Die Kolumne: Milieuschutz im Wedding oder im Vorhof zum Paradies

Graffiti in der Nazarethkirchstr,
Graffiti in der Nazarethkirchstr,

So ein Grobscreening tut gar nicht weh. Oder hat irgend jemand in Wedding bemerkt, dass er einem solchen unterzogen wurde. Na bitte! Ein Ergebnis gab es trotzdem: Die Bewohner rund um den Leopoldplatz sind von Verdrängung und Luxussanierung besonders bedroht, weshalb das Areal schon bald als Milieuschutzgebiet ausgewiesen werden soll. Ehe nun aber das Paradies über das auserwählte Gebiet hereinbricht, gibt es noch viel zu tun. So werden unter anderem die einzelnen Haushalte befragt, damit die Bezirksverwaltung genau weiß, wo tatsächlich der Schuh drückt und der Hase im Pfeffer liegt. Erst dann wird es eine sogenannte Erhaltungsverordnung geben. Die regelt, was Hauseigentümer tun und lassen dürfen, um das Milieu weiter in Frieden gedeihen zu lassen. Dass dann alles beim Alten bleibt, darf bezweifelt werden. „Die Möglichkeiten, die Mieten mit der Verordnung zum Milieuschutz zu begrenzen, sind eingeschränkt“, warnt schon mal im Vorfeld Mittes Baustadtrat Carsten Spallek. Was nichts anderes heißt, als dass zum Beispiel die vom Staat erzwungene und geförderte energetische Sanierung alter Häuser dazu führen wird, dass die Mieten weiter steigen werden. Und wenn das nicht ausreicht, das Milieu trotz Schutz ein wenig auf Trab zu bringen, wird in irgendeine Baulücke ein schönes Luxusmieten-Projekt gestellt. Das treibt früher oder später auch die Zahlen im Mietspiegel nach oben und Altmieter aus ihren Quartieren. Apropos: Ich bin schon jetzt gespannt, wie sich das neue Wohnviertel im Mauerpark auf die Mietpreise in Gesundbrunnen auswirken wird…

Autor: Ulf Teichert


2 Kommentare
  1. Aus diesen m2 Preisen lä0t sich sicher die zukünftige Miete ableiten:
    14 DG 3 105,77 m² 469.000 € FREI >

  2. Hier der erste Vorhof zum Paradies, allerdings mit Blick auf das Krematorium 🙂
    http://www.thegreenview.de/

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