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GESCHLOSSEN: Die Mezcal-Bar “Carcosa”: Mit dem ‘Yellow King’ auf Du

Lukas hinter seinem Tresen
Lukas hin­ter sei­nem Tresen

Mit dem Wed­ding ver­bin­det man so eini­ges. Ange­fan­gen mit der hohen Dich­te an Spiel­ca­si­nos, über eine in Tei­len eben­so hohe Arbeits­lo­sig­keit bis hin zum Ber­li­ner Inbe­griff des „Schmelz­tie­gel von Kul­tu­ren“. Eines bringt man aber kaum mit ihm in Ver­bin­dung, näm­lich „Bar­kul­tur“. Völ­lig zu unrecht, denn es gibt sie, die guten Bars. Auch bei uns im Wed­ding. Man muss manch­mal nur eben etwas genau­er hin­schau­en. Wie zum Bei­spiel bei der “Carcosa”-Bar! Wie jetzt, nie gehört? Das könn­te even­tu­ell am “Hid­den Bar”-Konzept lie­gen. Das bedeu­tet, kein Schild deu­tet auf die Bar hin. Man sieht sie schlicht­weg nicht. Wer aller­dings schon ein­mal die rote Tür im Cast­le Pub auf der Hoch­stra­ße gese­hen hat, soll­te beim nächs­ten Mal viel­leicht mal anklop­fen. Es lohnt sich!

Qua­li­tät wird im Car­co­sa groß geschrie­ben, denn man ver­steht sich als ech­te Bar. Was aber macht eine ech­te Bar über­haupt aus? Nun, dass ist natür­lich recht sub­jek­tiv, doch für Bar-Inha­ber Lukas, den eini­ge noch aus sei­ner Zeit in der f‑Bar ken­nen dürf­ten, ist die Ant­wort hier­auf son­nen­klar: Neben auf­merk­sa­mem und fach­kun­di­gem Per­so­nal, sind es vor allem Klei­nig­kei­ten wie zum Bei­spiel das Glas Was­ser, dass zum Drink gereicht wird oder dem pro­fes­sio­nel­lem Arbeits­ma­te­ri­al. Auch eine hoch­wer­ti­ge Aus­wahl an Alko­hol­grund­sor­ten, aus denen der Bar­kee­per nicht nur Stan­dards, son­dern auch Drinks mit eige­ner Note kre­iert, gehö­ren für Lukas dazu. So wird dem Gast als Stan­dard-Gin bei­spiels­wei­se nicht der übli­che „Bom­bay Saphi­re“, son­dern „Bull­dog“ geboten.

Bourbon und Mezcal

Die ominöse Tür Bild: Samuel Orsenne
Die omi­nö­se Tür
Bild: Samu­el Orsenne

Dar­über hin­aus, sticht beson­ders die gro­ße Aus­wahl an Bour­bon und Mez­cal her­vor. Wäh­rend ers­te­rer in Deutsch­land eine gro­ße Fan­ge­mein­de hat, ist Mez­cal noch recht unbe­kannt und gilt eher als Hips­ter-Sze­ne­ge­tränk. Laut Lukas aller­dings zu Unrecht, denn er habe „gro­ßes Poten­zi­al als Grund­stoff für Cock­tails“ und sei „ziem­lich unter­schätzt“, beson­ders da der all­ge­mein bekann­te Tequi­la ein Mez­cal sei- und nicht andersherum.

Wäh­rend Tequi­la aber nur rund um die gleich­na­mi­ge Stadt und nur aus der blau­en Aga­ve gebrannt wird, bie­ten ande­re Mez­cal­sor­ten eine umfang­rei­che Geschmacks­band­brei­te mit einer eher rau­chi­gen Note, die durch das Kochen der Aga­ven­her­zen in Erd­gru­ben und, eher sel­te­ner, der Lage­rung in Holz­fäs­sern ent­steht. Der Geschmack ist aber das ein­zi­ge rau­chi­ge in der Bar, rau­chen kann man näm­lich nur vor dem Haupt­ein­gang des Pubs.

In der Mez­cal-Aus­wahl feh­len natür­lich auch nicht die, die schon zu etwas grö­ße­rer Bekannt­heit gekom­me­nen Sor­ten wie zum Bei­spiel der, mit dem Wurm in der Fla­sche. Gereicht wird der Mez­cal tra­di­tio­nell pur, mit auf ein Limet­ten­stück gestreu­tem Chi­li­salz und zer­stampf­ter Rau­pe. Da man mit Shots allei­ne aber kei­ne Bar machen kann, steht noch eine schö­ne Aus­wahl an Cock­tails mit Bour­bon, Mez­cal und Gin zur Aus­wahl. Die Klas­si­ker „Gin-Tonic“, „Mule“ usw. war­ten natür­lich auch auf ihre durs­ti­gen Gäs­te – und dies zu ange­neh­men Preisen.

 

Warum Carcosa, warum im Wedding?

Innenraum der Carcosa-Bar
Innen­raum der Carcosa-Bar

Übri­gens stammt der Name „Car­co­sa“ aus dem Kurz­ge­schich­ten­band „Der König in Gelb“ von Robert W. Cham­bers und ist der Name einer Stadt, die als „mys­te­ri­ös, uralt und mög­li­cher­wei­se ver­flucht“ beschrie­ben wird – und sich auf einem ande­ren Pla­ne­ten befin­det. Wem das ent­fernt bekannt vor­kommt: In der ers­ten Staf­fel der ame­ri­ka­ni­schen Serie “True Detec­ti­ve” wur­de immer wie­der direkt bzw. auch indi­rekt auf die­ses Buch und des­sen Geschich­te verwiesen.

Es stellt sich wie bei allem aber die Fra­ge: Wie kommt man auf die Idee, eine eher klas­si­sche Bar im Wed­ding zu eröff­nen? Die Ant­wor­ten auf die Fra­ge sind aller­dings doch eher prak­ti­scher Natur und las­sen sich grob mit „Wenn man es nicht aus­pro­biert, weiß man nicht ob es funk­tio­niert“ und „Eine gehei­me Bar, weil Mez­cal ja auch noch ein Geheim­tipp ist“ zusammenfassen.

Die Fra­ge, wie es über­haupt zu der Idee kam, wird auch eben­falls ganz prak­tisch beant­wor­tet: „Es gab einen unge­nutz­ten Raum im Pub und die Inha­ber des Cast­le Pubs, Ben und Gecko, woll­ten irgend­et­was damit machen.“ Und da der Raum im hin­te­ren Teil des Pubs liegt, manch einer kennt ihn viel­leicht noch als alten Rau­cher- und Kicker­raum, bot sich die Idee einer ver­steck­ten Bar gera­de­zu auf. Auf Mez­cal ist man auf einer eige­nen Bar-Tour zufäl­lig gesto­ßen. Er über­zeug­te auf Anhieb aller­dings so sehr, dass er in das Bar­kon­zept als zen­tra­ler Bau­stein auf­ge­nom­men wurde.

Bei so viel Theo­rie, ist es nun an den Gäs­ten, sich ein eige­nes Bild von Lukas, dem Mez­cal und viel­leicht auch vom König in gelb zu machen.

 

Na, wer traut sich?
Na, wer traut sich?

Text: Mar­cel Bethan, Tobi­as Weber

Bil­der: Lukas, Carcosa-Bar

Hin­weis: Der Cast­le Pub ist aus dem Wed­ding nach Mit­te gezogen

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