Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen prüft derzeit, ob sie das Gebiet „Osloer Straße“ im nördlichen Wedding in das Förderprogramm „Nachhaltige Erneuerung“ aufnehmen kann. Dazu gehört dann möglicherweise auch der Schillerpark. Dort besteht dringender Handlungsbedarf: Insbesondere die „Bastion“, also die zentrale Terrassenanlage des Parks, verfällt zusehends – hier hat es Anfang 2024 gebrannt.

Der Schillerpark entstand in den Jahren 1909 bis 1913 und ist einer der ersten echten Volksparks in Deutschland mit großzügigen und offenen Anlagen. Ein Großteil des Schillerparks steht deshalb als Gartendenkmal unter besonderem Schutz.
Allein zur Sanierung der „Bastion“ wäre mehr als eine Million Euro erforderlich, so schätzt der Bezirk Mitte (wir berichteten). Die knappen Kassen machen derzeit aber nur Unterhaltsmaßnahmen in wesentlich geringerem Umfang möglich. Jetzt hat der Senat Mittel für ein Gutachten über die erforderlichen Maßnahmen zur Verfügung gestellt, berichtete das Bezirksamt im September der BVV. Sofern die Aufnahme des Gebiets Osloer Straße in das Förderprogramm bestätigt wird, können die Ergebnisse dieses Gutachtens zur Erarbeitung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) genutzt werden. In den nachfolgenden Jahren könnten dann auch Maßnahmen zur Sanierung des Schillerparks aus den Programmmitteln finanziert werden.



Das Förderprogramm „Nachhaltige Erneuerung“ hieß früher „Stadtumbau Ost“ bzw. „Stadtumbau West“. Im Bezirk Mitte wurde mit Mitteln aus diesem Programm das Gebiet Tiergarten-Nordring / Heidestraße entwickelt, zu dem nicht nur das Neubaugebiet Europacity gehört, sondern insbesondere auch der neu gestaltete Sportpark Poststadion (Fritz-Schloss-Park) in Moabit. Der ist einen Besuch zu jeder Jahreszeit definitiv wert – auch mit Kindern.
Auch das Umfeld des ehemaligen Flughafens Tegel, der Charlottenburger Norden mit dem Volkspark Jungfernheide sowie der Prenzlauer Berg mit dem Ernst-Thälmann-Park werden in dem Programm gefördert.
Autor: Christof Schaffelder
Dieser Artikel wurde zuerst in der Zeitschrift Ecke Müllerstraße veröffentlicht.

