autos das Stra­ßen­bild präg­ten? Wie waren die Men­schen damals geklei­det? Die­se Fra­gen hat Ralf Schmie­de­cke in sei­nem Licht­bild­vor­trag „Rund um die Gleim-Oase“ sehr anschau­lich beant­wor­tet. Ende März war er mit sei­nen his­to­ri­schen Ansich­ten im Frei­zeiteck in der Graun­stra­ße 28 zu Gast.

Auch mei­ne Paten haben für die­ses Jahr eini­ges geplant. Im Mai und im Okto­ber wird, gutes Wet­ter vor­aus­ge­setzt, der bv kom­pakt-Sonn­tags­brunch bei mir statt­fin­den. Außer­dem wer­de ich mich wie­der am Umwelt­fes­ti­val am Bran­den­bur­ger Tor mit einem Stand betei­li­gen – ich selbst kann hier ja nicht weg, also schi­cke ich mein Modell ins Ren­nen. Auch beim Kiez­fest im Brun­nen­vier­tel bin ich wie­der dabei.

Der Senior am Platz: das Haus mit der auffälligen Fassade steht ebenfalls an der Gleim-Oase. Foto: D. Hensel
Der Seni­or am Platz: das Haus mit der auf­fäl­li­gen Fas­sa­de steht eben­falls an der Gleim-Oase. Foto: D. Hensel

Mit­te Juli fin­det bei mir ein Schnell­schach­tur­nier statt. Ich steue­re die Tische bei. Wer mit­ma­chen möch­te, kann sich gegen einen Unkos­ten­bei­trag von 2,50 Euro im Frei­zeiteck anmel­den. Von den Ein­nah­men wer­den die Prei­se finan­ziert. Genaue­res ver­ra­te ich in der kom­men­den Aus­ga­be des brun­nen-Maga­zins, auf unse­rer Face­book­sei­te, auf Aus­hän­gen im Kiez und im Freizeiteck.

Noch ein Tipp: Mei­ne Paten bie­ten ab Mai wie­der Füh­run­gen für Grup­pen bis zu 30 Per­so­nen an. Sie haben zwei Stre­cken in pet­to: ers­tens eine Füh­rung mit Vor­trag über mei­ne Geschich­te und die mei­ner Umge­bung, zwei­tens einen Rund­gang durch das Brun­nen­vier­tel mit unter­schied­li­chen The­men. Ter­mi­ne kön­nen unter gleim-oase@gmx.de indi­vi­du­ell ver­ein­bart werden.

Der Text stammt aus dem Kiez­ma­ga­zin brun­nen. Das Heft erscheint vier Mal im Jahr und wird von einer ehren­amt­li­chen Bür­ger­re­dak­ti­on gemacht.

Gastautor

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