Widerstandskämpfer werden mit Weg geehrt

Am 8. April die­sen Jah­res jähr­te sich der Todes­tag Eli­se und Otto Ham­pels zum 75. Mal. Das Ehe­paar aus der Ams­ter­da­mer Stra­ße 10 wur­de 1943 in Plöt­zen­see wegen “Zer­set­zung der Wehr­kraft” und “Vor­be­rei­tung zum Hoch­ver­rat” hin­ge­rich­tet. Zur Erin­ne­rung an das Wed­din­ger Arbei­ter­ehe­paar soll der Teil der Lim­bur­ger Stra­ße neben dem Rat­haus Wed­ding nach ihnen benannt und dort eine Gedenk­ste­le errich­tet werden.
Zwi­schen Sep­tem­ber 1940 und Sep­tem­ber 1942 ver­fass­te und ver­teil­te das Paar Post­kar­ten und etwa 200 Hand­zet­tel, in denen zum Wider­stand gegen die Nazi­herr­schaft und zur Behin­de­rung der Kriegs­pla­nun­gen auf­ge­ru­fen wur­de. Der Schrift­stel­ler Hans Fal­la­da nahm ihr Schick­sal zum Vor­bild für sei­nen Roman “Jeder stirbt für sich allein”, der auch inter­na­tio­nal sehr bekannt ist und bereits mehr­fach ver­filmt wurde.

Ehrung unter der Erde


Ursprüng­lich hat­te sich die BVV Mit­te dem Vor­schlag der Stadt­teil­ver­tre­tung mensch.müller ange­schlos­sen und die Umbe­nen­nung des gesam­ten Plat­zes zwi­schen der neu­en Schil­ler-Biblio­thek und dem alten Rat­haus vor­ge­schla­gen.  Die Lei­tung des Stra­ßen- und Grün­flä­chen­am­tes  wider­setz­te sich aber letzt­lich erfolg­reich die­ser Benen­nung, da sie hier kei­nen eigen­stän­di­gen Stadt­platz erken­nen will. So kommt es, dass die­ser Bereich wei­ter­hin nur “Frei­flä­che Mül­ler­stra­ße 145” genannt wird. Laut der Febru­ar-/März­aus­ga­be der Sanie­rungs­zeit­schrift “Ecke Mül­ler­stra­ße” hat die Stadt­teil­ver­tre­tung mensch.müller zusam­men mit der Gedenk­stät­te Deut­scher Wider­stand das Gespräch mit der BVG auf­ge­nom­men, bei der Otto Ham­pel nach dem Ers­ten Welt­krieg bis zur Wirt­schafts­kri­se von 1923 beschäf­tigt gewe­sen war. Im kom­men­den Jahr soll der U‑Bahnhof See­stra­ße saniert wer­den, dabei ist auch ein neu­er Ein­gang an der Ams­ter­da­mer Stra­ße geplant. Jetzt prü­fen die Ber­li­ner Ver­kehrs­be­trie­be, wie bei der Neu­ge­stal­tung des U‑Bahnhofs an die Wed­din­ger Wider­stands­kämp­fer erin­nert wer­den kann.

Elise-und-Otto-Hampel-Weg kommt

 

Rathaus-Altbau im Stil der Neuen Sachlichkeit
Rat­haus Wedding

Zwi­schen­zeit­lich hat sich auch an der “Frei­flä­che” vor dem Rat­haus etwas getan: Am  23. Febru­ar hat das Bezirks­amt die Umbe­nen­nung der Lim­bur­ger Stra­ße zwi­schen Gen­ter Stra­ße und Mül­ler­stra­ße – heu­te ein Fuß­weg – in Eli­se- und Otto-Ham­pel-Weg ver­fügt. Wann Stra­ßen­schil­der auf­ge­stellt und die Gedenk­ste­le errich­tet wird, steht noch nicht fest. Der ent­spre­chen­de Beschluss wur­de im Amts­blatt des Lan­des Ber­lin veröffentlicht.

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