GESCHLOSSEN: „Fredericks“: unaufgeregt wie der Kiez

(C) Fredericks
© Fre­de­ricks

Jah­re­lang war an der Ecke Kame­ru­ner Straße/ Lüde­ritz­stra­ße ein Möbel­la­den. Eddi muss es wis­sen, denn er kennt den Kiez seit 35 Jah­ren. Der Mit­be­trei­ber der Café-Bar „Fre­de­ricks“ führt das Lokal nach sei­nem Umbau im Sep­tem­ber 2015 wei­ter. „Im Wed­ding muss man ein­fach nur in die Sei­ten­stra­ßen gehen“, weiß Eddi. Auf der nahen Mül­ler­stra­ße gebe es kei­ne rich­tig schö­nen Orte mehr, wo man noch ger­ne ein­keh­ren möch­te. Update 2018: Doch nun ist Schluss, durch die Abstel­lung des Was­sers im Haus Kame­ru­ner Stra­ße 5 lässt sich nun kei­ne Gas­tro­no­mie dort betrei­ben. Die Betrei­ber ver­su­chen nun ein paar Haus­num­mern wei­ter ein neu­es Café zu eröff­nen. 

Behagliche Ecke

Und hier, in die­sem Eck­lo­kal im Afri­ka­ni­schen Vier­tel, ist es tat­säch­lich gemüt­lich. Nicht eng, abge­ranzt, unter­kühlt, modern, son­dern: behag­lich. 35 Plät­ze, von denen die meis­ten aus alten Sofas und Ses­seln (in gutem Zustand) bestehen, vier gro­ße mehr­ar­mi­ge Leuch­ter und dun­kel­grün gehal­te­ne Wän­de sor­gen dafür, dass es sich hier gut aus­hal­ten lässt. Im Som­mer gibt es noch mal so vie­le Sitz­plät­ze auf der Ter­ras­se. Eine The­ke aus Natur­stein wirkt eben­falls ein­la­dend. An der Wand hängt ein Por­trät des Namens­ge­bers Fre­de­ricks, ein afri­ka­ni­scher Unab­hän­gig­keits­kämp­fer. Im Gegen­satz zu vie­len ande­ren neu­en Bars im Wed­ding darf im „Fre­de­ricks“ nicht geraucht wer­den. Dafür gibt es selbst­ge­ba­cke­nen Kuchen, Bier in Fla­schen und Long­drinks für deut­lich unter vier Euro.

Gar nicht so leicht, hier Erfolg zu haben

(C) Fredericks
© Fre­de­ricks

Der Stand­ort galt lan­ge Zeit als gas­tro­no­misch schwie­rig – das inzwi­schen geschlos­se­ne „Tan­te Elli“ hat­te ganz in der Nähe sein Stamm­pu­bli­kum – und „fehlt total“, sagt Kiez­be­woh­ner Eddi. Den ers­ten Ver­such für das „Fre­de­ricks“ gab es nur kur­ze Zeit, es hat­te nur unre­gel­mä­ßig geöff­net. Jetzt, nach dem Betrei­ber­wech­sel, wirkt die Café-Bar geräu­mi­ger und öff­net täg­lich ab 16.00 Uhr. Hier wird nichts pro­biert, was nicht zum Kiez passt. Es ist ein­fach ein gro­ßes, gemüt­li­ches Wohn­zim­mer für die Bewoh­ner des Vier­tels, das kein Par­ty­publi­kum von aus­wärts anzieht. So einen unauf­ge­reg­ten Ort soll­te es eigent­lich in jeder Nach­bar­schaft geben.

Café Bar Fredericks

Face­book­sei­te

Kame­ru­ner Str. 5


1 Kommentar
  1. […] alles wie­der wie gehabt: also um 9 los und fei­er­abend gegen 17 uhr, noch auf ein als­ter­was­ser im fre­de­ricks, weil ich da umme ecke […]

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