Ein bisschen mehr Wedding bei Nextbike bitte!

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Prak­tisch und im Moment kos­ten­los für die Nut­zer: Das öffent­lich geför­der­te Fahr­rad­ver­leih­sys­tem Next­bike mit sei­nen sil­ber-blau­en Rädern stellt eine Alter­na­ti­ve zum Auto, zu den öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln und dem eige­nen Fahr­rad dar. Es könn­te so schön sein. Nur: Im Wed­ding gibt es über­haupt kein flä­chen­de­cken­des Sta­ti­ons­netz, und die Lage der Sta­tio­nen ist fast durch­gän­gig ziem­lich ungüns­tig. Da soll­te gera­de jetzt drin­gend nach­ge­bes­sert werden!

Flexzone und Stationsnetz

Nextbike Station am Nettelbeckplatz in Berlin Wedding
© Til­man Vogler

Der Senat unter­stützt das Fahr­rad­ver­leih­sys­tem Dee­zer Next­bike, das vor allem in der Innen­stadt aktiv ist. Ähn­lich wie beim Tarif­be­reich A des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs spielt das Gebiet des S‑Bahn-Rings eine beson­de­re Rol­le. In die­ser “Flex­zo­ne” darf ein gemie­te­tes Rad (gegen 50 Cent Auf­preis) fast über­all abge­stellt wer­den. Nur an den fes­ten Sta­tio­nen ist eine kos­ten­lo­se Rück­ga­be mög­lich. Die gibt es flä­chen­de­ckend nur inner­halb des S‑Bahn-Rings (also im Brun­nen­vier­tel und rund um den Weddingplatz).

Auch der übri­ge Wed­ding, der zwar als Teil der Innen­stadt gilt, hat ein paar Sta­tio­nen abbe­kom­men. So ste­hen eini­ge Fahr­rä­der in Grup­pen vor dem Kom­bi­bad See­stra­ße, am Zep­pe­lin­platz oder am Brun­nen­platz – alles Gebie­te außer­halb des Rings. Anläss­lich der Coro­na-Kri­se hat man auch vor dem Virchow-Kli­ni­kum am Augus­ten­bur­ger Platz eine Sta­ti­on eingerichtet.

Doch fast alle Sta­tio­nen haben einen ent­schei­den­den Nach­teil: Sie lie­gen zum über­wie­gen­den Teil fern­ab der U‑Bahn-Sta­tio­nen und eig­nen sich daher nicht zum Pen­deln zwi­schen Bahn und Zuhau­se. Rund um den U‑Bahnhof Leo­pold­platz mit aus­rei­chend Raum für eine Sta­ti­on? Fehl­an­zei­ge. Die nächs­te Sta­ti­on ist erst an der Trift­stra­ße. Rund um den Bahn­hof See­stra­ße? Ein Fuß­weg zum Zep­pe­lin­platz oder zu den Osram­hö­fen ist erfor­der­lich. Rund um den Bahn­hof Naue­ner Platz? Lauft doch zehn Minu­ten bis zur Maxstraße/Nazarethkirchstraße. Und an der Oslo­er Stra­ße, wo sich zwei U‑Bahnlinien und zwei Stra­ßen­bahn­li­ni­en kreu­zen und diver­se Bus­li­ni­en enden? Nichts. Hier soll­te schnell nach­ge­bes­sert wer­den. Wenn es an lang­wie­ri­gen Behör­den­ent­schei­dun­gen liegt: Kürzt sie ab, macht Din­ge mög­lich, die sonst nicht mög­lich waren. Next­bike wird von allen Steu­er­zah­len­den sub­ven­tio­niert, nicht nur von denen in der Innenstadt.

Vor­bild­lich ist es nur an den Bahn­hö­fen Amru­mer Stra­ße, Wed­ding und Gesund­brun­nen gelöst. Das ist zu wenig für einen so dicht­be­sie­del­ten Stadtteil.


So geht’s

Der Senat spen­diert bis nach Ostern die Kos­ten für unbe­grenzt vie­le maxi­mal 30-minü­ti­ge Fahr­ten. Am bes­ten ist es, sich die App von Next­bike her­un­ter­zu­la­den. Vor dem aus­zu­lei­hen­den Fahr­rad „Rad aus­lei­hen“ aus­wäh­len, den QR-Code am Gepäck­trä­ger scan­nen und die Aus­lei­he des Rades (auf die Rad­num­mer ach­ten) bestä­ti­gen. Dann erhält man einen vier­stel­li­gen Schloss-Code: Am Com­pu­ter auf dem Gepäck­trä­ger „OK“ drü­cken und den Code ein­ge­ben. Damit ent­rie­gelt man das Gabel­schloss, das durch die Vor­der­ach­se gesteckt wird. An fes­ten Sta­tio­nen ist das Rad in einer Hal­te­rung ein­ge­ras­tet, aus der man es jetzt her­aus­zie­hen kann. An Sta­tio­nen ohne Hal­te­rung wird die Sta­ti­on nur von einem Fahr­rad „mar­kiert“.

Ab jetzt hat man 30 Minu­ten Zeit, um das Rad wie­der an einer Sta­ti­on abzu­ge­ben. Für län­ge­re Fahr­ten muss man meh­re­re Fahr­rä­der nach­ein­an­der aus­lei­hen. Denn: Nach einer hal­ben Stun­de kos­tet es 1,50 Euro pro 30 Minu­ten! Und außer­halb des S‑Bahn-Rings kos­tet das Abstel­len des Fahr­rads eine hap­pi­ge Ser­vice­ge­bühr von min­des­tens 20 Euro.

Abstel­len also wie­der an einer Sta­ti­on – wenn es dort mög­lich ist, in der Hal­te­rung ein­ras­ten las­sen, das Gabel­schloss in die Ach­se ste­cken und am Rad­com­pu­ter mit “OK”  bestä­ti­gen. Erst wenn „Rück­ga­be erfasst“ ange­zeigt wird, ist die Aus­lei­he abge­schlos­sen. Man muss das alles ein paar Mal aus­pro­bie­ren, um sich ver­traut zu machen. In Zwei­fels­fäl­len hilft die Hot­line 030 12086364.

Web­site

 

Stationsnetz

nur die gro­ßen Punk­te sind Stationen

Joachim Faust

hat 2011 den Blog gegründet. Heute leitet er das Projekt Weddingweiser. Mag die Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen gleichermaßen.

1 Comment

  1. Wie­so wer­den nicht die seit Jah­ren! immer unge­nutz­ten Fahr­rad­stän­der an der Mül­ler­str. , wo jetzt ein Gaben­zaun ist, als Sta­ti­on genutzt? Nahe an der U Seestr.!

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