Eschenbräu: Gebrautes und Gebranntes im Biergarten

Biergarten Foto: Eschenbräu
Foto: Eschen­bräu

Es ist wie­der Bier­gar­ten­zeit in Ber­lin und Bran­den­burg. Unweit vom Leo­pold­platz liegt das Eschen­bräu. Die Loca­ti­on von Mar­tin Eschen­bren­ner ist Bier­gar­ten, Knei­pe, Haus­braue­rei, Bren­ne­rei und Saft­pres­se zugleich.

Mar­tin Eschen­bren­ner, Grün­der des Eschen­bräu, der an der Ber­li­ner TU sein Stu­di­um zum Diplom-Brau­meis­ter abge­schlos­sen hat, woll­te nie bei einem gro­ßen Bier­rie­sen ein Räd­chen im Getrie­be sein. Und dort, so wie er sagt, „Ein­heits­ge­schmack“ pro­du­zie­ren. Nach sei­ner Auf­fas­sung glei­chen sich die gän­gi­gen Bier­sor­ten im Geschmack zu sehr ein­an­der an. „Cha­rak­ter und Eigen­stän­dig­keit gehen dabei ver­lo­ren“, erklärt der gebür­ti­ge Karls­ru­her, der seit 1995 in Ber­lin lebt. Wer soll­te also geeig­ne­ter sein, hier geschmack­li­che Abhil­fe zu schaf­fen, als ein wasch­ech­ter Brau­in­ge­nieur? Der Zufall kam ihm 2001 zur Hil­fe, als im Wed­din­ger Gebäu­de­kom­plex des Stu­den­ten­wohn­heims der Bür­ger­meis­ter Reu­ter Stif­tung die Räum­lich­kei­ten eines Bier­kel­lers mit Bier­gar­ten frei wur­den. Mit viel Lei­den­schaft und Eigen­leis­tung wur­de eine Brau­an­la­ge ein­ge­baut und das Eschen­bräu in Betrieb genommen.

Pankegold und Schwarze Molle – neue Sorten gehören dazu

Inzwi­schen ist das Eschen­bräu im Kiez eine fes­te Grö­ße gewor­den, die gekom­men ist um zu blei­ben. Am 1. Okto­ber 2011 wur­de 10-jäh­ri­ges Jubi­lä­um gefei­ert, was in der Gas­tro­no­mie ja nicht unbe­dingt all­täg­lich ist. Ein Garant des Erfol­ges ist sicher die Pas­si­on, mit der Mar­tin Eschen­bren­ner sein Bier braut und stän­dig neue Sor­ten an Sai­son­bier ent­wi­ckelt, die für bestimm­te Zeit­räu­me im Pro­gramm sind. Die­se hei­ßen Pan­ke­gold, Alter Schwe­de, Schwar­ze Mol­le oder Wed­di­na­tor. Jede Sor­te hat ihren eige­nen Cha­rak­ter und ist damit unverwechselbar.

Der Chef steht weiterhin selbst am Braukessel

Gemein­sam ist allen Sor­ten, dass sie unge­fil­tert und nicht pas­teu­ri­siert ins Fass oder Glas kom­men. Dadurch schmeckt das Bier voll­mun­di­ger, inten­si­ver und die B‑Vitamine blei­ben erhal­ten. Ins­ge­samt pro­du­ziert der Klein­be­trieb etwa 80.000 Liter haus­ge­brau­ten Gers­ten­saft im Jahr. Dass der Chef dabei selbst am Kes­sel steht, ist für Eschen­bren­ner selbst­ver­ständ­lich, dar­an soll sich auch nichts ändern. Unter­stützt wird er ledig­lich von einem Azu­bi und, je nach Bedarf, von Ser­vice­kräf­ten im Bier­gar­ten und im Braukeller.

Selbstgebrannter Whisky und Edelbrände für Genießer

Martin Eschenbrenner (Foto: Eschenbräu)
Mar­tin Eschen­bren­ner (Foto: Eschenbräu)

Aber auch für den Bade­ner Brau­meis­ter wäre Still­stand Rück­schritt. Und so ist er kon­ti­nu­ier­lich dabei, neue Pro­dukt­li­ni­en zu ent­wi­ckeln und her­zu­stel­len. Dazu zäh­len die Edel­brän­de, die seit 2009 im eige­nen Brenn­ofen destil­liert wer­den, acht Sor­ten wie Apfel, Bir­ne, Kir­sche oder Bier­brand ste­hen auf der Lis­te. Nicht ganz bil­lig, aber dafür steckt in jedem Schluck des Brenn­meis­ters Hand­schrift, was ihn zu einem Uni­kat macht. Mitt­ler­wei­le ist auch der selbst­ge­brann­te Eschen­bren­ner Whis­ky auf der Karte.

Ganz ohne Prozente: Handgepresster Apfelsaft

In der Zwi­schen­zeit kön­nen sich die Kun­den und Gäs­te mit fri­schem hand­ge­press­tem Apfel­saft trös­ten, der in ver­schie­de­nen Sor­ten in den 5‑Li­ter-Sack kommt. Die­se hoch­ka­rä­ti­gen Natur­pro­duk­te sind auch ange­bro­chen ohne Küh­lung 2 Mona­te halt­bar, sagt Mar­tin Eschen­bren­ner. Auf jeden Fall wird die Pro­duk­ti­on im Ver­gleich zum Vor­jahr soweit auf­ge­stockt, dass der Apfel­saft bis zum nächs­ten Som­mer für den Ver­kauf ausreicht.

Alles in allem konn­te die Web­site Mein Rosi­nen­bom­ber in die­sem Wed­din­ger Win­kel eine ech­te Rosi­ne ent­de­cken, was auch für den Auf­ent­halt im Brau­kel­ler und im Bier­gar­ten gilt. Ein lecke­rer Flamm­ku­chen (auch vege­ta­risch) zählt zum Stan­dard auf der Kar­te, den­noch sind selbst mit­ge­brach­te Spei­sen aus­drück­lich gestat­tet. Denn hier ist es aus­drück­lich erlaubt, sei­ne eige­ne Ver­pfle­gung mit­zu­brin­gen. Tel­ler und Besteck stellt, soweit mög­lich, das Brau­haus. Ganz nach bes­ter Bier­gar­ten­tra­di­ti­on also.

Das Eschen­bräu Pils, Dun­kel und Wei­zen sind ver­gleichs­wei­se güns­tig und des­halb sowohl Preis­ro­si­nen als auch als loka­le Spe­zia­li­tät Qua­li­täts­ro­si­nen. Zumal der Betrei­ber die Prei­se sehr sta­bil hält! Gebrau­tes gibt es für 2,30 Euro (0,3 Liter) bis 3,30 Euro (0,5 Liter). Eine Bio-Bre­zel kos­tet einen Euro, ein Flamm­ku­chen 5,20 Euro. Eschen­bräu gibt es auch to go, dazu kann man die ori­gi­nel­len Bier­kan­nen kaufen.

Eschen­bräu, Trift­str. 67 (Hin­ter­hof)

Tele­fon 0162 4931915

Web­sei­te


täg­lich ab 17:00 Uhr
Von 19. April bis 15. Sep­tem­ber 2019 ab 15:00 Uhr

Die­ser Arti­kel erschien zuerst bei www.mein-rosinenbomber.de. Das Mot­to die­ses Blogs ist: „Leben wie ein Rock­star. Zah­len wie eine Tanzkapelle!“

Gastautor

Als offene Plattform veröffentlichen wir gerne auch Texte, die Gastautorinnen und -autoren für uns verfasst haben.

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